Auf nach Berlin! Rasta Vechta stürmt in die Playoffs
Mit einem 111:83-Sieg gegen die Gladiators Trier löste der Basketball-Bundesligist das Ticket für das Viertelfinale gegen Alba Berlin. Hier gibt's den großen Spielbericht.
Packendes Duell in den Play-Ins: Rastas Tevin Brown (links) jagt Triers Wirbelwind Jordan Roland. Foto: Becker
Rasta Vechta steht zum dritten Mal nach 2019 und 2024 in den Playoffs der 1. Basketball-Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Christian Held setzte sich am Dienstagabend im Play-Ins-Spiel gegen die Gladiators Trier dank eines überragenden Schlussviertels mit 111:83 (47:41) durch und löste damit das Ticket für das Viertelfinale gegen Alba Berlin. Die Best-of-5-Serie gegen den Tabellenzweiten der Hauptrunde beginnt am Sonntag (17. Mai, 18.30 Uhr) in Berlin.
Überragender Akteur gegen Trier war Malik Parsons mit 24 Punkten, drei Rebounds, zwei Assists und drei Blocks. Neben Parsons punkteten auch noch TJ Bamba (19), Alonzo Verge (18), Tevin Brown (17) und Tommy Kuhse (10) zweistellig. Verge verbuchte zudem zehn Assists. Vor 2946 Zuschauern im nicht ausverkauften Rasta-Dome zog Vechta im letzten Viertel vor allem in der Defense an. In Summe kam Rasta auf zwölf Steals. Trier trifft am Donnerstag (14. Mai, 18.30 Uhr) im letzten Play-Ins-Spiel auf die Rostock Seawolves, der Sieger bekommt es dann im Viertelfinale mit dem FC Bayern München zu tun.
Die letzten Infos vor dem Spiel
Die Duelle in der Hauptrunde: Das Hinspiel am 2. November 2025 in Trier verlor Rasta mit 87:96. Jordan Roland, kürzlich zum besten Offensivspieler der Liga gekürt, führte die Gastgeber mit 26 Punkten an. Auch Rastas Guard Alonzo Verge kam auf 26 Punkte. Im Rückspiel am 11. April in Vechta feuerten dann beide Teams aus allen Rohren - und am Ende feierte Rasta einen historischen 123:97-Sieg. 123 Punkte - so viele Punkte hatte Rasta noch nie in einem BBL-Spiel gemacht. Tevin Brown (21), Tommy Kuhse (20), TJ Bamba, Verge (je 17), Malik Parsons (16) und Lars Thiemann punkteten damals zweistellig. Topscorer bei Trier war erneut Roland (28). „Wir waren etwas überrascht, dass Vechta versucht hat, unser Tempo mitzugehen, das macht kaum ein anderes Team in der Bundesliga“, sagte Triers Coach Jacques Schneider zu Wochenbeginn beim Rückblick auf den Auftritt in Vechta.
Besuch aus der Heimat: Rastas Kanadier Lloyd Pandi mit seiner Großmutter vor dem Spiel. Foto: Becker
Das Knistern im Vorfeld: Vechta werde mit allen Mitteln versuchen, „uns das Leben schwer zu machen - wie man auch an unseren Trainingszeiten sieht, die wir von ihnen bekommen haben“, sagte Schneider im Vorschau-Interview mit der Trierer Zeitung „Volksfreund“. Und weiter: „Wir trainieren am Montag um 20.00 Uhr und am Dienstag um 10.00 Uhr. Aber wir lassen uns dadurch nicht verunsichern. Wir wissen, was wir können und werden selbstbewusst auftreten.“
Die Botschaften im Vorfeld: Beide Teams stellten den Start der Postseason unter ein Motto. „Don't count us out", heißt es bei Rasta. Also: „Schreibt uns noch nicht ab!“ Und das Motto der Gladiators lautet: „Schauen wir mal, was wird.“ Ein Slogan, der in der Fanszene an der Mosel für kontroverse Diskussionen sorgte.
