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„Hotte“ trifft und Ballack schaut nur zu

SV Thüle, VfB Oldenburg, FC Gütersloh, BV Cloppenburg, Spvg. Greuther Fürth und SV Bethen sind fußballerische Stationen von Horst „Hotte“ Elberfeld. Unter anderem absolvierte er 92 Zweitligaspiele.

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Im Cloppenburger Trikot: Horst Elberfeld entwischt Stefan Reuter in einem Freundschaftsspiel gegen Bundesligist Borussia Dortmund. Fotos: Archiv Elberfeld

Im Cloppenburger Trikot: Horst Elberfeld entwischt Stefan Reuter in einem Freundschaftsspiel gegen Bundesligist Borussia Dortmund. Fotos: Archiv Elberfeld

21 Treffer in der 2. Bundesliga, 50 in der Regionalliga sowie deren 55 in der Oberliga: Der Begriff Torjäger wurde zwar nicht für ihn erfunden, trifft aber dennoch zweifelsfrei zu. Horst Elberfeld zählte zur Gattung jener Fußballer, die zuallererst dafür zuständig waren, den Ball im gegnerischen Gehäuse unterzubringen.

Bereits vor der Schulzeit im Alter von 5 Jahren startete Elberfeld seine ersten Kontakte mit dem Ball. Natürlich bei seinem SV Thüle, doch mit zunehmendem Alter wurden die höherklassigen Klubs der Region auf das Talent des Youngsters aufmerksam. Es folgte mit 16 Jahren der Wechsel in die A-Jugend des VfB Oldenburg, wo ihn Horst Wohlers mit 19 Lenzen in die erste Mannschaft beorderte. Unter dem neuen Trainer Hubert Hüring gelang dem VfB 1996 die Regionalliga-Meisterschaft. Um den Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen, galt es sich in Aufstiegsspielen gegen die „Millionärstruppe“ Tennis Borussia Berlin durchzusetzen. Nach einem 1:1 in der Hauptstadt folgte ein 2:1-Erfolg nach Verlängerung im heimischen Marschweg-Stadion. Alexander Woloschin zeichnete seinerzeit für den entscheidenden Oldenburger Treffer verantwortlich. „Für mich als junger Spieler war das im mit über 15.000 Zuschauern ausverkauften Stadion ein unvergessliches Erlebnis.“

In der folgenden Saison zählte Elberfeld bereits zum Stammpersonal und erzielte in der zweithöchsten deutschen Klasse satte zehn Tore. Nach dem Oldenburger Abstieg flatterte ein Angebot des Zweitligisten FC Gütersloh ins Haus. Trainer Hannes Linßen wollte 1998 den Goalgetter unbedingt, und Elberfeld blieb in Liga zwei. Das Gastspiel dauerte indes gerade einmal eine Saison. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Klubs zog es Elberfeld 1999 erstmals zum BV Cloppenburg, wo er gleich in der ersten Saison 24 Tore in der Regionalliga erzielte. Bei einer Partie in Norderstedt nahm Benno Möhlmann, Trainer der Spielvereinigung Greuther Fürth, den Voll-
blutstürmer unter die Lupe. Es folgte im Jahr 2000 der Wechsel zum Zweitligisten, wo Elberfeld in der ersten Saison zum absoluten Stammspieler avancierte.

Kreuzbandriss sorgt für Karriereknick

Dann aber der Karriereknick. Bei einem Trainingsspiel erlitt Elberfeld einen Kreuzbandriss. Nach der Operation traten Komplikationen auf, eine Entzündung im Knie zwang ihn zu einer 12-monatigen Pause. „Danach war mir klar, dass sich das Thema Profifußball erledigt hatte“, erinnert sich der heute als Physiotherapeut in einer Friesoyther Praxis tätige Elberfeld. 2002 ging‘s zurück zum BVC, wo ihn kurz darauf der nächste Rückschlag traf. Erneut riss das Kreuzband, doch immerhin gab‘s diesmal keine Komplikationen. So reichte es für 4 Jahre beim BVC, es folgte ein Engagement als Spielertrainer beim SV Bethen, bevor es ihn 2008 zurück zu seinem Thüler Heimatklub zog.

Bei einer derart erfolgreichen Laufbahn sich an den einen besonders schönen Moment zu erinnern, fällt selbstredend schwer. So hat der 46-Jährige neben dem eingangs erwähnten Aufstiegsspiel als Youngster im Oldenburger Trikot gegen TB Berlin zwei weitere Highlights parat.

Am 26. Oktober 1996 gastierte der VfB Oldenburg beim 1. FC Kaiserslautern. FCK-Trainer war Otto Rehhagel, auf der Bank der Gastgeber saß ein gewisser Michael Ballack. In der 25. Minute traf Elberfeld vor 36.400 Zuschauern zur Oldenburger 1:0-Führung. „Im Stadion war eine unglaubliche Stimmung. Ich hab mich nach dem Tor als damals 22-Jähriger nicht mal getraut, vor den FCK-Fans zu jubeln.“ Dass der VfB trotz einer 2:0-Führung noch mit 2:6 das Nachsehen hatte, war angesichts des beeindruckenden Erlebnisses zu verschmerzen.

Im Gütersloher Trikot: Elberfeld (links) im Zweikampf mit Hannovers Altin Lala.Im Gütersloher Trikot: Elberfeld (links) im Zweikampf mit Hannovers Altin Lala.

Im BVC-Trikot ist ihm eine Partie spontan in Erinnerung. Beim Cloppenburger 4:1-Erfolg am 19. März 2000 gegen TuS Celle erzielte Elberfeld alle Cloppenburger Tore. Vor allem der vierte Treffer war etwas Besonderes. Einen Abschlag von Torhüter Mario Neumann ließ Elberfeld einmal aufkommen und lupfte den Ball über Celles Schlussmann ins Netz. „Assist Neumann, Tor Elberfeld. Darüber flachsen Mario und ich heute noch“, schmunzelt er.

Nach dem Karriereende 2018 hält er sich vor allem mit Laufeinheiten fit. „Stöpsel ins Ohr und mindestens zehn Kilometer, das mache ich fast jeden zweiten Tag.“ Allerdings: So ganz ohne Fußball geht‘s für einen wie Elberfeld natürlich nicht. In der Traditionsmannschaft des VfB Oldenburg ist das stets Anfang Januar stattfindende Turnier in der EWE-Arena für ihn fester Bestandteil. „Zuletzt haben wir 2020 das Turnier im Finale gegen Werder Bremen mit 4:1 gewonnen.“ Natürlich mit einem Treffer von „Hotte“.

Und schon ist sie wieder präsent, die Erinnerung an einen weiteren schönen Sportmoment...

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