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Eine Reise in Zeiten des Notstands

Die Volleyballerinnen des VfL Oythe fahren am Sonntag nach Hamburg. Der Rahmen ist ernst - und doch freuen sich einige Akteure auf ein Wiedersehen.

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Tolle Zeit in Hamburg: Oythes Christine Aulenbrock (links) und die heutige ETV-Akteurin Anna Behlen im Jahr 2012 als Zweitliga-Meister mit dem VT Aurubis Hamburg II.  Foto: Dieter Nagel 

Tolle Zeit in Hamburg: Oythes Christine Aulenbrock (links) und die heutige ETV-Akteurin Anna Behlen im Jahr 2012 als Zweitliga-Meister mit dem VT Aurubis Hamburg II.  Foto: Dieter Nagel 

Der erste Einsatz im November führt den VfL Oythe am Sonntag (15.00 Uhr) nach Hamburg zum Eimsbütteler TV. Die Volleyball-Partie beim Zweitliga-Aufsteiger war vor zwei Wochen durch eine vor dem Spieltag zwischenzeitlich unklare Corona-Lage in Hamburg ausgefallen und wird jetzt nachgeholt – weil Eimsbüttels Partie gegen den BSV Ostbevern wegen positiver Tests beim BSV ebenso ausfällt wie Oythes Duell beim coronageplagten VC Essen. Der VfL wollte trotz Trainings-Zwangspause gerne spielen. VfL-Trainer Ali Hobst stieß mit diesem Wunsch beim ETV und bei der Volleyball Bundesliga (VBL) auf offene Ohren.

Ali Hobst betonte vor der Reise in seine alte Heimat, dass man damit ein Zeichen setzen wolle gegen die Maßnahme, die gegen den VfL in Form der Hallenschließung erfolgt sei. Man nehme sportliche Nachteile durch das seit zweieinhalb Wochen fehlende Mannschaftstraining in Kauf. „Wir sind noch nie so ausgeruht in ein Spiel gegangen“, nutzt Ali Hobst das Stilmittel der Ironie zur Lage-Beschreibung: „Wir hatten eine gute Belastungssteuerung.“ Im Klartext führt er aus: „Wir sind in einem Notstand, weil uns die Politik dazu drängt.“ So werde man am Sonntag in der Eimsbütteler Sporthalle Hoheluft sehen, was dem VfL mittelfristig drohe, wenn er infolge der Nichtanerkennung als Profis in Spiele ohne Team-Training gehe.

Ali Hobst und seine Schützlinge wissen um das Risiko, gegen einen Gegner mit erst- und zweitligaerfahrenen Spielerinnen unterliegen zu können. In seinem eigenen Team hat er eine Abfrage zur Spielbereitschaft gemacht – alle wollten. Man sei also gewillt, so der Trainer, „das Bestmögliche auf die Platte zu bringen“, auch wenn sich alle Aktiven nur individuell vorbereiten konnten. Ali Hobst wünscht sich „leidenschaftlichen Volleyball“ seiner Mannschaft und setzt darauf, dass alle in ihren Trainingsprogrammen zuletzt noch draufgesattelt haben. Im Kellerduell der Nummer 11 gegen die Nummer 13 kommt es laut Ali Hobst auf eine „gute Erwärmung und auf gute Ballkontrolle“ an: „Und dann gucken wir, was geht.“

Vor der Abfahrt Corona-Schnelltests am Oyther Berg

Die VfL-Teammitglieder treffen sich nach separater Anreise um 9.45 Uhr am Oyther Berg. Dort erfolgen Corona-Schnelltests; wenn die Ergebnisse nach rund 15 Minuten vorliegen, gehen alle negativ Getesteten in drei Kleinbussen mit viel Abstand auf die Reise.

In Hamburg erwartet Hobst eine „stabile Mannschaft“. Der Neuling hat viele erfahrene Spielerinnen dabei; so Laura Eickhof und Anna Behlen, die zusammen mit VfL-Außenangreiferin Christine Aulenbrock 2012 für Aurubis Hamburg II den Zweitliga-Titel gewannen – unter dem Trainer Ali Hobst. Der bekennt: „Bei mir ist die Freude groß, wieder nach Hamburg zu kommen.“

Mit Zuspielerin Luise Klein sowie Gina Köppen und Saskia Radzuweit stehen auch drei Ex-Bundesligaspielerinnen in Eimsbüttels Kader von Coach Ulrich Kahl. Ali Hobst trifft zudem auf ETV-Co-Trainer und Scout „Matze“ Krause, der in der vergangenen Saison für Oythe gescoutet hat. „Schade nur, dass keine Zuschauer in die Halle dürfen“, sagt der VfL-Coach – sonst hätte es noch viel häufiger ein herzliches Hallo gegeben.

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