Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Erlösung im Dome: Rasta schlägt den Vizemeister

Die Durststrecke von Rasta Vechta ist beendet: Nach sechs Niederlagen in Folge feierte der Basketball-Bundesligisten einen 85:73-Sieg gegen Ratiopharm Ulm.

Artikel teilen:
Rastas Defense packt zu: Tibor Pleiß (links) und Lloyd Pandi (rechst) gegen Ulms Mark Smith. Foto: Becker

Rastas Defense packt zu: Tibor Pleiß (links) und Lloyd Pandi (rechst) gegen Ulms Mark Smith. Foto: Becker

Der Jubel war groß, die Erleichterung noch größer: Rasta Vechta hat seine Negativserie in der 1. Basketball-Bundesliga gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Christian Held, die zuletzt sechsmal in Serie verloren hatte, feierte am Samstagabend gegen Vizemeister Ratiopharm Ulm einen 85:73 (39:30)-Sieg und sendete damit ein enorm wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf der BBL. Es war zudem der 100. Sieg von Rasta in der BBL - und das wurde mit einer Luftschlangen-Kanone direkt nach der Schlusssirene gefeiert. Topscorer bei Rasta war Tevin Brown mit 18 Punkten, gefolgt von Alonzo Verge (14) und Tibor Pleiß (12). Entscheidend für den Erfolg war aber eine starke Defense, drei Viertel lang hatte Rasta den Meister von 2023, das Team von Ex-Rasta-Coach Ty Harrelson, unter Kontrolle. Hilfreich war natürlich auch eine schwache Dreier-Quote der Gäste (7/40).


Infos vor dem Spiel

Das Personal bei Rasta: Bei den Gastgebern fiel Booker Coplin aus. Der Guard hatte sich im Auswärtsspiel bei Alba Berlin am Fuß verletzt. Nichts Dramatisches, aber nach einer Woche ohne Training kam ein Einsatz gegen Ulm nicht infrage. Für ihn rückte Elijah Ndi (21) ins Spieltagsaufgebot. Der im vergangenen Sommer aus Karlsruhe gekommene Doppellizenzler, der vornehmlich für Rastas Kooperationspartner Artland Dragons in der 2. Bundesliga ProA spielt, stand zum vierten Mal in dieser Saison im Rasta-I-Kader. Im Europe-Cup-Spiel bei Dinamo Sassari kam er auch zum Einsatz (3:17 Minuten), in Trier und bei Sporting Lissabon spielte er dagegen nicht.

Besuch aus der NBA: Zwei Jahre lang haben sich die NBA-Scouts im Rasta-Dome in Vechta die Klinke in die Hand gegeben. Zumeist im Fokus: Johann Grünloh, der inzwischen für die Virginia Cavaliers in der US-College-Liga NCAA spielt. Am Samstagabend waren wieder zwei NBA-Scouts zu Gast in Vechta, und zwar Marti Artigas und Bill Pope von den Orlando Magic. Wen sie auf dem Zettel hatten? Wahrscheinlich keinen Spieler aus Vechta, im Ulmer Kader standen derweil einige Kandidaten.


Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Rastas Starting Five, bestehend aus Tommy Kuhse, Lloyd Pandi, Tevin Brown, TJ Bamba und Tibor Pleiß, erwischte einen Auftakt nach Maß. Nach 2:55 Minuten führte Rasta mit 9:1 - und Ulms Coach Harrelson nahm eine erste Auszeit. Danach wurde es aus Sicht der Gäste nicht viel besser, denn Rasta konnte sein starkes Niveau in der Defense halten. 1:39 Minuten vor dem Ende des ersten Viertels nahm Harrelson bereits seine zweite Auszeit, Rasta führte zu diesem Zeitpunkt mit 20:9. Nach dem ersten Viertel hieß es dann 22:12 für die Gastgeber.

Mit Tempo zum Korb: Rastas Alonzo Verge (links) gegen Ulms Nelson Weidemann. Foto: BeckerMit Tempo zum Korb: Rastas Alonzo Verge (links) gegen Ulms Nelson Weidemann. Foto: Becker

Das 2. Viertel: In den ersten fünf Minuten des zweiten Abschnitts versäumte es Rasta, die Führung auszubauen. Freie Dreier fanden nicht ins Ziel, zwischendurch stand die Quote bei 2/11. Die Ulmer, die am Dienstag in Trient/Italien ihre EuroCup-Saison mit einer 68:76-Niederlage abgeschlossen und angesichts des vorzeitigen Verpassens der Playoffs einige Leistungsträger geschont hatten, blieben trotz einiger Nachlässigkeiten im Spiel. Beim 29:26 betrug Rastas Vorsprung nur noch drei Punkte. Aber: Rasta hatte eine Antwort parat und verbuchte nach einer 7:0-Serie zum 39:28 wieder eine Elf-Punkte-Führung.

