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Ein Dorf erobert die 2. Bundesliga

Der nächste Aufstieg ist perfekt: Die Tennisdamen des TV Visbek schlagen im Sommer 2021 in der 2. Liga Nord auf.

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Aufsteiger in die 2. Bundesliga Nord: TV Visbek. Von links Peter Bahlmann (2. Vorsitzender Finanzen), Julia Middendorf, Kapitänin Barbara Schneider, Marie-Charlot Lonnemann, Annelou Nab, Merle Herold, Shaline Pipa, Theresa Stukenborg, Lola Glantz, Hanna Fangmann, Iris Schwärter und Klubchef Jürgen Fangmann. Foto: Christian Becker

Aufsteiger in die 2. Bundesliga Nord: TV Visbek. Von links Peter Bahlmann (2. Vorsitzender Finanzen), Julia Middendorf, Kapitänin Barbara Schneider, Marie-Charlot Lonnemann, Annelou Nab, Merle Herold, Shaline Pipa, Theresa Stukenborg, Lola Glantz, Hanna Fangmann, Iris Schwärter und Klubchef Jürgen Fangmann. Foto: Christian Becker

Die offizielle Anfrage des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ist beantwortet, jetzt ist es amtlich: Die Damen des TV Visbek spielen im Sommer 2021 in der 2. Bundesliga Nord, der nächste Aufstieg ist perfekt. „Wir freuen uns riesig auf ein großes Abenteuer“, sagt Visbeks Teamkapitänin Barbara Schneider. Als Vizemeister der Regionalliga Nord-Ost bricht der Klub nun auf zu neuen Ufern. Peter Bahlmann aus dem Vorstand des TVV formuliert es so: „Ein Dorf macht sich auf in die 2. Bundesliga.“ Visbeks Höhenflug ist damit um ein weiteres Kapitel reicher: Mit Blick auf die Spielzeiten im Sommer ist es der vierte Aufstieg binnen fünf Jahren.

Zunächst gab es eine kurze Ungewissheit, ob das Aufstiegsrecht überhaupt vom Meister TC Blau-Weiß Berlin II, der nicht aufsteigen darf, auf den „Vize“ übertragen werden kann. Die Durchsicht der Regularien bestärkte die Visbeker Macher im Glauben, dass es mit der 2. Liga klappen könnte. Und dann kam die DTB-Mail mit der Frage, ob der TV Visbek aufsteigen möchte. „Wir haben gegenüber dem DTB bekräftigt, dass wir das wollen“, berichtet Bahlmann. Man wolle diese „vielleicht einmalige Chance“ wahrnehmen. Kurz danach kam dann auch schon die Einladung zur Liga-Sitzung am 10. Oktober. Dort wird auch über die Auf- und Abstiegsregelung im Sommer 2021 sowie über den Spielplan gesprochen.

Fakt ist bereits: Nach dem coronabedingten Ausfall der Zweitliga-Saison 2020 werden im kommenden Sommer neun Teams in der Nord-Staffel an den Start gehen. Visbek und der Regionalliga-West-Champion TP Versmold treffen dann auf sieben etablierte Zweitligisten – auf den DTV Hannover, den Club an der Alster Hamburg, den TC Blau-Weiß Berlin, den SSC Berlin, den TC Union Münster, den Bielefelder TTC sowie den RTHC Bayer Leverkusen. „Das sind echt starke Gegner. Ich hoffe sehr, dass wir konkurrenzfähig sind“, sagt Barbara Schneider und ergänzt: „Für fast alle ist das totales Neuland.“

Visbeks Aufstiegsteam bleibt komplett zusammen

Lediglich Shaline Pipa, die in der abgelaufenen Regionalliga-Serie eine makellose Bilanz mit drei Einzel- und drei Doppelsiegen hatte und in ihrer ersten TVV-Saison die Nummer zwei hinter Julia Middendorf war, bringt aus ihrer Zeit in Hannover Erst- und Zweitliga-Erfahrung mit. Barbara Schneider spielte unterdessen von 1992 bis 1999 für Hildesheim in der 1. Liga. „Das ist eine Ewigkeit her. Da waren die meisten aus unserem Team ja noch gar nicht geboren“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Das Visbeker Aufstiegsteam bleibt komplett zusammen. Barbara Schneider und Peter Bahlmann deuteten allerdings an, dass man sich vielleicht „punktuell verstärken“ wolle, um mithalten zu können. „Ich glaube schon, dass wir uns verstärken müssen, um die Liga halten zu können. Es ist aber noch offen, ob wir ein oder zwei Spielerinnen dazuholen. Wir gucken gerade, wer frei ist und zum Team passen würde“, sagt Barbara Schneider. Der Fokus des TV Visbek liegt aber nicht auf ausländischen Verstärkungen. „Wir wollen Leute aus der Gegend, aus der Region“, betont Peter Bahlmann und setzt dabei auch auf die Hilfe von Julia Middendorf und Shaline Pipa, die auf vielen Turnieren unterwegs sind: „Sie hören sich auch mal um.“

Dass der Aufstieg in die 2. Liga auch mit höheren Kosten verbunden ist, stellt für Bahlmann und Klubchef Jürgen Fangmann eine Herausforderung dar. Das Führungsduo ist aber zuversichtlich. „Dank unserer Sponsoren sind wir gut aufgestellt, für den Gesamtverein ist das keine Belastung“, so Bahlmann. Sehr gespannt ist er auf den Spielplan: „Es ist ja schon ein Unterschied, ob man zweimal nach Berlin und nach Leverkusen reisen muss und für alle eine Übernachtung braucht oder ob man nur nach Versmold und Hannover fährt.“ Grundsätzlich hält er fest: „Wir nehmen es, wie es kommt, und freuen uns sehr auf die Saison.“


Höhenflug des TV Visbek in den Sommer-Spielzeiten

  • 2016 Landesliga  1. Platz
  • 2017 Oberliga 1. Platz
  • 2018 Nordliga 5. Platz
  • 2019 Nordliga 1. Platz
  • 2020 Regionalliga 2. Platz

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