Ein Familienfest für Athleten: Das war die dritte OM-Sportlerehrung
Glückliche Preisträger, gute Stimmung – und ein absolutes Novum: Das alles hatte die OM-Sportlerehrung zu bieten. Hier gibt's den großen Nachbericht inklusive Video.
Akrobatik in der Fotobox: Zwei Akrolohnikas und zwei unbekannte Beine. Foto: Samir
Justus Decker ließ sich nicht zweimal bitten – was Turnerinnen können, kann ein Handball-Torwart allemal. Gut gelaunt ließ sich der Dinklager von seinen Teamkollegen in die Höhe befördern und posierte im Spagat über den Köpfen seiner Mitspieler für das Mannschaftsfoto. Mit exakt der gleichen Aktion hatten kurz zuvor die Showturnerinnen der Akrolohnikas für Staunen auf dem Saal gesorgt. Kleine spontane Showeinlagen – auch das gehört dazu, wenn sich die besten Sportler aus dem Oldenburger Münsterland zum jährlichen Fest der Heimatsport-Familie versammeln.
Zum dritten Mal fand dieses Fest am Montagabend im Saal des Restaurants Waikiki in Cappeln statt – zum dritten Mal als gemeinsame Sportler-Ehrung der OM-Medien und der Kreissportbünde Cloppenburg und Vechta. Exakt 258 geladene Gäste folgten der Einladung – und erlebten einen festlichen Abend, der vor allem von der knisternden Spannung lebte. Nach und nach lüftete Moderator Carsten Boning das Ergebnis der Wahlen der OM-Medien-Sportredaktion, die in sechs Kategorien ihre Sportler des Jahres 2025 gekürt hatte.
Das Rennen machten Zweitliga-Fußballer Peter Remmert, Läuferin Lera Miller und Dinklages Handballer im Kreis Vechta sowie die Leichtathletinnen Lea Meyer und Talea Prepens, Basketballer Johann Grünloh und Fußball-Landesligist SV Bevern im Kreis Cloppenburg.
Doch so begehrt die Siegerpokale auch sind – das eigentliche Prinzip, das der Ehrung zugrunde liegt, ist, dass jeder und jede Nominierte die gleiche Aufmerksamkeit und den gleichen Applaus bekommt. Peter Remmert brachte das im Interview gut auf den Punkt: „Natürlich ehrt mich das“, sagte er zu seinem Wahlerfolg, „aber ich ehre auch die anderen Sportler, die das gleiche Lob verdient haben für ihre Leistungen.“
Für Roman Fress ist Platz zwei WM-Ansporn
Dabei sein – das ist bei der Sportler-Ehrung vielleicht nicht alles, aber doch das Wichtigste. „Das ist für uns schon eine Mordsehre, dass wir dabei sein durften“, sagte TVD-Handballtrainer Markus Gabler. Und Profiboxer Roman Fress präsentierte sich wie im und am Rande des Rings auch bei der OM-Sportlerehrung als wahrer Gentleman. Zwar verpasste er den Sieg nach 2024 (2. Platz) und 2025 (3.) als Zweiter erneut knapp, der Garreler gönnte dem Basketballer Johann Grünloh den CLP-Sieg aber von Herzen. „Um eine Chance auf Platz 1 zu haben, muss ich dieses Jahr wohl Weltmeister werden“, so der 31-Jährige mit einem Augenzwinkern.
Dass Grünloh nicht im „Waikiki“ sein konnte, lag auf der Hand. Schließlich wechselte der 20-Jährige aus Löningen-Schelmkappe im Sommer vom Bundesligisten Rasta Vechta in die US-College-Liga zu den Virginia Cavaliers. Über seine Eltern Doris und Reinhard, die in Cappeln den Siegerpokal entgegennahmen, ließ er aber ausrichten, dass er sich riesig freue. „Wir werden in ein paar Tagen zu Johann fliegen und ihn besuchen“, berichtete Grünlohs Mutter.
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Der Gehlenberger Frank Willenborg, absoluter Vorzeige-Schiedsrichter des Oldenburger Münsterlandes (u.a. 107 Bundesliga-Spiele), landete in dieser Kategorie auf dem dritten Platz. Am Podium sagte er mit einem Schmunzeln: „Das ist der erste Pokal, den ich gewinne.“ Dass Schiedsrichter nominiert würden, sei ja eher ungewöhnlich. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, bei dieser tollen Veranstaltung dabei zu sein.“
Bei den CLP-Frauen verkündete Carsten Boning im Rennen um den Titel „Sportlerin des Jahres“ ein kurioses Ergebnis: Weil die OM-Sportredaktion Lea Meyer und Talea Prepens bei ihrer Abstimmung jeweils 38 Punkte zusprach, gab es „Doppel-Gold“, wie Boning unter dem Applaus der Gäste sagte. Ein Novum in der Geschichte der Sportlerehrung, die im Kreis Vechta auf eine mehr als 30-jährige Tradition zurückblickt.
Die Abwesenden hatten gute Gründe
Dass die beiden Siegerinnen nicht in Cappeln waren, hatte wie bei Johann Grünloh gute Gründe. Lea Meyer, die für den VfL Löningen startet und in Köln lebt, meldete sich wegen eines Arzttermins am Dienstagmorgen ab. Per WhatsApp wünschte die 28-Jährige allen Beteiligten einen „tollen Abend“ und versprach, „dass ich mich dieses Jahr wieder anstrengen werde, um nächstes Jahr hoffentlich dabei zu sein“. Armin Beyer, Leichtathletik-Abteilungsleiter des VfL, nahm Lea Meyers Pokal entgegen.
Für Talea Prepens vom TV Cloppenburg steht in Italien in diesen Tagen derweil das größte Sporthighlight ihrer Karriere an – allerdings nicht in „ihrer“ Sportart, der Leichtathletik. In Cortina d’Ampezzo hat die 24-Jährige am Freitag und Samstag gemeinsam mit Pilotin Kim Kalicki Medaillenchancen im Zweier-Bob. Taleas Mutter Regine vertrat die Olympionikin im „Waikiki“ und blickte immer wieder mal aufs Handy, weil Kalicki zeitgleich im Mono-Bob startete.
Prominenter Gast in Cappeln: Der Gehlenberger Bundesliga-Schiedsrichter Frank Willenborg, Foto: Mentrup
Armin Beyer und seine Frau Antonia, ebenfalls Trainerin beim VfL Löningen, hatten am Montag gleich doppelt Grund zur Freude. Denn bei den VEC-Frauen ging der Siegerpokal an Lera Miller, die ebenfalls für den VfL startet. Die 18-Jährige aus Lutten sprach von einer „großen Ehre, denn hier sind so viele besondere Leistungen. Da ist das schon eine große Anerkennung“.
Am nächsten Wochenende startet die Mittelstrecklerin bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Sindelfingen. Eine Woche später steht dann die Aktiven-DM in Dortmund an.
Zu den Aktiven, die ihre Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen konnten, gehörte neben der Zweitplatzierten Vivien Endemann auch die Lohner Triathletin Lilly Overberg. Doch die 20-Jährige, Dritte bei den VEC-Frauen, hatte ihre Eltern Jutta und Ralf als Vertreter geschickt. Und die beiden hielten ihre Tochter in Bonn mit einem eigenen „Liveticker“ via WhatsApp auf dem Laufenden, inklusive Videos und einem Kuss-Foto aus der Fotobox. „Lilly ist überglücklich“, berichteten die beiden, die den Abend sichtlich genossen.
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