Die Statistik zur Pause: Rastas Tevin Brown war mit 13 Punkten der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt von seinem Teamkollegen Philipp Herkenhoff (8) und Ulms Malik Osborne (7). Bei den Dreier-Quoten bekleckerten sich beide Teams nicht gerade mit Ruhm (Rasta 4/18, Ulm 2/11). Bei den Assists (12:6), Rebounds (23:17) und Ballverlusten (7:10) hatte Rasta die besseren Werte. Die Neun-Punkte-Führung zur Pause war der Lohn für eine starke Defense - aber angesichts einiger freier Würfe, die nicht erfolgreich waren, hätte das Polster höher ausfallen müssen.

Der Knoten ist geplatzt: Rastas Joschka Ferner traf nach langer Durststrecke wieder einen Dreier. Foto: BeckerDer Knoten ist geplatzt: Rastas Joschka Ferner traf nach langer Durststrecke wieder einen Dreier. Foto: Becker

Das 3. Viertel: Früh in der zweiten Halbzeit gab's einen ersten emotionalen Höhepunkt: Joschka Ferner, seit Wochen glücklos von der Dreier-Linie (0/12 seit dem Jahreswechsel), traf von jenseits der 6,75-m-Linie zum 45:36 - sein 200. Dreier in der BBL. Endlich, die Erleichterung war nicht zu übersehen. Kurz danach führte Rasta mit 48:36. Nicht so erfreulich: Spielmacher Tommy Kuhse knickte bei der Landung nach einem Kampf um einen Rebound unglücklich um und humpelte vom Feld. In der Folge kassierte Vechta eine 0:9-Serie zum 48:45. Aber die Antwort konnte sich sehen: Rasta machte aus einem 51:47 ein 59:47 - mit diesem Ergebnis ging es in das letzte Viertel.

Das 4. Viertel: Über weite Strecken des letzten Viertels konnte Rasta seine zweistellige Führung halten (63.50, 68:54, 72:60). Aber: Ulm, der Meister von 2023, ließ nicht locker. Beim 76:69 - nach einem Dreier von Nelson Weidemann - führte Rasta nur noch mit sieben Punkten. Rastas Guard Alonzo Verge konterte mit einem Korbleger zum 78:69. Auszeit Ulm, noch 1:46 Minuten. Ulm versuchte danach, die Uhr mit Fouls zu stoppen und Rasta an die Freiwurflinie zu schicken. Aber: Vechta, zuvor wackelig an der Linie (2/6 nach drei Viertel) traf fünf von sechs Versuchen. 83:73 - nur 34,2 Sekunden. Das sollte doch reichen, oder? Ja, es reichte.


Rasta Vechta - Ratiopharm Ulm 85:73

  • Punkte Rasta Vechta: Elijah Ndi (ohne Einsatz), TJ Bamba (9), Luc van Slooten (ohne Einsatz), Joschka Ferner (8), Tevin Brown (18), Alonzo Verge (14), Tommy Kuhse (6), Philipp Herkenhoff (8), Linus Trettin (2), Lars Thiemann (ohne Einsatz), Tibor Pleiß (12), Lloyd Pandi (8).
  • Punkte Ulm: Nelson Weidemann (10), Chris Ledlum (18), Tobias Jensen (6), Malik Osborne (7), Joel Soriano (12), Mark Smith (13), Justin Simon (2), Alec Anigbata (3), Thomas Klepeisz (0), Diego Garavaglia (ohne Einsatz), Chris Sengfelder (2).
  • Halbzeit: 39:30
  • Viertel: 22:12, 17:18, 20:17, 26:26
  • Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Der Ausblick: Vor der BBL-Pokal-Endrunde „Top Four“ in München (21./22. Februar) und der Länderspielpause (WM-Qualifikation vom 27. Februar bis 1. März) muss Rasta noch einmal ran. Am Mittwoch (18. Februar, 20.00 Uhr) gastiert Vechta bei den Telekom Baskets Bonn. Der Re-Start nach zwei spielfreien Wochenenden besteht dann aus zwei Partien binnen drei Tagen - am 6. März (Freitag, 20.00 Uhr) gastiert Aufsteiger Science City Jena in Vechta, am 8. März (Sonntag, 18.00 Uhr) folgt das Derby bei den EWE Baskets Oldenburg.

Unser neuer Podcast: "OM-Kompakt. Der Tag." Der tägliche Nachrichtenüberblick aus dem Oldenburger Münsterland. Klar, verständlich und auf den Punkt beleuchten wir, was unsere Region heute bewegt hat. Jetzt hier anhören!

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Erlösung im Dome: Rasta schlägt den Vizemeister - OM online