Die Euphorie an der Mosel: Erstmals seit 2004 geht für ein Trierer BBL-Team die Saison nach dem letzten Hauptrunden-Spieltag weiter. Entsprechend groß ist die Begeisterung beim Aufsteiger - und das seit Monaten. Die 17 Heimspiele in Trier sahen im Schnitt 5351 Zuschauer, damit liegt Trier im Zuschauer-Ranking auf Platz sechs hinter Alba Berlin (8616), den Telekom Baskets Bonn (6471), Bayern München (6452), den EWE Baskets Oldenburg (6256) und Ratiopharm Ulm (5584). Zum Auswärtsspiel in Vechta reisten rund 90 Gladiators-Fans an - eine starke Zahl für ein 20.30-Uhr-Spiel an einem Dienstag.
Zwei Center, die sich sehr schätzen: Rastas Tibor Pleiß (rechts) und Triers Maik Zirbes vor der Partie. Die beiden EuroLeague-Routiniers (Pleiß machte 344 Spiele in der Königsklasse, Zirbes kommt auf 110 Partien) standen sich am Dienstagabend erstmals seit dem 29. Februar 2012 in einem BBL-Spiel gegenüber. Foto: Becker
Die Rasta-Reaktionen nach der Hauptrunde: Klubchef Stefan Niemeyer, Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele und Coach Christian Held äußerten sich nach dem Sieg in Heidelberg am Sonntag zu diversen Themen. Mehr dazu gibt's hier.
Das erste Play-Ins-Spiel des Abends: Bereits um 18.30 Uhr standen sich die Rostock Seawolves als Tabellenneunter der Hauptrunde und die MHP Riesen Ludwigsburg als Zehnter der regulären Saison gegenüber. Rostock, am vergangenen Freitag 90:78-Sieger in Vechta, setzte sich deutlich mit 91:71 (42:38) durch und wahrte damit die Chance auf eine Playoff-Teilnahme. Für Ludwigsburg ist die Saison beendet. Ein 25:9 im dritten Viertel gab den Aufschlag für die Seawolves, die ihren besten Scorer abermals in D'Shawn Schwartz hatten. Vier Tage nach seiner 39-Punkte-Gala in Vechta kam der Flügelspieler auf 24 Punkte (u.a. 5/7 Dreier).
Play-Ins und Playoffs
Play-Ins, Spiel 1: Rostock Seawolves - MHP Riesen Ludwigsburg 91:71
Play-Ins, Spiel 2: Rasta Vechta - Gladiators Trier 111:83
Play-Ins, Spiel 3: Gladiators Trier - Rostock Seawolves (Donnerstag, 14. Mai, 18.30 Uhr)
Playoffs, Viertelfinale (best of 5, 1. Spieltag am 16./17. Mai): Bamberg Baskets - Ratiopharm Ulm, Telekom Baskets Bonn - Würzburg Baskets, Alba Berlin - Rasta Vechta, Bayern München - Sieger Play-Ins Spiel 3
Der Spielverlauf
Das 1. Viertel: Rasta hatte zunächst große Probleme in der Offense, die ersten sechs Angriffe waren allesamt erfolglos. Die Folge: ein früher 0:8-Rückstand. Rasta fand danach etwas besser ins Spiel, lief dem Rückstand aber weiter hinterher (6:14, 14:18). Nach dem ersten Viertel - und einem späten Tip-In von Philipp Herkenhoff - stand es dann 18:22.
Das 2. Viertel: Angeführt von Malik Parsons, der die ersten sieben Rasta-Punkte des zweiten Viertels machte, robbte sich Rasta ran - und beim 27:27 hatten die Gastgeber den ersten Ausgleich der Partie geschafft, gefolgt von den ersten Führungen (31:29, 34:31). Jetzt war's ein echtes Auf und Ab, und beide Trainer versuchten, den Rhythmus des Gegners mit einer schnellen Auszeit zu unterbrechen. Rastas Coach Christian Held nahm seine erste Timeout beim 36:37. Und die Worte fielen offenbar auf fruchtbaren Boden: Mit einem starken Finish erkämpfte sich Rasta eine 47:41-Führung zur Pause. Diese Führung hätte sogar noch höher ausfallen können, denn Rasta leistete sich im zweiten Abschnitt vier Ballverluste in aussichtsreichen Fastbreak-Situationen.
