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Der deutsche Para Sport trauert um Dr. Karl Quade

Der Spitzenfunktionär aus Dinklage ist am 2. Weihnachtstag im Alter von 71 Jahren verstorben. Der „Mr. Paralympics“ hinterlässt eine gewaltige Lücke.

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Dr. Karl Quade, hier im September 2024 bei den Paralympics in Paris. Foto: dpa/Stratenschulte

Dr. Karl Quade, hier im September 2024 bei den Paralympics in Paris. Foto: dpa/Stratenschulte

Er war das Gesicht und das Herz der Paralympischen Bewegung in Deutschland: Spitzenfunktionär Dr. Karl Quade aus Dinklage ist am 2. Weihnachtstag im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Das teilte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) am Sonntag mit. „Dem Para Sport fehlt damit nicht nur ein außergewöhnlicher Funktionär, sondern ein Gestalter mit Herzblut, ein engagierter Zeitzeuge und ein Mensch, der den paralympischen Gedanken wie kaum ein anderer verkörperte“, so der DBS.

Präsident Hans-Jörg Michels betonte: „Der Tod von Dr. Karl Quade trifft uns alle schwer. Mit ihm verlieren wir einen leidenschaftlichen Impulsgeber und einen überzeugten Träger des paralympischen Gedankens.“ Quade sei „ein ausgewiesener Fachmann mit einem außergewöhnlichen Wissensspektrum“ gewesen, so Michels, „dabei immer authentisch, herzlich und sympathisch“.

15 Mal bei Paralympischen Spielen dabei

Quade, der am 6. Dezember 1954 in Essen mit einer angeborenen Fußdysmelie zur Welt gekommen war, nahm 1984 erstmals an Paralympics teil. In New York gewann er Silber mit dem deutschen Standvolleyball-Team, 1988 in Seoul folgte Gold. In New York lernte er seine spätere Ehefrau Petra Quade (geb. Buddelmeyer) aus Dinklage kennen. Das Paar hat zwei Kinder. 1996 in Atlanta fungierte Karl Quade erstmals als „Chef de Mission“ für das deutsche Paralympics-Team. Ein Amt, das er bis 2024 in Paris insgesamt 15 Mal innehatte.

Quade war seit 1995 auch DBS-Vizepräsident, er fungierte zudem als Sportdirektor des Europäischen Paralympischen Komitees (1997 bis 2003). Der frühere stellvertretende Direktor des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und spätere Referatsleiter der Abteilung Sport im Bundesinnenministerium erhielt 2008 das Bundesverdienstkreuz. „Dr. Karl Quade war weit mehr als ein Funktionär – als Gesicht und mit Herz hat er die Paralympische Bewegung in Deutschland maßgeblich mitgestaltet. Sein Tod erschüttert mich tief“, sagte DBS-Ehrenpräsident Friedhelm Julius Beucher.

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