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Boxen: Armend Xhoxhaj entreißt Roman Fress den Interconti-Gürtel

Der Garreler verlor in Magdeburg erstmals einen Profikampf. Anstatt seine technische und körperliche Überlegenheit auszuspielen, ließ er sich auf eine "Schlägerei" mit dem Albaner ein.

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Packendes Duell: Der Garreler Roman Fress (rechts) und der Albaner Armend Xhoxhaj, der in Nürnberg lebt, boten den knapp 2000 Zuschauern auf der Magdeburger Seebühne einen tollen Kampf. Foto: Team SES/P. Gercke

Packendes Duell: Der Garreler Roman Fress (rechts) und der Albaner Armend Xhoxhaj, der in Nürnberg lebt, boten den knapp 2000 Zuschauern auf der Magdeburger Seebühne einen tollen Kampf. Foto: Team SES/P. Gercke

Als Ringrichter Frank-Michael Maaß am Samstag um kurz vor Mitternacht den rechten Arm des Albaners Armend Xhoxhaj in die Höhe reckte und der linke von Roman Fress unten blieb, war klar: Der Boxer aus Garrel würde den Ring nach zuvor 15 Siegen erstmals in seiner Profikarriere als Verlierer verlassen. Auf der Seebühne in Magdeburg wollte Fress seinen WBO-Intercontinental-Titel eigentlich zum zweiten Mal verteidigen, doch der Cruisergewichtler musste sich Xhoxhaj vor knapp 2000 Zuschauern nach einem engen Duell über 10 Runden mit 1:2-Richterstimmen (92:98, 94:96, 96:94) geschlagen geben.

Im Gespräch mit OM-Online zeigte sich der 28 Jahre alte Roman Fress am Sonntagmittag enttäuscht: „Weil ich verloren habe, aber noch mehr, weil ich meine Linie – meinen Boxstil – nicht durchgesetzt habe.“ Damit meinte der gebürtige Kasache, dass er sich zu sehr auf die von Armend Xhoxhaj erhoffte „Schlägerei“ eingelassen hatte, anstatt seine technische und körperliche Überlegenheit aus der Distanz auszuspielen. „Aber daraus werde ich lernen und noch stärker zurückkommen. Es wird auf jeden Fall ein Re-Match geben und dann werde ich mir den Gürtel zurückholen.“ Wann der Rückkampf stattfinden wird, steht allerdings noch nicht fest.

Nach einer guten ersten Runde des favorisierten Fress, die knapp an ihn ging, wurde der in Nürnberg wohnhafte Armend Xhoxhaj in den folgenden Durchgängen deutlich aktiver und landete immer wieder empfindliche Treffer.

Der entscheidende Moment: Während Roman Fress enttäuscht zu Boden blickt, jubeln Armend Xhoxhaj und sein Anhang. Foto: Team SESP. GerkeDer entscheidende Moment: Während Roman Fress enttäuscht zu Boden blickt, jubeln Armend Xhoxhaj und sein Anhang. Foto: Team SES/P. Gerke

Die enorm dicke Beule über dem rechten Auge, die sich Fress in Runde 3 zugezogen hatte, resultierte allerdings aus einem Zusammenstoß mit dem Kopf seines Gegner. „Die Stelle hat sehr gebrannt, aber mein Cutman hat das schnell und gut in den Griff bekommen.“

Dennoch hatte Roman Fress weiterhin große Probleme mit dem druckvollen und explosiven Albaner und musste sich immer wieder auf Aktionen in der der Halb- und Nahdistanz einlassen. Trotz seiner größeren Reichweite – Fress ist 1,91 Meter groß, Xhoxhaj 1,87 Meter – gelang es dem Garreler zu selten, seinen Kontrahenten vom eigenen Körper wegzuhalten.

Im zweiten Teil des über 10 Runden angesetzten Duells änderte sich wenig. Der Kampf war weiter hochklassig und enorm spannend. Als der letzte Gongschlag ertönte, jubelten beide Boxer. Letztlich entschieden sich die Punktrichter aber für den Herausforderer, der mit seinem Anhang den Sieg feierte.

Roman Fress zeigte sich als echter Sportsmann und fairer Verlierer: „Armend war mein bislang stärkster Gegner, er hat verdient gewonnen“, so Fress. Dennoch war der 28-Jährige mit dem Verlauf des Abends nicht komplett unzufrieden. „Die Seebühne hat gewackelt. Ich habe gemerkt, dass ich durch die Niederlage keine Fans verloren habe – im Gegenteil, es sind einige Unterstützer dazugekommen.“ In den kommenden Tagen wird sich Roman Fress erst einmal zu Hause in Garrel bei seiner Familie erholen. „Ich bin froh, sie bei mir zu haben, sie werden mich aufbauen.“

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