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Ein Blick in den Oyther Maschinenraum

Volleyball-Coach Ali Hobst nimmt nach dem Saisonende in der 2. Liga eine Einzelkritik seiner Spielerinnen vor.

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Drei, die vorangehen: Franka Poniewaz, Sina Albers und Dominika Zoltanska (von links) gehören zum Grundgerüst des Volleyball-Zweitligisten VfL Oythe. Foto: Schikora

Drei, die vorangehen: Franka Poniewaz, Sina Albers und Dominika Zoltanska (von links) gehören zum Grundgerüst des Volleyball-Zweitligisten VfL Oythe. Foto: Schikora

Man kann aus der aktuell allumfassenden und alles beherrschenden Krise auch einen Vorteil ziehen. Zumindest als Trainer des Volleyball-Zweitligisten VfL Oythe. Nach der vorzeitig beendeten Saison und dem Verbleib in der 2. Liga hat Ali Hobst nun mehr Zeit und Ruhe, um mit voller Konzentration die Planung der kommenden Spielzeit in Angriff zu nehmen. Und so eine Pause bietet noch etwas: Eine Gelegenheit für einen ausführlichen Rückblick. Wir haben VfL-Coach Ali Hobst gebeten, ein kurzes Statement zu den Saisonleistungen und Entwicklungen seiner einzelnen Spielerinnen abzugeben.

Paulina Brys (Kapitänin): Die 36-jährige „Grande Dame“ des VfL Oythe, wie Ali Hobst sie bezeichnet, kam vor der Saison aus dem Mutterschutz zurück und verabschiedet sich nun in Volleyball-Rente. Als Zuspielerin „hat sie ihre Erfahrung und Geduld eingebracht, was sehr gut für die Mannschaft war“, bilanziert Hobst: „Manchmal war es ein hartes Brot für sie“, aber vor allem die unerfahrenen Akteure hätten sich „was abgucken können“.

Sina Albers: Die etatmäßige Außenangreiferin zog sich kurz vor Schluss der letzten Saison einen Kreuzbandriss zu. Nach ihrer Rückkehr im Dezember 2019 agierte sie verstärkt auf der Liberaposition. Hobst: „Es war goldrichtig, auf Sina zu setzen. Sie ist durch ihren Fleiß und Ehrgeiz schnell zurückgekommen. Sina ist eine wertvolle Spielerin, auf dem Platz und daneben.“

Christine Aulenbrock: Als eine der dienstältesten Oytherinnen gab sie vor der Saison die Kapitänsbinde an Paulina Brys zurück – war aber in dieser Spielzeit Oythes stärkste Akteurin (siehe Übersicht). Fazit ihres Trainers: „Sie hatte es nicht immer einfach in dieser Saison, auch weil sie im Zweifel viel Verantwortung übernehmen muss. Aber das hat sie sehr gut bewerkstelligt.“

Dominika Zoltanska: Eine weitere Oyther Dauerbrennerin und ein wichtiges Standbein des Teams: „Sie ist unsere Maschine, die dauerhaft läuft und unkaputtbar ist. Das hat sie in dieser Saison gezeigt. Dominika kann natürlich immer noch dazu lernen und besser werden, aber bei ihr weiß man, was man bekommt“, sagt Ali Hobst.

Marian Mischo: Kam vor der Saison aus der Landesliga und spielte beim VfL auf Anhieb 2. Liga. Resümee von Hobst: „Sie hat für Furore gesorgt und eine bombastische Entwicklung hinter sich. Wenn das so weitergeht, wird man an ihr noch sehr viel Spaß haben – als Zuschauer, Trainer und Mitspieler.“

Franka Poniewaz: Wichtige Stütze des Teams, allerdings wie Sina Albers lange durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt. „Die Nachwehen der Verletzung merkt man manchmal noch, in gewissen Dingen fehlt noch die Dynamik. Hat aber trotz des Handicaps einige starke Spiele gemacht und ist auf einem sehr guten Weg zu alter Stärke“, bilanziert Ali Hobst.

Johanna Fragge: Kehrte vor der Saison mit Carina Mählmeyer vom TV Cloppenburg zum VfL Oythe zurück. Hobst: „Nach einer überragenden Vorbereitung fiel sie in ein kleines Loch, aus dem sie sich aber herausgekämpft hat. Wenn man sie gebraucht hat, war sie zuverlässig und hat einige starke Spiele auf der Liberaposition gezeigt.“

Carina Mählmeyer: Als zweiter Neuzugang vom TVC setzte VfL-Trainer Ali Hobst sie vermehrt auf Außen ein, obwohl sie zunächst als Libera eingeplant war. Er sagt: „Die Umstellung hat sich bewährt, da hat sie eine gute Rolle gespielt. Gelegentlich fehlt ihr aber noch die Konstanz.“

Maike Herzog: Ein Außenbandriss, den sich die Mittelblockerin ausgerechnet am Doppelspieltag in ihrer Heimat Berlin zuzog, warf sie etwas zurück. Aber: „Sie ist eine komplettere Volleyballerin geworden und das wird ihr zukünftig helfen“, sagt Hobst.

Anne Jansen: Die 21-Jährige hat sich im Saisonverlauf zunehmend in den Fokus gespielt. Das ist auch Trainer Ali Hobst nicht entgangen: „Anne hat eine tolle Entwicklung gemacht und ist menschlich und als Charakter sehr, sehr wertvoll.“ Und: Anne Jansen trug auch zum Oberliga-Titel der 2. Damen bei.

Mila Engelmann: „Tippitoppi“, sagt Ali Hobst zur 16-jährigen Perspektivspielerin. „Ich freue mich, dass sie ihre Chance genutzt und so einen Sprung gemacht hat.“ Ergatterte zwei MVP-Medaillen in Gold. Wie Anne Jansen auch Bestandteil des Meister-Teams in der Oberliga.

Jule Nuxoll: Machte von Verbandsligist BW Lohne in die 2. Liga zum VfL Oythe einen großen Sprung. Oythe-Coach Ali Hobst lobt auch ihre Entwicklung und freut sich darauf, mit der Nachwuchskraft (19 Jahre) „weiterzuarbeiten und ihre Entwicklung weiter zu begleiten“. Spielt ebenfalls bei der 2. Damen-Mannschaft mit.

Kelsey Collasius: Wie ihre Landsfrau Paulina Modestow vor der Saison in einem Volleyball-Camp entdeckt und aufgrund der Verwerfungen durch die Corona-Krise bereits in die USA zurückgekehrt. Ali Hobst resümiert: „Kelsey wurde mit zunehmender Dauer besser in Spielverständnis und Effektivität. Und ihre Aufschläge waren am Ende ja schon fast gefürchtet.“

Paulina Modestow: Nach einer gewissen Eingewöhnungs- und Findungsphase herrschte auf ihrer Position (Außenangriff) eine starke Konkurrenzsituation. Der habe sie sich aber gestellt und es „super gemacht“, sagt Hobst. Und: „Paulina und Kelsey waren überragende zwischenmenschliche Persönlichkeiten.“

Wichtig für den Coach: Das gesamte Funktionsteam und der Fanclub Oyther Pflege, für deren oft ehrenamtlichen Einsatz er sich noch mal explizit bedankt. Abschließend vermeldet Ali Hobst noch die Rückkehr von Emma Moorkamp (16), die zur nächsten Saison nach einem Auslandsaufenthalt wieder zum Team dazustößt. Hobst: „Darüber freue ich mich mega!“

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