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Bei Rasta Vechta schrillen die Alarmglocken

Trainer Derrick Allen steht nach vier Niederlagen unter Druck - und Klubchef Stefan Niemeyer sagt: „Das ist die bislang größte Krise, die der Klub zu meistern hat.“

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Unter Druck: Rastas Coach Derrick Allen, hier im Spiel gegen Kirchheim. Foto: Schikora

Unter Druck: Rastas Coach Derrick Allen, hier im Spiel gegen Kirchheim. Foto: Schikora

Vier Spiele, vier Niederlagen, letzter Platz – für die Basketballer von Rasta Vechta ist der Saisonstart in der 2. Bundesliga ProA komplett in die Hose gegangen. An der Pariser Straße schrillen die Alarmglocken. „Das ist die bislang größte Krise, die der Klub zu meistern hat“, sagte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer am Montag, zwei Tage nach dem 83:96 gegen das bisherige Schlusslicht Kirchheim Knights. Die ersten Wochen der fünften ProA-Saison seien „absolut enttäuschend“ gewesen.

Auf die Frage, ob Derrick Allen um seinen Job als Coach bangen muss, sagte Niemeyer: „Wir gucken uns das genau an.“ Eine Jobgarantie hört sich anders an. Niemeyer erwartet, dass in den nächsten Partien in Paderborn und gegen Nürnberg „Fortschritte zu erkennen sind“. Ob das als Ultimatum für Allen zu verstehen sei, ließ Niemeyer offen. Nur so viel: „Wir haben eine kritische Phase und nicht ewig Zeit. Wir können uns das nicht lange angucken.“ Auf die Frage, ob das eine Lehre aus der Vorsaison sei, als Allens Vorgänger Thomas Päch erst nach 21 Niederlagen in 25 Spielen entlassen wurde, sagte Niemeyer nur: „Ja.“ Klar ist: Auch 14/15, als Stephen Arigbabu nach dem 19. ProA-Spieltag gehen musste, sowie in der BBL-Serie 16/17, als Andreas Wagner nach der 19. Pleite im 20. Spiel entlassen wurde, war das Kind bereits in den Brunnen gefallen, als der Coach gewechselt wurde.

Niemeyer hofft, dass das Team unter Allens Regie die Kurve bekommt. „Wir haben uns in der letzten Saison ja ganz bewusst für Derrick entschieden – auch im Wissen darum, dass er ein Rookie als Trainer ist“, so Niemeyer. Es sei inzwischen aber auch kein Geheimnis, dass bei der Kaderplanung „zwei Fehler auf entscheidenden Positionen“ gemacht wurden, so Niemeyer: „Derrick sieht das ja auch so.“

„Es ist schwerer als gedacht, die Leute wieder in die Halle zurückzuholen“Rastas Klubchef Stefan Niemeyer.

Auf den beiden Königspositionen Point Guard und Center holte Allen mit Carlos Medlock und Devin Searcy zwei alte Bekannte zurück. Medlock lief von Beginn an seiner alten Form nur hinterher, Searcy hat große Knieprobleme. Für den verletzten Medlock wurde in James Washington bereits Ersatz geholt, für die großen Positionen wird Ähnliches bald folgen, wie Niemeyer anmerkte. In einem Internetforum kursiert bereits der Name eines weiteren Bekannten: Tyrone Nash (18 BBL-Spiele für Rasta in 2018/19). Vom Klub gab's dazu keine Infos.

Fakt ist dagegen: Nicht nur das Saisonziel (Top 4 in der Hauptrunde) ist früh in Gefahr, auch die zahlende Kundschaft reagiert auf die Krise – mit Pfiffen oder mit Abwesenheit. Für die letzten zwei Heimspiele hatte Rasta 2617 bzw. 2648 Karten verkauft, es waren aber weniger Fans im Dome. Die exakten Zuschauerzahlen behält der Klub für sich. Zwischen den Zeilen deutete Niemeyer aber an, dass wohl nur gut 2000 Fans in der Halle waren. Und dass 100 Dauerkarten von Fans und Sponsoren gekündigt wurden, ist auch eine neue Erfahrung. „Es ist schwerer als gedacht, die Leute wieder in die Halle zurückzuholen“, sagt Niemeyer. Er gibt sich keinen Illusionen hin: „Bis wir wieder einen Run auf Tickets wie vor Corona haben, wird noch viel Zeit vergehen. In erster Linie brauchen wir sportlichen Erfolg.“

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