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Erst „Prinzessin“, nun Bundesliga-Spielerin

Die 18 Jahre alte Isabella Jaron aus Emstek kickt mit der Fußball-Mannschaft des SV Meppen in der höchsten Klasse. Zudem hat die Stürmerin den Sprung ins Juniorinnen-Nationalteam geschafft.

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Einen Schritt schneller: Isabella Jaron (rechts) setzt sich hier gegen eine Gegenspielerin durch. Foto: SV Meppen/Scholz

Einen Schritt schneller: Isabella Jaron (rechts) setzt sich hier gegen eine Gegenspielerin durch. Foto: SV Meppen/Scholz

Als Isabella Jaron Mitte der 2000er als junges Mädchen ihre Liebe zum Fußball entdeckte, hatte sie es nicht leicht. Beim SV Emstek musste sie sich nicht nur ausschließlich mit „wilden Jungs“ messen, diese waren zudem allesamt einige Jahre älter als sie. Doch jene harte sportliche Schule schadete ihr ganz offensichtlich nicht. Im Gegenteil. Sie biss sich durch und landete nach zwei Jahren bei den D- und C-Jungen des BV Cloppenburg in der Talenschmiede des SV Meppen. Dank vieler starker Auftritte in der Bundesliga der B-Juniorinnen hat sich Isabella Jaron mittlerweile einen Platz im Kader der SVM-Frauen erkämpft, die seit dieser Saison in der höchsten deutschen Spielklasse auflaufen. Aus der „kleinen Prinzessin“ – so nannte sie einst ein Jugendtrainer des SV Emstek – ist also eine Bundesliga-Spielerin geworden.

Für Jaron geht damit ein Fußball-Traum in Erfüllung. „Gegen Vereine wie VfL Wolfsburg, Bayern München oder Turbine Potsdam zu spielen, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das war immer so weit weg und jetzt so nah“, schwärmt die 18-Jährige. Zwar kam die Stürmerin bei den beiden Unentschieden in Duisburg (0:0) und gegen Potsdam (2:2) auch aufgrund einer Verletzung noch nicht zum Einsatz, ihr Debüt in Liga eins dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

„Natürlich ist es mein Ziel, so viel wie möglich zu spielen und Tore zu schießen, vor allem aber will ich mich weiterentwickeln“, sagt Jaron. Dabei denkt die Gymnasiastin in erster Linie an die erfahrenen Agnieszka Winczo (36) und Jannelle Flaws (28), die viele Jahre lang für den BV Cloppenburg aufgelaufen waren. „Von Aga und Nelli kann ich viel lernen“, sagt Isabella Jaron.

In ihrem Element: Die 18 Jahre alte Isabella Jaron vom SV Meppen (gelbes Trikot) schirmt den Ball geschickt vor ihrer Gegenspielerin ab. Foto: SV MeppenScholzIn ihrem Element: Die 18 Jahre alte Isabella Jaron vom SV Meppen (gelbes Trikot) schirmt den Ball geschickt vor ihrer Gegenspielerin ab. Foto: SV Meppen/Scholz

Das sieht auch Maria Reisinger so. Kaum jemand dürfte mehr über das fußballerische Vermögen Jarons wissen, als die Sportliche Leiterin der Frauenabteilung des SV Meppen. „Ich kenne Isabella von Kindesbeinen an, war zum Beispiel ihre Stützpunkttrainerin und habe sie immer hautnah verfolgt“, so Reisinger. „Dass sie ein großes Talent ist, war mir sofort klar.“ Jaron bringe alles mit, was man im Fußball benötige. „Sie ist zum Beispiel technisch stark, kann ein Spiel lesen und ist außerdem sehr torgefährlich.“ Manchmal setze sich die Emstekerin allerdings zu sehr unter Druck und erwarte zu viel von sich. „Wenn sie sich selbst die nötige Zeit gibt, wird sie ihren Weg machen – da bin ich mir ganz sicher“, sagt Maria Reisinger.

Die Fußballexpertin aus dem Emsland freut, dass sich Isabella Jaron mittlerweile sogar ins Blickfeld des Deutschen Fußball-Bundes vorgespielt hat. Bei einem Lehrgang der U19-Nationalmannschaft in Neuss hatte sie in der vergangenen Woche jedoch Pech. „Aufgrund eines grippalen Infekts musste ich leider abreisen“, sagt Isabella Jaron. Die Offensivspielerin hofft dennoch, dass sie Ende November ihre Premiere im Deutschland-Trikot feiern darf. Dann heißt der Gegner Niederlande.

Bis dahin will Isabella Jaron, die in Meppen in einer WG mit ihren Teamkolleginnen Vivien Endemann und Mara Winter lebt, ihren Fokus auf die Frauen-Bundesliga legen. Zwar wird sie nach ihrer Krankheit in der Partie beim VfL Wolfsburg am kommenden Sonntag voraussichtlich noch nicht mit dabei sein können, im Verlauf der Saison aber bestimmt noch von sich reden machen.


Zur Person:

  • Die in Cloppenburg geborene Isabella Jaron kickte zunächst in ihrem Heimatort beim SV Emstek, bevor sie in der D- und C-Jugend für Jungenteams des BVC auflief. Dann wechselte sie zu den B-Juniorinnen des SV Meppen. In der Nachwuchs-Bundesliga absolvierte die Stürmerin jeweils alle 18 Partien. In der Saison 2017/18 traf sie elfmal, eine Spielzeit später sogar 16-mal.
  • Mit den SVM-Frauen schaffte die 18 Jahre alte Jaron in der vergangenen Serie den Aufstieg in die 1. Bundesliga. In ihren zwölf Einsätzen erzielte sie drei Tore.
  • Darüber hinaus trug die junge Fußballerin mehr als zehnmal das Trikot für verschiedene Teams der Niedersachsen-Auswahl und nahm zudem an Lehrgängen der Juniorinnen-Nationalmannschaft teil.
  • Isabella Jaron wohnt in einer Fußballerinnen-WG in Meppen und möchte 2022 ihr Abitur machen.

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