Die Lila-Weißen sind zurück in der 2. Fußball-Bundesliga. Weil RW Essen einen „heftigen Systemabsturz“ erlebte, durfte der Spitzenreiter jubeln - und das im Bus. Das sagen Timo Schultz und Joe Enochs.
Lila-weiße Glückseligkeit: Die Fans des VfL Osnabrück, hier beim letzten Heimspiel gegen Verl, feiern den Aufstieg in die 2. Liga. Foto: dpa/Ebener
„Eine Busfahrt, die ist lustig. Eine Busfahrt, die ist schön“ – der Schlager passte am Samstagnachmittag perfekt zu den Fußballern des VfL Osnabrück. Denn: Der Spitzenreiter der 3. Liga ist auf der Anreise zum Sonntagsspiel beim SV Wehen Wiesbaden vorzeitig und bereits zum achten Mal in seiner Vereinshistorie in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Auslöser der lila-weißen Glückseligkeit auf der Autobahn war eine 1:6-Pleite von Verfolger RW Essen beim VfB Stuttgart II. Osnabrücks Team um Bernd Riesselmann, Luc Ihorst und Theo Janotta ist nicht mehr von einem direkten Aufstiegsplatz zu verdrängen.
Der Klub postete Videos, wie die VfL-Crew die Stuttgarter Tore zum 4:0 und 5:0 feierte, gefolgt von einer Tanzeinlage im Eingangsbereich des Hotels in Wiesbaden. Osnabrück kehrt nach zwei Jahren Abstinenz in die 2. Bundesliga zurück. Vor allem in der Rückrunde hatte die Mannschaft von Trainer Timo Schultz dominiert, mit 13 Siegen in 16 Spielen wurde die große Konkurrenz im Aufstiegsrennen distanziert.
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„Wir werden es heute Abend angemessen krachen lassen“, sagte Coach Schultz am Samstagnachmittag im VfL-TV-Interview vor dem Teamhotel: „Die Jungs werde ich nicht mehr einfangen können.“ Der Aufstieg habe sich in den letzten Wochen und Monaten angedeutet, „so gut wie wir waren“, meinte Schultz: „Das kommt jetzt nicht wie Kai aus der Kiste. Wir sind die ganze Zeit auf Platz eins gewesen - und das ist die Qualität der Mannschaft.“ Vor der Saison sei damit sicher nicht zu rechnen gewesen, aber irgendwann habe man gemerkt, „dass wir schwer zu schlagen sind“. Der Punkteschnitt nach der Winterpause sei „brutal“, so Schultz. Sein Fazit: „Wir sind verdient aufgestiegen.“
Gute Laune beim Aufstiegscoach: Timo Schultz. Foto: dpa
„Es ist komisch, nicht auf dem Platz aufzusteigen. Aber wir freuen uns extrem, wir haben alles verfolgt heute“, sagte Osnabrücks Direktor Fußball Joe Enochs nach der Ankunft im Teamhotel in Wiesbaden. „Es fühlt sich komisch an, wir haben auch nicht damit gerechnet“, ergänzte der Technische Direktor Daniel Latkowski. Der Aufstieg sei für den VfL Osnabrück „unheimlich wichtig“. Vor anderthalb Jahren sei der Klub „am Abgrund“ gewesen. „Was dann passiert ist, ist schon krass“, so Latkowski weiter. „Wir haben jetzt viel Arbeit vor uns“, ergänzte Enochs mit Blick auf die Planungen für die 2. Liga. „Aber heute werden wir es erst mal genießen“, meinte Latkowski.
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Essen erlebte derweil beim VfB Stuttgart II einen schwarzen Tag. Nicolas Sessa (24./45.+1), Jeremy Arevalo (56./78./82.) und Mohamed Sankoh (61.) trafen für Stuttgart, Jaka Cuber Potocnik sorgte mit dem 1:6 nur noch für Ergebniskosmetik (90.+3). Essens Coach Uwe Koschinat haderte: „Warum wir einen heftigen Systemabsturz hatten, warum einzelne Spieler nach klaren Lösungen auf der Suche sind – das sind Fragen, die ich jetzt noch nicht beantworten kann.“ Und er ergänzte noch: „Wenn ich eine Erklärung hätte, hätte ich das auch im Spiel justieren können. Es gibt im Fußball Situationen, die man verarbeiten muss und auf die man nicht sofort eine Antwort hat."