Das sagt der neue Rasta-Coach Christian Held zur Personalplanung und zum U-20-Sommer
Der neue Trainer von Vechtas Basketballern spricht über seine Aufgabe bei der Junioren-EM und die danach anstehende Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison.
Den Rasta-Dome kennt er bereits: Rastas neuer Coach Christian Held, hier als Trainer der Rostock Seawolves in Vechta. Foto: nph/Kokenge
Es ist sehr ruhig an der Pariser Straße – zumindest nach außen hin. Hinter den Kulissen wird bei Rasta Vechta aber eifrig am Kader für die neue Saison in der 1. Basketball-Bundesliga gebastelt. Was ist bisher passiert? Johann Grünloh wechselt in die USA ans College, Joel Aminu hat sich für Bonn entschieden, Ryan Schwiegers Vertrag wurde aufgelöst, Lloyd Pandi hat verlängert, Lars Thiemann kommt aus Bonn zu Rasta – und Philipp Herkenhoff kehrt nach vier Jahren in Ulm als Meister 2023 und Vizemeister 2025 nach Vechta zurück, die offizielle Bestätigung dürfte nach dem Ende der Finalserie in Kürze folgen.
Und sonst? Rastas neuer Cheftrainer Christian Held, der die Nachfolge von Martin Schiller angetreten hat und in diesem Sommer die deutsche U-20-Nationalmannschaft betreut, hat sich vor der Abreise zum EM-Vorbereitungsturnier im italienischen Domegge di Cadore im OM-Medien-Gespräch zu einigen Themen geäußert. Der Trainer, der Anfang Juli 37 Jahre alt wird, spricht über …
… den Umzug in die alte Heimat: Christian Held, der von 2003 bis 2016 in Oldenburg gelebt hat, und seine Frau, die aus Oldenburg stammt, wohnen mit ihren zwei Kindern nach wie vor in Rostock. „Unser Umzug ist noch nicht vonstattengegangen, das kommt noch“, sagt der ehemalige Seawolves-Coach (2020 bis 2024). Die Erklärung ist relativ einfach: Die beiden Söhne, neun und sieben Jahre alt, machen das Schuljahr an einer Grundschule in Rostock noch zu Ende. Erster Ferientag in Mecklenburg-Vorpommern ist der 28. Juli.
… seinen Fahrplan mit der deutschen U-20-Nationalmannschaft: Einen Lehrgang in Göttingen und zwei Länderspiele in Frankreich hat die U20 des DBB bereits absolviert. Am Donnerstag reiste die Held-Crew zu einem Turnier nach Italien, in Domegge di Cadore gibt’s bis Sonntag drei Spiele gegen Rumänien, Griechenland und Italien. „Das sind die letzten Tests vor der EM“, erklärt Held. Vor der U-20-EM in Heraklion/Griechenland (12. bis 20. Juli) sind noch Lehrgänge in Bonn (eine Woche) und Kienbaum (drei Tage) geplant. Dem U-20-Kader von Held gehören auch Roy Krupnikas, Linus Trettin (beide Rasta), Karl Bühner (von Vechta nach Paderborn) sowie die Ex-Rastaner Joshua Bonga (Fresno State University) und Martin Kalu (Braunschweig) an.
Er spielt unter Held bei der U-20-EM für Deutschland: Rastas Roy Krupnikas (rechts), hier gegen Gießens Kyle Anthony Castlin. Auch sein Teamkollege Linus Trettin ist beim Turnier in Griechenland dabei, Foto: Neddermann
… seine Doppelbelastung mit der U-20-Nationalmannschaft und der Kaderplanung für Rasta: „Das ist kein Problem, das Pensum ist absolut machbar, sonst hätte ich es auch nicht gemacht“, sagt Held. Er sei täglich mit Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele in Kontakt: „Meistens sogar mehrfach.“ Held erklärt noch: „Der Sommer ist gut gefüllt, es macht aber viel Spaß. Und ich hatte ja auch lange genug frei.“
… die Kaderplanung bei Rasta: „Keine Sorge, wir sind sehr aktiv und führen gerade sehr viele Gespräche“, erklärt Held und ergänzt: „Die Dinge haben sich bislang noch nicht so gefügt. Aber das ist überhaupt kein Problem. Wir sind sehr gewissenhaft und wir gehen jetzt nicht irgendwelche Kompromisse ein, nur um irgendetwas zu machen.“
… den Eindruck, dass diverse BBL-Teams bei ihrer Kaderzusammenstellung schon weiter sind: „Das mag vielleicht so sein“, sagt Held, „aber es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um nervös zu werden.“ Er selbst sei sehr gelassen. „Man muss immer auf sich gucken und darauf, die optimalen Schritte für sich zu finden.“
… die bislang fehlende Gewissheit für Rasta bei der Frage „Fiba Europe Cup – ja oder nein?“ „Natürlich hat das Einfluss auf unsere Gespräche“, betont Held: „Spieler und Agenten fragen, ob wir in der nächsten Saison international spielen. Das können wir gerade noch nicht beantworten, und wir können es auch nicht beeinflussen. Und es macht überhaupt keinen Sinn, sich täglich verrückt zu machen.“
… die aktuelle Abwanderungswelle von deutschen Talenten in Richtung US-College und die Auswirkungen auf den hiesigen Markt: „Mit Blick auf die deutschen Spieler war es noch nie einfach, und es ist sicher nicht einfacher geworden. Aber der Markt verändert sich immer, von Jahr zu Jahr. Das ist normal“, so Held.
Von Deutschland ans US-College: Johann Grünloh steht sinnbildlich für die akute Abwanderungswelle von heimischen Talenten in die Staaten. Foto: Becker
… den Vorbereitungsplan: Der Fahrplan für den August und den September steht zu 99,9 Prozent, für die Präsentation aller Termine fehlen nur noch ein, zwei Details. Klar ist: Anfang August geht’s los mit dem Training.
… die Frage „Trainingslager in Spanien wie 2023 unter Ty Harrelson oder nur Training in Vechta wie 2024 unter Martin Schiller?“ Held spricht von einem „Zwischending“, man werde im September die Teilnahme an einem Vorbereitungsturnier in Belgien für einen etwas längeren Trip nutzen. Also eine Art „Teambuilding mit Wettbewerb“.