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BW Lohne will im DFB-Pokal das Unmögliche möglich machen

1. Runde gegen Augsburg am Sonntag: Die Lohner Startelf nimmt Konturen an. Derweil hoffen die Blau-Weißen auf 4500 Zuschauer. Trainer Henning Rießelmann hat einen genauen Matchplan.

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Gedanken sortieren: Lohnes Trainer Henning Rießelmann (vorne) und sein Team stehen vor ihrem bislang größten Spiel. Foto: F. Wenzel

Gedanken sortieren: Lohnes Trainer Henning Rießelmann (vorne) und sein Team stehen vor ihrem bislang größten Spiel. Foto: F. Wenzel

Alles ist organisiert und alle sind bereit für den vorläufigen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte: BW Lohne empfängt am Sonntag um 15.30 Uhr im Heinz-Dettmer-Stadion den Fußball-Bundesligisten FC Augsburg zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal. BWL hofft auf rund 4500 Zuschauer.

Lohnes Trainer Henning Rießelmann sagt: „Wir glauben an unsere Minimalchance.“ Die Spieler hätten „richtig Lust“. Und: „Wir wollen es besser machen als gegen Schalke.“ Gegen Augsburgs Bundesliga-Rivalen hatte es Anfang Juli im Testspiel eine 0:7-Niederlage gegeben.

Natürlich herrscht in der Lohner Mannschaft auch Anspannung. Bis auf die Verletzten Thorsten Tönnies, Jonas Burke und Leonard Bredol sind alle Spieler fit. Wer in der Startelf bzw. im 20er-Pokalkader steht, war am Freitag noch nicht ganz klar. Aber alle gesunden Akteure werden am Sonntag zumindest auf der Bank sitzen. Thorsten Tönnies, der nach einem Kreuzbandriss in einigen Wochen sein Comeback anpeilt, ist der einzige Lohner mit DFB-Pokalerfahrung. Vor knapp vier Jahren spielte er mit dem SSV Jeddeloh in der 1. Runde gegen Zweitligist 1. FC Heidenheim und schoss beim 2:5 sogar ein Tor.

Gastgeber wollen vorne zu dritt anlaufen

Ein Treffer gegen Augsburg – das wäre für seine BWL-Teamkollegen schon viel, auch wenn Henning Rießelmann sagt: „Ein 0:2 wäre mir lieber als ein 1:7.“ Die Lohner wollen mit einem 3-4-3 beginnen, der FC Augsburg dürfte ebenfalls so spielen. Die Gastgeber sollen also vorne zu dritt anlaufen. Wer diese drei Offensivpositionen übernehmen wird, wollte Henning Rießelmann nach dem Abschlusstraining am Freitagabend final entscheiden.

Die acht anderen Positionen sind dagegen vergeben (siehe „Fakten“) – ausschließlich an Spieler, die schon in der vergangenen Saison im Kader standen. Bei knappen Personalentscheidungen haben diese Akteure für das Highlight-Spiel einen Bonus gegenüber den Neuzugängen, weil erst mit ihren Leistungen in der Vorsaison dieses Spiel möglich gemacht wurde. Diese Form von Wertschätzung ist auch Rießelmanns Intention für die Startelf.

So ist das etwa bei Torwart Christoph Bollmann, der nach einer überragenden Saison und als Sieggarant im NFV-Pokalfinale nun trotz einer Fingerverletzung spielen wird; er konnte problemlos trainieren. Denkbar ist, dass die Startformation komplett mit „Bestandsspielern“ bestückt wird. Für die drei vorderen Positionen sind Rilind Neziri, Aaron Goldmann, Phil Sarrasch, Christopher Schepp und Neuzugang Marek Janssen (Zerrung auskuriert) Kandidaten.

Der BWL-Coach weiß um ein Problem

Rießelmann zu einer Grundvoraussetzung: „Wir brauchen Speed.“ Der Plan: Die Augsburger Offensivspieler werden Mann gegen Mann in Empfang genommen, bei Ballgewinn muss es dann schnell und passsicher nach vorne gehen. Der BWL-Trainer weiß um ein Problem seines Teams: „Bei Ballverlust sind wir schnell mal unsortiert.“ Da lauert also Gefahr.

Die Lohner denken am Sonntag in Etappen: Zunächst sollen die ersten 20 Minuten ohne Gegentor überstanden werden, danach der Rest bis zur Halbzeit. Anschließend könnten Offensivwechsel neue Impulse setzen; fünf Spieler dürfen eingewechselt werden.

Stadt Lohne gibt kleine Motivationshilfe

Soviel zur Theorie. Wahrscheinlicher ist, dass es früher oder später im Lohner Tor klingelt, und dann muss es geordnet weitergehen. Rießelmann ist realistisch genug, um für BW Lohne die Rolle als krasser Außenseiter anzunehmen. Aber, so seine Überlegung, vielleicht gebe es ja in den DFB-Pokalpartien vorher die eine oder andere Überraschung, was die Gesamtlage beeinflussen könnte. Er sagt: „Wir werden auf jeden Fall versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.“

Von der Stadt Lohne gab es noch eine kleine Motivationshilfe. Am Mittwoch erhielt das Team von Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet die Goldene Stadtmedaille für die Leistungen in der letzten Saison. Und Ralph-Uwe Schaffert, Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes, sprach in einem Grußwort von einer „bemerkenswerten Erfolgsgeschichte“ der Lohner. Vielleicht gelinge es, „dem Bundesligisten ein Bein zu stellen“.

BW Lohne dankt derweil allen Helfern, die in den letzten Wochen im Stadion und anderswo mitgeholfen haben, dass die Partie in diesem vom DFB zum großen Teil vorgegebenen Rahmen durchgezogen werden kann. Am Sonntag wollen es alle zusammen genießen.


Fakten zum DFB-Pokal-Spiel in Lohne

  • Spieltermin: Sonntag (31. Juli), 15.30 Uhr.
  • Fernsehen: Sky: Live im Einzelspiel oder als Konferenz. ARD: 22.05 bis 23.20 Uhr Pokal-Zusammenfassung.
  • Verkehr: Einbahnstraßenregelung ab Kreisel Südring in Richtung Innenstadt. Parkplätze am Schützenplatz und auf der anderen Seite der Steinfelder Straße. Fahrradparkplatz an der Habelschwerdter Straße.
  • Verpflegung: Fünf Imbiss- und sieben Getränkestände.
  • Tickets: Gut 3500 Karten sind bisher im Vorverkauf weggegangen. Am Spieltag sind drei Kassen geöffnet. 800 Stehplatzkarten werden dort noch zur Verfügung stehen. Stadion-Einlass ist 
ab 14.00 Uhr.
  • Mögliche Aufstellung BW Lohne: Bollmann - Düker, Beermann, Oevermann - Wengerowski, Heskamp, Bürkle, Westerhoff - Sarrasch, Goldmann, Neziri.
  • Mögliche Aufstellung FC Augsburg: Gikiewicz - M. Bauer, Gouweleeuw, Uduokhai - Caligiuri, Maier, Gruezo, Iago - Hahn, F. Jensen, Demirovic.

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