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Frauenfußball beim BVC ist wohl bald Geschichte

Immer mehr Spielerinnen und Trainer verlassen den Verein. Unter anderem steht Thorben Geerken den 1. Damen nicht - wie ursprünglich vorgesehen - als Sportlicher Leiter zur Verfügung.

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Ein Bild aus besseren Zeiten: Dass Fußballerinnen des BV Cloppenburg in naher Zukunft über Tore jubeln werden, darf nach jetzigem Stand bezweifelt werden. Archivfoto: Langosch

Ein Bild aus besseren Zeiten: Dass Fußballerinnen des BV Cloppenburg in naher Zukunft über Tore jubeln werden, darf nach jetzigem Stand bezweifelt werden. Archivfoto: Langosch

Beim BV Cloppenburg verdichten sich die Anzeichen, dass in der Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung schon bald komplett die Lichter ausgehen. Nach OM-Online-Informationen kehren dem BVC sowohl in der Nachwuchsabteilung als auch im Damenbereich immer mehr Spielerinnen und Verantwortliche den Rücken. Gegenüber der Redaktion bestätigte nun auch Thorben Geerken, dass er dem Klub in der neuen Saison nicht – wie ursprünglich geplant – als Sportlicher Leiter zur Verfügung stehen wird. Diesen Job sollte er eigentlich von Tanja Schulte übernehmen. Das langjährige Gesicht des weiblichen Fußballs beim BVC hatte nach einem Jahrzehnt und vielen Erfolgen Ende April seinen Abschied verkündet.

Keine Rückendeckung des Notvorstands gespürt

Geerken, der von Anfang Januar bis zum Beginn der Coronakrise Mitte März gemeinsam mit Schulte und Imke Wübbenhorst das Zweitliga-Trainerteam gebildet hatte, sagte, dass der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gar nicht einmal entscheidend für seinen Entschluss gewesen sei. „Ich habe in den Gesprächen mit dem Notvorstand einfach keine Rückendeckung gespürt. Keiner kann garantieren, dass wir weitermachen können. Das war der Hauptgrund.“

Dies sei umso ärgerlicher, weil man auf einem guten Weg gewesen sei. „Ich hatte einen Kandidaten für den Trainerjob bei den 1. Damen, schon fast ein Team zusammen und eine mögliche Kooperation mit einem Erstligisten in Aussicht“, so Geerken weiter. Zudem seien etliche Spielerinnen dazu bereit gewesen, in der 2. Bundesliga ohne Lohn für den BVC aufzulaufen. Trotz des möglichen Insolvenzverfahrens hat der Klub nämlich ein Anrecht auf einen Startplatz in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. „Obwohl ich in den vergangenen Wochen alles versucht habe, macht es so keinen Sinn – ich musste die Reißleine ziehen“, sagt Thorben Geerken.

Nadine Luker. Foto: LangoschNadine Luker. Foto: Langosch

Der 31-Jährige wünscht dem BVC zwar, dass der Frauen- und Mädchenbereich eine Zukunft hat, die Zweifel daran überwiegen aber deutlich. „Meiner Meinung nach ist es unwahrscheinlich, dass in der nächsten Saison überhaupt Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen werden.“

Das deckt sich mit den Informationen, die OM-Online vorliegen. Nachdem bereits einige Zweitliga-Kickerinnen wie Janelle Flaws (SV Meppen), Jana Radosavljević (SV Werder Bremen) oder zuletzt auch Nadine Luker (VfL Markhausen) ihre neuen Vereine bekannt gegeben haben, sehen sich nun auch die verbliebenen Spielerinnen intensiv nach neuen Herausforderungen um.

Viele Nachwuchsspielerinnen wechseln nach Bunnen

Wie bei den 2. Damen, die die langjährige Trainerin Andrea Meyer verlassen wird, droht darüber hinaus im Nachwuchsbereich der Ausverkauf. So wird ein Großteil der C- und B-Juniorinnen die Schuhe in Zukunft für die DJK Bunnen schnüren (ein ausführlicher Bericht folgt in den kommenden Tagen). Die Übungsleiterin der C-Mädchen – Sabrina Abramowski – zieht es ebenfalls zur DJK. Auch Thorben Cordes, bislang Coach der B-Juniorinnen in der Niedersachsenliga, verlässt den BVC. Er wechselt zur Sportvereinigung Aurich.

Sollte es dem BV Cloppenburg also wider Erwarten doch noch gelingen, eine Frauenmannschaft für die 2. Bundesliga auf die Beine zu stellen, droht dennoch das Aus. Schließlich würde es nach dem jetzigen Stand keine Nachwuchsabteilung mehr geben und somit der erforderliche Unterbau fehlen.

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