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„Das Trainingsverbot ist sehr ungerecht“

Die Löningerin Sina Albers ist Mannschaftsführerin beim Volleyball-Zweitligisten VfL Oythe. Die Corona-Pandemie macht dem jungen Team schwer zu schaffen.

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Mit vollem Einsatz und Ehrgeiz: Sina Albers möchte mit dem VfL Oythe den Widrigkeiten trotzen und den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord schaffen. Foto: Schikora

Mit vollem Einsatz und Ehrgeiz: Sina Albers möchte mit dem VfL Oythe den Widrigkeiten trotzen und den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord schaffen. Foto: Schikora

Den Volleyballfrauen des VfL Oythe bleibt in dieser Saison nichts erspart. Nach einem ordentlichen Aderlass im Sommer schickt Trainer Ali Hobst eine sehr junge Mannschaft ins Rennen der 2. Bundesliga. Mannschaftsführerin Sina Albers, aus Löningen stammend und über Jahre beim TV Cloppenburg aktiv, ist mit ihren gerade einmal 28 Lenzen die Zweitälteste im Team.

„Es ist das Ziel des Vereines, verstärkt auf Nachwuchstalente zu setzen und Spielerinnen aus der Region zu fördern. Als ich 2018 zum VfL gekommen bin, war ich eine von nur drei Deutschen im Team. Nun haben wir gar keine ausländische Spielerin mehr bei uns“, sagt Albers.

Als wäre der Umbruch für das Zweitliga-Urgestein nicht schon schwer genug gewesen, tut die Coronapandemie ihr Übriges, um den VfL-Frauen das Leben schwer zu machen. Zwar stuft die Volleyballbundesliga (VBL) die Teams der 1. und 2.Liga als Profis ein, aber da der Landkreis Vechta – ebenso wie der Kreis Cloppenburg – sämtliche Hallen gesperrt hat, fällt das gemeinsame Training seit Wochen flach. Gleichwohl bestreitet der VfL seine Spiele. Bislang ist nur die Partie beim VC Allbau Essen abgesagt worden, am vorigen Sonntag war Sina Albers mit ihrer Mannschaft beim Eimsbütteler TV in Hamburg zu Gast. Nach zweieinhalbwöchiger Trainingspause lieferte Oythe dem Aufsteiger, in dessen Reihen mit Nina Deepen auch eine ehemalige Cloppenburgerin steht, zwar einen großen Kampf, hatte aber nach zweieinviertel Stunden Spielzeit im Tiebreak mit 14:16 das Nachsehen. Nichts war es mit dem zweiten Saisonsieg.Der eine Punkt ist nur schwacher Trost – nach acht von 26 geplanten Spielen stehen erst vier Zähler auf dem Konto. Die reichen nur für den vorletzten Platz in der Tabelle.

Es dürfte noch dauern, bis die Hallen geöffnet werden

„Wir wollten mit dem Spiel auch ein Statement setzen“, sagt Albers. „Die Hamburgerinnen haben uns großen Respekt gezollt, dass wir gespielt haben, obwohl wir zweieinhalb Wochen keinen Ball mehr in der Hand gehabt hatten. Und auch von vielen anderen Seiten haben wir anerkennende Reaktionen bekommen. Ich hoffe nur, dass wir bald wieder normal trainieren dürfen.“ Angesichts der auf hohem Niveau stagnierenden Infektionszahlen dürfte es indes noch dauern, bis die Hallen wieder geöffnet werden.

„Ich finde das Trainingsverbot sehr ungerecht“, sagt Sina Albers, die zum zweiten Schulhalbjahr ein Referendariat in Vechta antreten wird und bis dahin an der Löninger Gutenbergschule als angestellte Lehrerin arbeitet. „Emlichheim liegt auch in Niedersachsen, aber dort sind die Hallen nicht geschlossen. Union kann also normal trainieren, wir aber dürfen nicht. Dabei haben wir ein herausragendes Hygienekonzept, das wir auch ganz streng eingehalten haben und auch weiter einhalten würden – wenn man uns wieder trainieren lassen würde.“

"Der Wille und die Mentalität sind da"Sina Albers

So misslich die Situation aktuell auch ist, findet es Sina Albers trotzdem wichtig, dass sie mit ihrem Team die Spiele bestreiten kann. „So bleiben wir zumindest im Wettkampfmodus, auch wenn das Training natürlich an allen Ecken und Enden fehlt. Gerade im Volleyball ist die Abstimmung wichtig – und die holen wir uns nicht im Kraftraum oder beim Laufen durch den Wald.“

Befürchtet die Mannschaftsführerin denn, dass der VfL den Klassenerhalt verpasst? „Nein, wir müssen noch nicht vom Abstieg reden. Ja, wir hatten einige schwache Spiele dabei, auch auch einige sehr gute, in denen uns letztlich nur ein Quäntchen Glück gefehlt hat, um zu gewinnen. Wie etwa beim 2:3 gegen Köln oder jetzt am Sonntag in Hamburg. Aber der Wille und die Mentalität im Team sind auf alle Fälle da. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir die nötigen Punkte noch holen.

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