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Heimische Läufer genießen die Berliner Luft

Die Lohnerin Kathi Stark verbesserte in der Hauptstadt ihre Marathon-Bestzeit auf 2:51:27 Stunden. Die Läufer schwärmten von der Atmosphäre in Berlin - und klagten über die hohen Temperaturen.

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Geschafft! Kathi Stark mit ihrem Freund Alexander Krenz. Fotos: Schröer

Geschafft! Kathi Stark mit ihrem Freund Alexander Krenz. Fotos: Schröer

Kathi Stark war glücklich, aber auch fix und fertig. Ihre Bestzeit hatte sie geknackt, das selbst gesteckte Ziel knapp verpasst – vor allem aber war sie froh, dass die Strapazen endlich vorbei waren. „Das war schon echt ein Stück Arbeit. Ich habe schon früh gemerkt – zu früh für einen Marathon –, dass es nicht ganz so locker läuft“, berichtete die Lohnerin im Rückblick auf den ersten Berlin-Marathon ihrer Karriere und gab zu: „Dann wurde es auch ziemlich zäh. Es war echt eine Quälerei.“

Am Ende blieb die Uhr für sie auf 2:51:27 Stunden stehen. Die 29-Jährige, die für den VfL Wolfsburg startet, wurde damit 35. in der Frauen-Gesamtwertung und war die siebtschnellste deutsche Frau. „Das ist schon ein cooles Ergebnis“, sagte sie. Kathi Stark blieb bei ihrem insgesamt erst dritten Marathonstart um mehr als eine Minute unter ihrer bisherigen Bestzeit von 2:52:39 Stunden, die sie 2019 in Frankfurt erzielt hatte. „Über die persönliche Bestzeit bin ich super glücklich, auch wenn es eigentlich mein Ziel war, unter 2:50 Stunden zu bleiben.“

Dass sie dieses Ziel nicht erreichte, hatte auch mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen zu tun. „Morgens um neun ging es noch, aber dann wurde es warm“, berichtete sie. Auch der Vechtaer Antonius Schröer, der bereits seinen zehnten Berlin-Marathon absolvierte, erzählte: „Es war katastrophal heiß, und dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit. Darunter hatten alle zu leiden, auch die Topläufer.“ Selbst Sieger Guye Adola aus Äthiopien (2:05:45) sagte nach seinem Erfolg: „Es war so warm, dass meine Füße in den Schuhen gebrannt haben.“

So viel Zeit muss sein: Einige Läufer aus dem Kreis Vechta versammeln sich vor dem Start zum Foto vor dem Brandenburger Tor und halten die Fahne des Oldenburger Münsterlandes hoch. Fotos: SchröerSo viel Zeit muss sein: Einige Läufer aus dem Kreis Vechta versammeln sich vor dem Start zum Foto vor dem Brandenburger Tor und halten die Fahne des Oldenburger Münsterlandes hoch. Fotos: Schröer

Viele mussten den extremen Bedingungen in der Hauptstadt Tribut zollen. „Ich habe auch in meinem Bereich Leute gesehen, die abtransportiert wurden. Bei Kilometer 13 habe ich den ersten auf der Trage gesehen“, berichtete Kathi Stark. Sie gab aber auch zu: „Wir sind einen Tick zu schnell angelaufen. Wir haben die ersten zehn Kilometer in 39:47 absolviert.“ Das war gut eine halbe Minute schneller als geplant. Was sich rächte. Ab Kilometer 30 wurde sie langsamer, ebenso wie ihre Berliner Bekannte Lisa Rihm, die das 2:50-Ziel in 2:54:19 deutlich verpasste.

Kathi Stark wurde in Berlin nicht nur von ihren Eltern Martina und Ulli, ihrem Bruder Maxi und ihrem Freund Alexander Krenz – ebenfalls ein starker Läufer – unterstützt, sondern auch von Freunden aus Wolfsburg. „Und ich hatte nachher ganz viele Nachrichten auf dem Handy, auch von Läufern aus der Heimat. Die haben alle mitgefiebert“, freute sich die 29-Jährige.

Insgesamt hatte ein gutes Dutzend heimischer Läufer bei der Verlosung der Startplätze für Berlin das nötige Glück gehabt. Am Vorabend stärkten sie sich noch gemeinsam bei einem Italiener in der Nähe des Ernst-Reuter-Platzes. Zusätzlich war das Inline-Skate-Team des Skiclubs Vechta mit rund 25 Aktiven am Start.

Die Teilnehmerzahl beim Marathon war diesmal auf 25 000 begrenzt worden. Mit 24 796 Aktiven war Berlin dennoch der weltweit größte Marathon seit dem Beginn der Pandemie.

Zweitschnellster VEC-Läufer nach Kathi Stark war Markus B. Klene aus Damme in starken 2:53:48 h. Der Dammer Andreas Fortmann war schon zum fünften Mal für den Veranstalter als Pacemaker für 3:15 h aktiv. Er finishte planmäßig in 3:14:42 h.

Selfie beim Start: Antonius Schröer drückt auf den Auslöser. Der Vechtaer lief seinen zehnten Berlin-Marathon.Selfie beim Start: Antonius Schröer drückt auf den Auslöser. Der Vechtaer lief seinen zehnten Berlin-Marathon.

Antonius Schröer schaffte es mit seinem zehnten Start in Berlin in den „Jubilee-Club“. Neben einem Shirt erhält er nun eine feste Startnummer und ein lebenslanges Startrecht. Erstmals war der heute 60-Jährige 1988 als 27-Jähriger in Berlin am Start. „Da gab es noch eine Mauer in Berlin“, blickt der Vechtaer schmunzelnd zurück. Nach einer familienbedingten Pause kehrte er als 50-Jähriger nach Berlin zurück und war seitdem bei allen neun Auflagen dabei.

Schröer freute sich vor allem wieder über die Atmosphäre in der Hauptstadt. „Das Schöne ist, dass man Leute aus der ganzen Welt trifft. Das ist auch ein gesellschaftliches Event“, findet Schröer. Und Kathi Stark stimmte ihm zu: „Das war so international, das war Wahnsinn.“

Auch die Coronaregeln wie die Maskenpflicht im Start-/Zielbereich konnten die Stimmung nicht trüben. „Nach dem Start war alles wie immer“, sagte Andreas Fortmann. Und Jens Brune aus Holdorf fand: „Die Stimmung war sensationell.“


VEC-Läufer beim Berlin-Marathon

  • Katharina Stark (Lohne) 2:51:27
    Markus Klene (Damme) 2:53:48
    Andreas Fortmann (Damme) 3:14:42
    Christian Garvels (Dinklage) 4:07:41
    Sabrina Fabig (Dinklage) 4:07:57
    Ronald Sprickerhoff (Dinklage) 4:07:58
    Jens Brune (Holdorf) 4:09:17
    Jürgen Hüttig (Dinklage) 4:14:10
    Karl-Heinz Evers (Vechta) 4:21:54
    Dieter Hackmann (Bakum) 4:28:10
    Antonius Schröer (Vechta) 4:39:43
    Svenja Weber (Dinklage) 4:46:22
    Laura Klatte (Vechta) 5:15:51
    Ralf Büscherhoff (Damme) 5:17:04
    (Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

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