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Julia Middendorf erlebt sensationelle Tennis-Woche an der Costa del Azaha

Die 18-jährige Dinklagerin hat im spanischen Benicarlo sowohl im Einzel als auch im Doppel das Finale gewonnen. Am Sonntag ging es weiter zum nächsten Turnier.

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Glückliches Duo: Julia Middendorf (rechts) und Mara Guth nach ihrem Doppelerfolg. Foto: ITF

Glückliches Duo: Julia Middendorf (rechts) und Mara Guth nach ihrem Doppelerfolg. Foto: ITF

Als die sensationelle Woche an der spanischen Mittelmeerküste ihre Krönung gefunden hatte, tauchte auf einmal ein ganz neues Problem auf. „Ich hab' keine Ahnung, wie ich die beiden Pokale mit nach Hause kriegen soll. In den Koffer passen sie auf keinen Fall, der kleine vielleicht geradeso, der große aber niemals“, sagte Tennisspielerin Julia Middendorf am Samstagnachmittag. Die Siegerehrung beim Sandplatzturnier in Benicarlo war gerade vorbei – und die 18-Jährige aus Dinklage hatte für ihren bislang größten Erfolg auf der „Juniors Tour“ des Weltverbandes ITF eine üppige Trophäe in Silber erhalten.

Julia Middendorf gewann das Finale gegen die Spanierin Claudia De Las Heras Armenteras mit 3:6, 6:3, 6:0 und war danach „mega happy“. Es war ihr sechstes Einzel-Finale auf der ITF-Tour, ihr erstes in der zweithöchsten Kategorie (J2) – und ihr erster „richtiger“ Triumph. Im Juli 2018, beim J4-Turnier in Bruchköbel, hatte ihre Endspiel-Gegnerin Mara Guth im dritten Satz verletzt aufgeben müssen. Apropos Mara Guth: Mit ihrer Nationalmannschaftskollegin aus dem hessischen Usingen gewann Julia Middendorf auch die Doppel-Konkurrenz in Benicarlo. „Besser hätte die Woche nicht laufen können“, sagte die Dinklagerin, die nun sechs Doppel-Titel in ihrem ITF-Steckbrief hat.

Fünf Einzel absolvierte sie im Urlaubsort Benicarlo, der an der Costa del Azaha zwischen Barcelona und Valencia liegt. Die ersten vier Hürden übersprang die Nummer sieben der Setzliste ohne Satzverlust, im Endspiel gegen die 17-jährige Qualifikantin aus Spanien lief dann zunächst wenig zusammen. „Ich war nervös und hab' viele leichte Fehler gemacht. Ich war ein bisschen genervt. Es war heute extrem windig. Ich hatte große Probleme, in einen Rhythmus zu kommen“, analysierte Julia Middendorf das 3:6 im ersten Satz. Sie schaffte aber die Wende. „Ich hab' versucht, ruhig zu bleiben. Das hat ganz gut geklappt“, sagte sie. Im dritten Satz zog sie ihrer Widersacherin, die wegen der Qualifikation drei Einzel mehr in den Beinen hatte, dann den Zahn. „Das Spiel zum 3:0 war wichtig“, so Julia Middendorf. Der Rest ging dann ruck, zuck.

Der Traum von Paris und Wimbledon lebt

Aus den beiden Förderkadern des Deutschen Tennis Bundes (Porsche Talent Team bzw. Porsche Junior Team) waren insgesamt neun Spielerinnen in Benicarlo am Start. Joelle Steur, Tea Lukic und Sarah Müller schieden bereits in der Qualifikation aus, für Laura Putz, Noma Noha Akugue und Carolina Kuhl kam das Aus im Achtelfinale, für Nicole Rivkin und die an Nummer zwei gesetzte Mara Guth im Viertelfinale.

Julia Middendorf, die in Spanien ihren Trainer Michel Dornbusch an ihrer Seite hat, wartet nun sehr gespannt auf die neue U-18-Weltrangliste der ITF, die am Montag oder Dienstag veröffentlicht wird. Vor Benicarlo lag sie auf Platz 69. Die Dinklagerin hofft auf einen Sprung in die Top 50 – der Traum von den Junior-Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon lebt.

Am Sonntag reiste sie zum J1-Turnier in Villena südlich von Valencia weiter, rund 270 Kilometer betrug die Entfernung. Bei der „Trofeo Juan Carlos Ferrero“, benannt nach dem spanischen Ex-Profi, der 2003 mal die Nummer eins der Welt war und vor gut drei Jahren Alexander Zverev trainierte, wird sie ab Dienstag wieder Einzel und Doppel spielen. Im Einzel gehört sie zu den 16 gesetzten Spielerinnen, „wahrscheinlich an Platz 14“, so Julia Middendorf. Vor dem ersten Aufschlag in Villena gibt's aber noch eine Corona-Testung, erst danach darf sie auf die Anlage. Und bis dahin ist vielleicht auch das Pokal-Problem gelöst.

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