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Enno Klaphake zwischen Leidenschaft und Geduldsproben

Der Mühlener spricht über seinen Alltag als Springreiter und die Arbeit mit seinen drei Pferden. Zuletzt hat er mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht.

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Flugeinlage bei Horses & Dreams: Enno Klaphake mit seinem Pferd NC Verso Red Wine in Hagen a.T.W. Foto: Lafrentz

Flugeinlage bei Horses & Dreams: Enno Klaphake mit seinem Pferd NC Verso Red Wine in Hagen a.T.W. Foto: Lafrentz

Wer richtig gut sein will, der muss viel Arbeit investieren. Das gilt wohl nirgendwo so sehr wie im Sport. Enno Klaphake kann ein Lied davon singen, dass man viel Zeit und Anstrengung aufbringen muss, um ein gutes Niveau zu erreichen. „Ich bin eigentlich immer am Stall“, sagt der Springreiter aus Mühlen. Für seine Arbeit hat er sich zuletzt auch mit guten Ergebnissen belohnt.

Ein Tag im Leben des 22-Jährigen ist ziemlich lang. Der Mühlener absolviert derzeit bei Big Dutchman eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Und wenn im Berufsalltag Feierabend ist, beginnt gegen 17.00 Uhr für etwa drei Stunden die Arbeit mit den Pferden. Man kann sich vorstellen, dass es auch großen Enthusiasmus braucht, um jeden Tag so viel Zeit zu investieren. „Das ist meine Leidenschaft“, sagt Enno Klaphake. Und dieser Leidenschaft auf dem bestmöglichen Level zu frönen, sei „absolut mein Ansporn“.

Es klappt auch. „Klaphake macht's noch einmal“ – so titelte das Westfalen-Blatt erst am 2. August. Bei den „Bexter Hof Open“ in Herford hatte der junge Mühlener mit seinem Pferd Cortes schon samstags das S*-Springen gewonnen, um dann einen Tag später auch noch das S**-Springen mit Stechen um den Großen Preis für sich zu entscheiden. In der Nachbetrachtung äußert sich der Doppelsieger dennoch bescheiden. „Es freut mich einfach, dass es mit Cortes jetzt so gut klappt. Er hat sich ganz gut entwickelt“, sagt Enno Klaphake.

Training mit einem früheren Nationenpreisreiter

In seiner sportlichen Arbeit hat sich der Reiter in einem Punkt vor geraumer Zeit bewusst reduziert: Er hat jetzt nur noch drei statt vier Pferden unter dem Sattel. Es sei „zeitlich besser“ und er könne so auch fokussierter arbeiten. Neben Cortes (9 Jahre alt) reitet er NC Verso Red Wine (10) und neuerdings Carquilot (13), mit dem er am vergangenen Wochenende beim Dobrock-Turnier in der Wingst einen starken 2. Platz in einem Zwei-Phasen-Springen der Klasse S* erreichte.

Im Training wird er oft von seinen Eltern und noch öfter von Norbert Nuxoll unterstützt. Mit dem Ex-Nationenpreisreiter aus Dinklage arbeitet er an reiterlichen Feinheiten. Schnell geht das selten. „Ich glaube, man braucht so viel Geduld wie in keinem anderen Sport“, sagt Klaphake, „du kannst nichts erzwingen.“

Den Spaß am Sport hat er auf jeden Fall nicht verloren. Daran hat auch der tragische Tod von Urus nichts geändert. Sein früheres Erfolgspferd, mit dem er 2019 in Leipzig den Nachwuchswettbewerb um den Goldenen Sattel gewonnen und im selben Jahr beim CHIO in Aachen Platz zwei im Finale des U-25-Springpokals gewonnen hatte, war Anfang letzten Jahres in Folge eines Longenunfalls verstorben.

Mittlerweile ist Enno Klaphake aber wieder voll drin im Turnierzirkus. Er weiß selbst, dass es nicht immer glatt laufen kann. So kann er auch etwas schmunzeln, wenn er über seinen Sturz beim U-25-Springpokal in Hagen am Teutoburger Wald im April spricht, bei dem er sich einen Finger gebrochen hat.

Am Wochenende startet er beim CSI Klein Roscharden

Derzeit ist der Mühlener vor allem auf nationalen Turnieren unterwegs. Ein simpler Grund: Das Niveau ist oft ähnlich, sagt er, aber die Kosten seien niedriger als bei internationalen Wettbewerben. Am Wochenende geht er jedoch auch beim CSI Klein Roscharden an den Start. Und dann neigt sich die grüne Saison langsam dem Ende entgegen. Große Ziele will Enno Klaphake für seine Reitsport-Zukunft nicht herausposaunen, erst mal will er weiter Erfahrung sammeln und besser werden. Das geht am besten von Turnier zu Turnier, von Training zu Training. Es braucht eben viel Fleiß.

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