Garreler Löwenkinder in die Glücksliga
Die Drittligahandballerinnen Johanne Fette und Isabel Gerken nehmen ein Inklusionsprojekt in Angriff. Vorbild ist die dänische Lykkeliga.
Ludger Langosch | 13.06.2023
Die Drittligahandballerinnen Johanne Fette und Isabel Gerken nehmen ein Inklusionsprojekt in Angriff. Vorbild ist die dänische Lykkeliga.
Ludger Langosch | 13.06.2023

Freuen sich auf viele „Löwenkinder“: Die Garreler Drittligahandballerinnen Johanne Fette (links) und Isabel Gerken. Foto: BV Garrel
Die Handballabteilung des BV Garrel möchte eine Inklusionsmannschaft, die „Löwenkinder“, gründen. Ein Team um die beiden Drittligaspielerinnen Johanne Fette und Isabel Gerken hat sich dieses Projektes für Mädchen und Jungen angenommen. Bei den Löwenkindern sollen Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung gemeinsam Handball spielen. Die Idee kam Fette und Gerken bei ihrem Auswärtsspiel mit der Drittligamannschaft des BVG in der vorigen Saison bei Handball Bad Salzuflen. „Wir waren sehr früh vor unserem Spiel in Bad Salzuflen angekommen und bekamen daher ein solches Inklusionsturnier in der Halle mit. Die Atmosphäre war toll und wir fanden die Idee richtig cool. Daher haben wir uns gesagt, dass wir so etwas bei uns auch auf die Beine stellen wollen“, erzählt Johanne Fette. Am kommenden Samstag gibt es in der Garreler Sporthalle ein Kennenlernen und erstes Training. Um 10.30 Uhr geht es los, zwei Stunden soll die erste Einheit dauern. „Wir sind sehr gespannt wie es wird“, sagt Fette. „Es wäre schön, wenn sich Interessierte bei uns uns per Mail anmelden würden. Das würde uns die Planung erheblich erleichtern. Aber wenn sich jemand am Samstagmorgen spontan entschließt, zur Halle zu kommen, dann schicken wir ihn sicherlich nicht weg.“ Es gibt eine eigene Mailadresse, Anmeldungen sind an handballloewe@gmail.com zu richten. Wie geht es dann weiter? „Das hängt davon ab, wie es am Samstag läuft. Danach werden wir entscheiden, wie oft wir trainieren, ob wöchentlich oder einmal im Monat“, meint Fette. Sie ist mit Isabel Gerken nicht die Einzige, die sich um die Organisation kümmert. „Wir haben ein ganzes Trainerteam zusammen, unter anderem unterstützen uns unsere Mitspielerinnen Lisa Noack und Sarah Weiland. Nadja Grotjan etwa ist auch dabei“, sagt Johanne Fette. Die Garreler Löwenkinder sollen einen Platz in der „Glücksliga“ finden, in der sich derartige Inklusionsteams zusammenfinden. Aktuell gehören bundesweit neun Mannschaften zu dieser Glücksliga: Handball Bad Salzuflen Super Kidz, Senner Glückskids, Glückskinder TV Arnsberg, Eintracht Oberlübbe, NHV Concordia Delitzsch, HSG Strohgäu, JSG Weserbergland, Glückskinder MT Melsungen , ETG Recklinghausen und die HSG Rösrath-Forsbach. In der Glücksliga gibt es indes keinen gewöhnlichen Spielbetrieb, dafür sind die Mannschaften auch räumlich noch viel zu weit auseinander. „Die Glücksliga beschreibt mehr das Projekt“, sagt Johanne Fette. „Wir wollen in Garrel erst einmal anfangen und zusehen, dass wir im BVG eine Mannschaft zusammenbekommen. Alles andere kommt dann – hoffentlich – später.“ Denkbar sind zunächst vereinsinterne Veranstaltungen, später womöglich Turniere mit oder bei anderen Vereinen. An einen regulären Punktspielbetrieb ist aktuell noch nicht zu denken. Dafür steckt die Idee der Glücksliga noch zu sehr in den Kinderschuhen. Die „Glücksliga“ wurde erst 2021 in Bad Salzuflen gegründet und lehnt sich an die dänische Lykkeliga an. Diese Lykkeliga wurde 2016 aus der Taufe gehoben und hat in dem skandinavischen einen enormen Aufschwung erlebt. Inzwischen gibt es dort schon rund 80 Mannschaften, darunter Teams auf den Färöer Inseln und sogar eines in Grönland.
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