Klein gegen Groß: Rastas Guard Malik Parsons (links) gegen Triers Center Marten Linßen. Foto: Becker
Die Statistik zur Pause: Drei Spieler hatten zur Pause zweistellig gepunktet - und alle drei kamen von Rasta Vechta. Malik Parsons führte das Trio mit 13 Punkten an, gefolgt von TJ Bamba und Alonzo Verge (je 11). Bei den Dreier-Quoten hatten beide Teams noch Luft nach oben (Rasta 3/11, Trier 3/10). Bei den Rebounds lag Rasta zurück (18:21), bei den Assists (10:5) und Steals (7:3) sah es besser aus. Und: Malik Parsons hatte zur Pause bereits drei Blocks auf dem Konto.
Das 3. Viertel: Nach einem Dreier von Lloyd Pandi zum 50:41 verbuchte Rasta seine bislang größte Führung des Abends, gefolgt von einer 0:7-Serie zum 50:48. So schnell kann's gehen. Und es ging rasant weiter, ein toller Schlagabtausch mit enormer Intensität. Rasta behielt seine Führungen (57:52, 64:56, 64:62, 69:62), aber Trier ließ nicht locker. Beim 74:64 war der Vorsprung dann erstmals zweistellig. Kurz danach ging Rasta mit einem 76:67 ins Schlussviertel.
Das 4. Viertel: Noch zehn Minuten Vollgas bis zum Playoff-Viertelfinale gegen Alba Berlin! Das war das Motto auf dem Feld und auf den Rängen. Und die Umsetzung? Triers Steven Ashworth eröffnete den Schlussabschnitt mit einem super Dreier, ehe Rasta einen kleinen Zwischenspurt zum 85:72 hinlegte. Noch knapp sieben Minuten, Auszeit Trier. Rasta erhöhte danach noch auf 88:72 (in Summe ein 10:0-Lauf), ehe Trier mit zwei schnellen Korberfolgen antwortete. Nur noch 88:77, Auszeit Rasta. Die Antwort: ein überragender 17:0-Lauf zum 105:77. Knapp zwei Minuten vor der Schlusssirene stimmten die Rasta-Fans einen Fußball-Klassiker an: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Für das letzte Highlight sorgte dann Kapitän Joschka Ferner, der bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause einen Dreier zum 110:81 traf.
Einer zieht zum Korb, einer bleibt dran: Triers Steven Ashworth (links) gegen Rastas Lloyd Pandi. Foto: Becker
Rasta Vechta - Gladiators Trier 111:83
Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (24), TJ Bamba (19), Luc van Slooten (2), Joschka Ferner (3), Tevin Brown (17), Alonzo Verge (18), Tommy Kuhse (10), Philipp Herkenhoff (2), Linus Trettin (0), Lars Thiemann (4), Tibor Pleiß (7), Lloyd Pandi (5).
Punkte Gladiators Trier: Steven Ashworth (10), Clay Guillozet (10), Behnam Yakhchali (11), Marco Hollersbacher (6), Marten Linßen (10), Jordan Roland (13), Urald King (4), Evans Rapieque (0), Nolan Adekunle (15), JJ Mann (0), Maik Zirbes (4), George King (0).
Halbzeit: 47:41
Viertel: 18:22, 29:19, 29:26, 35:16
Zuschauer: 2946
Der Ausblick: Die Viertelfinalserie gegen Alba Berlin beginnt für Rasta mit zwei Auswärtsspielen am Sonntag (17. Mai, 18.30 Uhr) und Dienstag (19. Mai, 18.30 Uhr). Das erste Heimspiel findet am 22. Mai (Freitag, 18.30 Uhr) statt.
Der Kartenverkauf: Tickets für das Viertelfinal-Heimspiel gegen Alba Berlin gehen am Mittwoch (13. Mai) um 10.00 Uhr in den Verkauf. Die Dauerkarten-Besitzer haben ihren Platz sicher, die Abbuchung erfolgt nach der Saison.