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Comeback eines früheren Klasse-Keepers?

Der 44 Jahre alte Thomas Wegmann ist beim Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg eigentlich Torwarttrainer. Nun besteht sogar die Mini-Chance auf einen Einsatz im Pokal-Halbfinale gegen den SV Meppen.

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Starker Torwart: Thomas Wegmann (rechts) spielte viele Jahre lang für seinen Heimatklub BV Cloppenburg und gegen Ende der Karriere noch beim TuS Emstekerfeld (links Sascha Thale). Foto: Wulfers

Starker Torwart: Thomas Wegmann (rechts) spielte viele Jahre lang für seinen Heimatklub BV Cloppenburg und gegen Ende der Karriere noch beim TuS Emstekerfeld (links Sascha Thale). Foto: Wulfers

Während die ganze Welt seit mehr als einem Jahr vom Coronavirus spricht, hat sich Thomas Wegmann lange vorher einen „Erreger“ der etwas anderen Art eingefangen. „Ich habe mich mit dem Laufvirus infiziert“, sagt der 44 Jahre alte Cloppenburger und lächelt. Fast täglich spult Wegmann fleißig seine Kilometer ab, pro Woche kommt er so auf 40 bis 50. Daher verwundert es nicht, dass er körperlich in einer blendenden Verfassung ist. Zwar hat Wegmann seine bemerkenswerte Fußballkarriere bereits vor fast sechs Jahren beim TuS Emstekerfeld beendet, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er am kommenden Dienstag ein überraschendes Comeback feiern wird – im Trikot des VfB Oldenburg, wo er eigentlich Torwarttrainer ist. Weil dort derzeit jedoch mehrere „Fänger“ angeschlagen bzw. verletzt sind, könnte Thomas Wegmann im Niedersachsenpokal-Halbfinale gegen den SV Meppen auf der Bank sitzen. Es besteht sogar die Mini-Chance auf einen Einsatz von Anfang an.

Wegmann hofft allerdings, dass er gegen den Drittligisten aus dem Emsland seine übliche Rolle an der Seite von Chef-Coach Dario Fossi und Co-Trainer Daniel Isailovic einnehmen wird. „Ich fühle mich zwar grundsätzlich topfit, aber die für einen Torwart spezifischen Bewegungsabläufe fehlen mir natürlich nach der langen Zeit“, sagt er. Wegmanns Wunsch nach einem ruhigen Pokalabend dürfte sich erfüllen, denn zumindest einer der drei angeschlagenen 
VfB-Keeper – Dominik Kiesel – stand am Dienstagabend beim 
3:2-Testspielsieg gegen den 
FC Oberneuland wieder im Gehäuse des Regionalligisten.

Beim Traditionsklub aus Oldenburg, zu dem er im Sommer 2019 gewechselt war, fühlt er sich pudelwohl. „Einige Leute aus dem Umfeld kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit Anfang der 2000er Jahre. Der VfB hat noch immer einen klangvollen Namen und außergewöhnliche Fans, ich habe das Angebot gerne angenommen.“ Wegmann kann sich daher gut vorstellen, auch über das Saisonende hinaus bei den Huntestädtern zu bleiben.

Torwarttrainer beim VfB: Thomas Wegmann bei Übungen mit zwei Oldenburger Keepern. Foto: VfB OldenburgTorwarttrainer beim VfB: Thomas Wegmann bei Übungen mit zwei Oldenburger Keepern. Foto: VfB Oldenburg

Zwar platzte am Dienstag der Drittliga-Traum der Oldenburger, weil der Norddeutsche Fußballverband den TSV Havelse in die Relegationspartien mit dem Vertreter aus Bayern schickt (siehe auch Meldung rechts), im Pokal könnte der VfB aber noch das ganz große Los Ziel ziehen. Sollte der VfB gegen Meppen und anschließend auch noch das Finale gewinnen, zöge er in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals ein. „Gegen Meppen sind wir natürlich klarer Außenseiter. Sie sind im Rhythmus und wir haben seit November 2020 nur ein Pflichtspiel, im Pokal gegen Jeddeloh, absolviert“, sagt Thomas Wegmann.

Aber auch der frühere Klasse-Keeper weiß: Der Pokal hat seine ganz eigenen Gesetze. Folgendes – wenn auch ziemlich unwahrscheinliches – Szenario: Wegmann feiert sein Comeback, der VfB rettet sich ins Elfmeterschießen und zieht dank mehrere Paraden des Cloppenburgers ins Endspiel ein.


Zur Person:

  • Heimatverein von Thomas Wegmann ist der mittlerweile insolvente BV Cloppenburg. Während seiner gesamten Juniorenzeit trug der Keeper das BVC-Trikot und spielte auch im Männerbereich viele Jahre lang für den Klub von der Friesoyther Straße. "In den zwei Jahrzehnten sind mir vor allem die vielen Leute, die ich dort kennengelernt habe, ans Herz gewachsen. Daher macht mich die Entwicklung sehr traurig."
  • Wegmann, der auch für den TuS Bersenbrück, Preußen Münster, den VfL und den VfB Oldenburg auflief, spielte gegen Ende seiner Karriere noch einige Zeit für den TuS Emstekerfeld.
  • Als Co- und insbesondere als Torwarttrainer arbeitete er zunächst beim TuS, später beim BVC und seit Sommer 2019 beim Regionalligisten VfB Oldenburg.
  • Der 44-Jährige lebt mit seiner Frau Tina und seinen beiden Kindern Greta (12) und Till (9) in Cloppenburg.

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