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Für die Leichtathletik beginnt eine neue Zeitrechnung

Der Kreissportbund Vechta hat eine elektronische Zeitmessanlage angeschafft – am 6. Juli feiert sie in Vechta Premiere. Lesen Sie hier, was die Anlage kann - und was sie kostet.

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Hightech für die Leichtathleten: Mit Kameras und Lichtschranken werden die Zieleinläufe elektronisch erfasst. Foto: Seelhorst

Hightech für die Leichtathleten: Mit Kameras und Lichtschranken werden die Zieleinläufe elektronisch erfasst. Foto: Seelhorst

Es ist eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude, die sich gerade bei den Leichtathletik-Vertretern im Kreis Vechta breitmacht. Zwölf Tage noch, dann wird es ernst. Am 6. Juli (Mittwoch, 18.00 Uhr) finden auf der Anlage der Uni Vechta die Kreismeisterschaften im Sprint- und Langsprint statt. Und dabei erleben die Athleten aus den fünf Vereinen im Kreis eine besondere Premiere: Zum ersten Mal kommt die neue elektronische Zeitmessanlage zum Einsatz, die der Kreissportbund (KSB) Vechta angeschafft hat. Ein Hightech- Gerät, von dem sich die Leichtathleten im Kreis einen neuen Impuls für ihren Sport erhoffen.

„Das ist eine sehr, sehr positive Sache. Die Anlage bietet uns die Möglichkeit, offizielle Zeiten zu bekommen“, sagt Franz-Josef Bultmann, Vorsitzender des Kreis-Leichtathletikverbandes. Mit dem Gerät der Firma ProTime Sportservice aus Hürth bei Köln seien Veranstaltungen wie Landesmeisterschaften, aber auch Abendsportfeste wie in Papenburg möglich.

„Wir bekommen dadurch mehr Attraktivität in den Kreis Vechta, auch für Athleten aus anderen Kreisen. Und es kann auch ein Anreiz für Jugendliche sein. Das Ziel ist, dass alle Vereine aus dem Kreis Vechta sie nutzen“, sagt Bultmann, der selbst Abteilungsleiter beim OSC Damme ist.

Besuch vom Experten: Arnd Heiken, Geschäftsführer der Firma ProTime, bei der Einweisung im April in Vechta. Foto: SeelhorstBesuch vom Experten: Arnd Heiken, Geschäftsführer der Firma ProTime, bei der Einweisung im April in Vechta. Foto: Seelhorst

Dieses Ziel betont auch Robin Pahl, Geschäftsführer des Kreissportbundes: „Für uns ist wichtig, dass das Gerät mobil einsetzbar und im ganzen Landkreis nutzbar ist“, sagt er. Darum wurde zusammen mit der Zeit- und Windmessanlage auch ein Anhänger gekauft. Darin lassen sich die einzelnen Gerätschaften transportieren und verwahren, zudem bietet er den Kampfrichtern, die die Anlage bedienen, während der Wettkämpfe Schutz vor Sonne und Niederschlag.

Zur Bedienung sind mindestens zwei geschulte Helfer erforderlich. Im April haben Vertreter der VEC-Vereine in Vechta bereits eine Einweisung durch ProTime-Geschäftsführer Arnd Heiken erhalten. Ziel ist, dass aus jedem der fünf Vereine (SFN Vechta, OSC Damme, BW Lohne, Frisia Goldenstedt, TV Dinklage) zwei Vertreter mit der Anlage umgehen können.

„Vor allem das Ausrichten der Zielkamera ist aufwändig“, sagt Gerd Seelhorst, Abteilungsleiter von SFN Vechta. Für ihn geht mit der Anschaffung der Anlage ein langjähriger Traum in Erfüllung. „Für die Leichtathletik ist das ein großer Schritt in die Zukunft“, sagt er: „Eine elektronische Zeitmessung macht Veranstaltungen interessanter, auch für andere Athleten.“

Die Ära der handgestoppten Zeiten ist damit vorbei, zumindest bei größeren Events. Handgemessene Zeiten liegen in der Regel etwas unter den elektronisch erfassten. Bei Läufen bis 300 Meter werden auf manuell gestoppte Zeiten in der Regel 0,24 Sekunden aufgeschlagen. Elektronisch gemessene Zeiten fließen zudem in die Bestenlisten des Landesverbandes NLV ein. „Auch die Datenübertragung an die Verbände ist schneller“, sagt Gerd Seelhorst. Theoretisch könnten die Daten über eine App auch direkt auf die Handys der Athleten übertragen werden.

So viel Hightech hat ihren Preis. Rund 35.000 Euro hat das Gesamtpaket gekostet. Zusätzlich hat der KSB in ein neues Transponder-System für die Zeiterfassung bei Volksläufen investiert. Dieses soll zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden. Schulungen für die Vereine sollen laut Robin Pahl noch in diesem Jahr stattfinden.

Im Weitsprung (hier in Damme) kann die neue Anlage zur Windmessung eingesetzt werden. Foto: BultmannIm Weitsprung (hier in Damme) kann die neue Anlage zur Windmessung eingesetzt werden. Foto: Bultmann

Insgesamt liegen die Kosten für Anlage, Transponder und Anhänger bei knapp 50.000 Euro. „50 Prozent sind bezuschusst“, sagt Robin Pahl. So erhielt der KSB über den Landkreis und das Leader-Programm auch EU-Mittel.

Jetzt fiebern die Leichtathleten der Premiere entgegen. Einen ersten Testlauf hat es bereits gegeben. Ein zweiter erfolgt am 3. Juli (Sonntag) bei den Mehrkampf-Kreismeisterschaften U12 und jünger in Damme. „Ein bisschen nervös ist man schon, ein gewisses Restrisiko bleibt ja immer“, sagt Gerd Seelhorst. Dennoch überwiegt bei ihm die Freude. Mit Blick auf die Gesamtentwicklung der Leichtathletik im Kreis Vechta stellt er fest: „Ich glaube, so gute Anlagen hatten wir noch nie.“


Fakten zur neuen Zeitmessanlage

  • Die neue Zeit- und Windmessanlage des KSB Vechta besteht aus 2 Kameras, 2 Windmessern, 2 Lichtschranken, einer Startpistole, einem Laptop, Stativen sowie einer Zeitanzeige.
  • Genutzt werden kann sie für alle Laufstrecken vom Sprint bis zu 10.000 m sowie zur Windmessung im Weit- und Dreisprung.
  • In den Laufdisziplinen liefert sie neben Zielfotos auch offizielle, bestenlistenfähige Zeiten. Zudem können die Daten automatisch an die Verbände übertragen werden.
  • Sie ermöglicht die Ausrichtung von Landesmeisterschaften. Ein Einsatz ist auch bei Schulwettbewerben wie „Jugend trainiert für Olympia“ möglich.

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