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Im Windschatten lässt es sich gut aushalten

Platz zwei nach zehn Spielen: Der TuS Lutten überrascht in der Fußball-Kreisliga Vechta. Trainer Andreas Lübbehusen spricht über seine junge Garde.

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Gute Laune beim TuS Lutten: Eine Torjubel-Szene vom Kreisliga-Spiel gegen den SC Bakum. Foto: Schikora

Gute Laune beim TuS Lutten: Eine Torjubel-Szene vom Kreisliga-Spiel gegen den SC Bakum. Foto: Schikora

Sie sind jung, sie sind ehrgeizig – und sie bringen den Trainer ins Schwärmen. „Es passt gerade alles zusammen. Es macht unheimlich viel Spaß, mit den Jungs zu arbeiten“, erklärt Andreas Lübbehusen, Coach des Fußball-Kreisligisten TuS Lutten. Als Tabellenzweiter bildet Lutten zusammen mit SFN Vechta II (3.), das als einziges Team noch ungeschlagen ist, das Überraschungsduo der Liga. BW Langförden (1.) und RW Damme (4.) sind die großen Titelanwärter, die aus ihren Ambitionen auch keinen Hehl machen. Lutten und Vechta II genießen es derweil, ohne Druck ein bisschen dazwischenzufunken.

Die Lutter, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern und in den letzten 20 Kreisliga-Jahren nur einmal in den Top 5 landeten (2010/11 als 5.), fühlen sich im Windschatten der beiden Topfavoriten sehr wohl. Eigene Ansprüche leiten sie daraus aber nicht ab. „Das ist kein Thema“, beteuert Lübbehusen. Kein Stress also, die junge Garde soll einfach den Moment genießen und weiter unbekümmert Gas geben. Man habe die Lehren aus der Vorsaison gezogen, als die offen kommunizierten Top-5-Ambitionen eher lähmend waren. „Wir haben zu früh zu viel gewollt“, so Lübbehusen. Beim coronabedingten Abbruch war Lutten nur Zwölfter mit vier Niederlagen in sechs Spielen, es hakte irgendwie.

Schnee von gestern. Die Gegenwart sieht rosiger aus. In zehn Spielen gab's acht Siege, ein hochklassiges 2:2 in Langförden und ein 0:1 gegen Vechta II. Am Sonntag, als Lutten mit dem 3:0 gegen Lohne III seinen fünften Sieg in Serie landete, waren sieben Spieler in der Startelf 21 Jahre oder jünger, hinzu kamen noch ein 22-Jähriger und ein 24-Jähriger. Lübbehusen freut sich über den „Reifeprozess“ der jungen Garde, die mit dem 4:1 gegen Mühlen II eine Art Aha-Erlebnis hatte, und hält fest: „Es klingt vielleicht komisch: Aber auch ohne Wettkampfpraxis sind alle ein Jahr weiter in ihrer Entwicklung. Damit konnte man nach so einer langen Pause nicht rechnen, es gibt ja keine Erfahrungswerte. Sie spielen jetzt seriöser und finden immer wieder gute Lösungen.“ Lübbehusen spricht von „Selbstbewusstsein“ und führt aus: „Sie wissen, was sie können und was nicht. Und sie wissen, was zu tun ist.“

Mittwoch im Kreispokal bei Asyaspor Vechta

Dass gerade ein Rädchen ins andere greift, führt Lübbehusen neben einem „günstigen Spielplan“ sowie einem „agilen, zielstrebigen und präsenten Umfeld“ auch auf die Teamstruktur zurück. Er sagt: „Obwohl sie noch so jung sind, spielen einige ja schon seit Jahren zusammen.“ 2018 kamen sieben Spieler aus der eigenen A-Jugend in die 1. Herren, 2019 sogar acht, in diesem Sommer folgten fünf weitere. Sören Kray, mit seinen 30 Jahren der Senior im Team, war 2017 der letzte gestandene Neuzugang von außerhalb, ehe in diesem Sommer mit Oliver Fljat noch ein talentierter A-Jugendlicher aus Oythe nach Lutten kam.

Das Kollektiv funktioniert, es braucht aber natürlich auch den einen oder anderen Anführer. Wie etwa Kapitän und Abwehrchef Jan Holzenkamp (30), der nach Fuß-OP und stundenlangem Einzeltraining endlich wieder schmerzfrei ist. Wie Keeper Jens Schlömer (24), der in zehn Spielen erst sieben Tore kassiert hat und neben „sehr gutem Torwartspiel“ (Lübbehusen) auch „viel präsenter in der Organisation“ ist. Wie Abräumer Lars Kühling (21), der laut Lübbehusen im Zentrum einen „großartigen Job“ macht. Wie Felix Heuer (21), der als kreativer Kopf im Vorwärtsgang auch Torgefahr ausstrahlt und bereits acht Treffer erzielt hat. Wie Leo Niemann (21), der mit 13 Saisontoren zusammen mit Langfördens Andre Wohlers die Nummer eins der Liga ist und gegen Lohne III als Joker von der Bank zweimal traf. „Er hat dank seiner Geschwindigkeit einen enormen Zug zum Tor, er sucht den geraden Abschluss“, so Lübbehusen.

Der Coach hofft nun, dass die Leichtigkeit im Spiel noch lange anhält. Bei der nächsten Aufgabe geht's aber nicht um Punkte. Lutten gastiert am Mittwoch im Kreispokal-Achtelfinale bei Asyaspor Vechta (19.30 Uhr, Sportplatz Schule Langförden).

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