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Die deutsche U-23-Elite erobert den Galgenberg

Beim Crossrennen in Vechta gab es hochklassigen Radsport zu sehen. Das Hauptrennen gewann ein 18-Jähriger. Aber auch die Fahrer der RSG Lohne-Vechta setzten Glanzlichter.

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Über 40, aber immer noch schnell: Das Masters-2-Feld mit (von rechts) Hannes Genze, Sebastian Hannöver und Benjamin Kuchta. Foto: Schikora

Über 40, aber immer noch schnell: Das Masters-2-Feld mit (von rechts) Hannes Genze, Sebastian Hannöver und Benjamin Kuchta. Foto: Schikora

Der Himmel über Vechta hatte sich verfinstert, der einsetzende Regen wurde heftiger, doch Hannes Degenkolb störte das nicht im Geringsten. Der 18-Jährige stand auf der höchsten Stufe des Siegerpodestes und strahlte über sein ganzes jungenhaftes Gesicht. Kein Wunder: Am kommenden Wochenende steigen in München die Deutschen Meisterschaften im Radcross. Und nach seiner Vorstellung beim Bundesliga-Rennen am Vechtaer Reiterwaldstadion reist der junge Sachse voller Selbstvertrauen in die bayrische Landeshauptstadt.

Mit einer beeindruckenden Leistung entschied der Zwölftklässler des Sportinternats Altenberg in Sachsen das Hauptrennen der Elite am Galgenberg für sich und feierte damit seinen ersten Sieg als U-23-Fahrer. „Es lief überraschend gut“, sagte der Fahrer des Teams Heizomat. Jetzt fiebert er dem Start in München entgegen, wo er in der U23 einen Podestplatz anstrebt, „gerne auch mehr“, wie er betonte.

Bei seinem ersten Start in Vechta fuhr der gelernte Mountainbiker zunächst in einer Vierer-Spitzengruppe und schüttelte dann im Laufe der 60 Minuten einen Rivalen nach dem anderen ab. Am Ende siegte er mit deutlichem Vorsprung vor Stevens-Fahrer Frederik Hähnel (Cottbus) und seinem Heizomat-Teamkollegen Fabian Eder. Mitfavorit Fynn Termin (Bremen/ Stevens) fiel nach einem Sturz aus der Führungsgruppe zurück und wurde Siebter.

„Wir hatten vielleicht nicht die besten deutschen Elitefahrer am Start, aber dafür die Top-Fahrer der U23, die auch um den deutschen Meistertitel fahren werden“RSG-Fahrer Sebastian Hannöver

Mit Ausnahme von Hähnel (26) gehörten die ersten neun im Klassement allesamt der U-23-Klasse an. „Wir hatten vielleicht nicht die besten deutschen Elitefahrer am Start, aber dafür die Top-Fahrer der U23, die auch um den deutschen Meistertitel fahren werden“, sagte Sebastian Hannöver von der gastgebenden RSG Lohne-Vechta.

RSG-Fahrer waren im Hauptrennen nicht am Start. Dafür sorgten sie in den Nebenklassen für Stimmung an der Strecke, vor allem in der Ü-40-Klasse Masters 2. Hier fuhren die Brüder Sebastian und Thomas Hannöver hinter dem souveränen Sieger Hannes Genze (Magstadt) auf die Plätze zwei und drei.

„Von der Platzierung her war das tip-top. Das hätten wir beide vorher blanko unterschrieben“, sagte Sebastian Hannöver, um dann ein „aber“ hinzuzufügen: „Ich habe mich an dem Tag nicht so gut gefühlt. Ich musste mir das richtig hart erarbeiten. Da hatte ich ein bisschen mehr Power erwartet.“

Schon in der zweiten Runde mussten die Hannövers den früheren Spitzen-Mountainbiker Genze ziehen lassen. Trotz eines Defekts in der letzten Runde brachte Genze 14 Sekunden Vorsprung auf Sebastian ins Ziel. „Der ist uns sofort enteilt. Das hat mir nicht so gut gefallen. Da wäre ich gerne noch länger drangeblieben“, sagte Hannöver. Er sieht den 41-Jährigen aber zusammen mit Sven Baumann (Grettstadt) auch als „absoluten Topfavoriten“ für die DM.

Auch der frühere Lohner Henning Jaecks, der seit langem in Bensheim lebt, ging in Vechta in der Masters 2 an den Start. Er wurde Zehnter unter 25 Fahrern. In der Masters 3 (Ü50) verpasste der zum ältesten Jahrgang gehörende RSG-Fahrer Lars van der Sloot aus Bremen als Vierter knapp das Podest. In der Ü-60-Klasse Masters 4 fuhr Peter Kessen auf Rang sechs.

Mittlerweile hat die RSG auch wieder einige Nachwuchsfahrer am Start. Ein starkes Rennen lieferte Sebastian Hannövers Sohn Matti ab. In der Lizenzklasse U15 fuhr der Lohner, der noch zum jüngeren Jahrgang gehört, in einem Feld mit 23 Startern auf den fünften Platz.

Einen Sieg gab es auch noch für die RSG – und zwar für den Lohner Karl Lehmann in der jüngsten Altersklasse U11. Die Youngster mussten nach dem Eliterennen als einzige im Regen fahren. „Dafür gab es bei der Siegerehrung einen schönen Regenbogen“, berichtete Sebastian Hannöver.

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