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Fußball-Bezirksliga: Der VfL Oythe zieht die Notbremse

Paukenschlag mitten in der Saison: Die zweite Mannschaft der Oyther tritt zu den nächsten zwei Spielen gegen Goldenstedt und in Brockdorf nicht mehr an. Kurz vor Ostern ist der Abstieg perfekt.

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Eine verkorkste Saison geht zu Ende: Oythes Bezirksliga-Team um Gerrit Strey (Mitte), hier Kapitän im Spiel gegen SW Osterfeine, tritt nicht mehr an. Der Grund: Spielermangel. Foto: Schikora

Eine verkorkste Saison geht zu Ende: Oythes Bezirksliga-Team um Gerrit Strey (Mitte), hier Kapitän im Spiel gegen SW Osterfeine, tritt nicht mehr an. Der Grund: Spielermangel. Foto: Schikora

Die Gerüchteküche brodelte seit dem vergangenen Wochenende, jetzt ist es amtlich: Die Tage des VfL Oythe II in der Fußball-Bezirksliga sind gezählt. Der Tabellenletzte, der in 19 Partien lediglich acht Punkte geholt hat, tritt am Freitagabend zum Heimspiel gegen Frisia Goldenstedt nicht an. Das bestätigte Fußballobmann Peter Zeglin im OM-Medien-Gespräch.

Er deutete zudem an, dass Oythe II auch auf das nächste Auswärtsspiel bei GW Brockdorf am 10. April verzichten wird. Da die Landesliga-Reserve bereits am vergangenen Sonntag aufgrund eines akuten Spielermangels nicht zum Auswärtsspiel in Molbergen angetreten war, würde Oythe II noch vor Ostern wegen dreimaligen Nichtantretens vom Spielbetrieb in der Bezirksliga ausgeschlossen. Oythes Spiele würden aus der Wertung genommen, das Team wäre der erste Absteiger in die Kreisliga – und dort wäre der VfL Oythe III zum Abstieg in die 1. Kreisklasse verdonnert.

„Das ist der Tiefpunkt der letzten Jahre“, haderte Zeglin am Donnerstag und ergänzte: „Die sportliche Situation der 1. und 2. Herren ist bereits herausragend schlecht. Und jetzt kommt dieses Dilemma noch dazu.“ Der Schaden für den Verein sei „riesig“, gab Zeglin zu. Und weiter: „Dass das an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist, darüber müssen wir nicht sprechen.“

Nach dem Nichtantritt zum Spiel in Molbergen hatte es in Oythe am Montag und Dienstag diverse Gespräche gegeben – mit der Folge, dass VfL-II-Trainer Josef Vornhagen und sein „Co“ Frederik Droste ihre Ämter niederlegten. Vornhagen machte am Donnerstag keinen Hehl aus seiner „großen Enttäuschung“. Der 61 Jahre alte Lohner sagte: „Ich bin schon traurig, dass es so gekommen ist. Da war am Ende auch viel Frust dabei.“

Vornhagen, in der Vergangenheit jahrelang Coach beim VfL I und II und bis zum Sommer 2020 Trainer bei BW Langförden, hatte Mitte Oktober aus alter Verbundenheit mit Oythe seinen Trainer-Ruhestand noch mal beendet und die Nachfolge von Julian Gieseke angetreten. Das Team war damals bereits Tabellenletzter. Die personelle Situation habe sich nie verbessert, so Vornhagen. Im Gegenteil: Sie sei von Woche zu Woche schlimmer geworden. Und jetzt kam der Moment, an dem der Geduldsfaden riss. „Ich hab' mein Bestes gegeben. Aber das geht dir zuletzt wirklich an die Nerven und kostet enorm viel Kraft. Und dann fragst du dich, ob man sich das mit 61 noch antun muss.“ Weitere Details wollte Vornhagen nicht mehr nennen. Er war froh, dass es vorbei ist.

Nach dem Rücktritt des Trainerduos folgte nach Angaben von Zeglin noch eine weitere Sitzung mit dem Mannschaftsrat. „Wir haben einige Varianten durchgespielt“, so der Obmann. Es zeichnete sich dabei ab, dass die personelle Lage kurz- und mittelfristig nicht besser wird. Das Fazit formulierte Zeglin so: „Wir kommen da nicht durch.“ Und er ergänzte: „Bevor wir komplett das Gesicht verlieren, musste eine Entscheidung her.“ Folge: Nichtantritt gegen Goldenstedt, Nichtantritt in Brockdorf, Ausschluss vom Spielbetrieb. „Es gibt in so einem Moment keinen guten Schritt, den man gehen kann“, so Zeglin: „Wir glauben, dass das so das kleinste Übel für den Wettbewerb ist, der geringste Schaden für die Liga.“

Mit Blick auf die Stimmungslage rund um die Hasenweide räumte Zeglin ein: „Es brennt in allen Ecken.“ Ziel müsse es jetzt sein, den Gesamtschaden so gering wie möglich zu halten. „Wir müssen die Lage der Fußballabteilung komplett neu überdenken“, so Zeglin. Aktuell hat der VfL Oythe fünf Herren-Mannschaften. Für die nähere Zukunft müsse man über eine Reduzierung auf vier, wenn nicht sogar drei Teams diskutieren.

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