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Eine Berg- und Talfahrt in Rechterfeld

In einer Serie porträtiert OM online ehrenamtliche Mitarbeiter der heimischen Sportvereine. Heute Manuela Frilling, Volleyball-Leiterin von Arminia Rechterfeld.

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Ballsicher seit über 35 Jahren: Die gebürtige Visbekerin Manuela Frilling blickt auf eine lange Laufbahn bei Arminia Rechterfeld zurück. Mittlerweile ist sie Leiterin der Volleyball-Abteilung. Foto: von Holt

Ballsicher seit über 35 Jahren: Die gebürtige Visbekerin Manuela Frilling blickt auf eine lange Laufbahn bei Arminia Rechterfeld zurück. Mittlerweile ist sie Leiterin der Volleyball-Abteilung. Foto: von Holt

Die besten Zeiten sind längst Geschichte. Oberliga Damen, regelmäßig um die 200 Zuschauer und Fanbusse auf Tour zu den Auswärtsspielen. Dazu fünf Teams im Erwachsenen-Bereich und vier in der Jugend. Kurz nach der Jahrtausendwende war Arminia Rechterfeld die Volleyball-Adresse im Kreis Vechta. „Wie wir da von den Zuschauern und der Gemeinde unterstützt wurden, das war schon ein Highlight“, sagt Manuela Frilling. Wehmut kommt bei der 50-jährigen Rechterfelderin allerdings nicht auf. Mittlerweile ist sie Volleyball-Abteilungsleiterin bei der Arminia und selbst noch in einer Hobbytruppe aktiv. Daneben betreut sie die zwei noch verbliebenen Damenmannschaften sowie ein im vergangenen Herbst gegründetes Mädchen-Team im Grundschulalter.

Zusammen mit einer weiteren U-14-Truppe sind von den ehemals neun Mannschaften also noch vier übrig, die beiden Wettkampf-Teams sind derzeit in der Bezirks- und Kreisklasse beheimatet. Und Herrenteams? Die gab's in Rechterfeld noch nie. Der quantitative und qualitative Rückgang ist zwar unverkennbar, der Spaßfaktor aber ungebrochen. „Ich schätze den Kontakt zu anderen Menschen und gebe mein Wissen aus den Trainings, die ich damals genießen konnte, gern weiter“, erklärt Manuela Frilling.

Auf dem Sprung in die dritthöchste Spielklasse

Der Grund für den Rückgang liegt für die Verwaltungsangestellte auf der Hand: „Heute ist es schwierig, so viele Trainer und Betreuer zu bekommen.“ Und: „Der Ort ist natürlich auch klein.“ Viele junge Spielerinnen ziehe es zudem irgendwann weg zum Studieren. Dass ihre Abteilung noch einmal so groß wird wie vor 20 Jahren, glaubt Manuela Frilling nicht. Missen möchte sie das Vereinsleben dennoch nicht. Es finde ein regelmäßiger Austausch statt und Zeit für andere Hobbys bleibe sowieso kaum, „wenn man zwei- bis dreimal die Woche in der Halle ist“, sagt sie.

Angefangen hat alles 1984 – jedenfalls mit Volleyball. Eigentlich hat es so angefangen, wie es häufig in Biografien bekannter Sportler oder Sportjournalisten zu lesen ist: „Ich wurde anfangs von meinem Vater schon mit zum Fußball genommen“, sagt Manuela Frilling. Über den Schulsport gelangte die gebürtige Visbekerin dann mit einer Freundin zum Volleyball. 1993 folgte der erste Trainerjob, parallel zur aktiven Zeit. Zur Hochzeit hatten die Rechterfelderinnen sogar die Chance, in die Regionalliga aufzusteigen, damals die dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Die zweit- und drittplatzierten Mannschaften in der Rechterfelder Oberliga-Runde verzichteten auf ihr Aufstiegsrecht, allerdings schien die Hürde für die Arminia als viertplatziertes Team zu hoch. Und noch etwas Wesentliches hinderte sie an der Teilnahme am Aufstiegsspiel: „Wir waren nie ein Team mit großen Spielerinnen und in der Regionalliga waren viele, die mindestens zehn Zentimeter größer waren. Das wäre zu schwierig geworden“, sagt Manuela Frilling rückblickend. 2003 übernahm sie die Abteilungsleitung von einer Freundin, kurz darauf kamen ihre Kinder zur Welt.

"Junge Menschen werden oft von der Besserwisserei der Zuschauer abgeschreckt."Manuela Frilling, Leiterin der Volleyball-Abteilung in Rechterfeld.

Die Wiederaufnahme der aktiven Karriere erfolgte nach der Kinderpause maximal noch als Aushilfe und Manuela Frilling verschrieb sich voll und ganz dem Betreuerdasein, der Hobbytruppe sowie der Abteilungsleitung. Damit verbunden sind natürlich auch etliche organisatorische Aufgaben wie das Passwesen oder die Koordination der Spielpläne. Eine besondere Herausforderung sei die Suche nach Schiedsrichtern, die die Mannschaften in den unteren Spielklassen selber stellen. Manuela Frilling muss die potenziellen neuen Spielleiter zu Lehrgängen anmelden, wenn sich denn überhaupt welche finden: „Junge Menschen werden oft von der Besserwisserei der Zuschauer abgeschreckt. Das verunsichert sie dann“, sagt die Rechterfelderin.

Im Moment wartet sie jedoch darauf, überhaupt mal wieder die Halle betreten zu können – die Gemeinde hat bislang noch keine Genehmigung zur Wiederaufnahme des Indoor-Betriebs erteilt. Und eine Outdoor-Anlage wird gerade erst neu errichtet. Künftig wäre sie aber vielleicht ein Argument für Betreuer und Spieler, Zelte und Bälle in Rechterfeld aufzuschlagen.

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