Es lief die 52. Minute im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg: Die Flanke von Jule Brand von der Rechtsaußen-Position hatte das perfekte Timing, und Vivien Endemann machte dann am zweiten Pfosten alles richtig. Aus kurzer Distanz mit rechts ins lange Eck – eine leichte Aufgabe für die Offensivspielerin des VfL Wolfsburg. Und danach? Jubel und Abklatschen mit den Nationalmannschafts-Kolleginnen. Vivien Endemann hatte soeben im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich das 2:0 erzielt, am Ende stand ein 5:1 (1:0)-Sieg für die DFB-Auswahl, die mit drei Erfolgen in drei Partien klar auf WM-Kurs ist.
Brasilien 2027 kann kommen? „Noch sind wir nicht durch, aber wir haben eine super Ausgangslage“, sagte Vivien Endemann am Dienstagabend im Sportschau-Interview. Die 24 Jahre alte Dinklagerin stand in ihrem 18. Länderspiel zum sechsten Mal in der Startelf, in der 65. Minute machte sie Platz für Selina Cerci. Das 2:0 war bereits ihr drittes Tor in der laufenden WM-Qualifikation und zugleich ihr vierter Länderspieltreffer. Sie freute sich „unfassbar“, dass sie an die jüngsten Leistungen im DFB-Team bzw. in Wolfsburg anknüpfen konnte.
Endemann legt das Handy zur Seite
In den Tagen von Nürnberg war natürlich auch ihr Wechsel zum FC Liverpool im kommenden Sommer ein Thema. „Ich bin nicht fokussiert darauf, was online geschrieben wird oder wo man überall auftaucht“, sagte Endemann nach dem Spiel bei kicker.de: „Ich hab’ versucht, mein Handy ein bisschen mehr zur Seite zu legen.“ Sie habe es „einfach genießen“ wollen, und es sei ihr wichtig gewesen, „den Fokus auf die Nationalmannschaft zu legen“. Und dass jetzt Klarheit über ihre nähere Zukunft herrscht, sei positiv. „Es tut auch gut, offen darüber zu sprechen. Es spielen ja auch einige von uns in England.“
Bei aller Freude über den dritten Sieg in der WM-Quali gingen Endemann und Co. auch kritisch mit sich um. „Man hat schon gemerkt, dass wir nicht so aufgetreten sind wie in den letzten Länderspielen“, so Endemann. Und weiter: „Wir hatten viele leichte Fehler drin, einige Ballverluste, das müssen wir abstellen.“ Am Ende stand aber ein klares 5:1. „Der Sieg war wichtig“, so Endemann. Weiter geht’s am Samstag (18. April, 18.00 Uhr) mit dem Rückspiel in Ried. Die Quali-Spiele fünf und sechs folgen am 5. Juni in Köln gegen Norwegen sowie am 9. Juni in Slowenien.
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