Die sportliche Rivalität blitzte immer mal wieder in kleinen Momenten auf. Ein Beispiel: Dass seine Ehefrau aus Altenoythe komme, sei „schlimm genug“, sagte Dennis Bley mit einem breiten Grinsen. Die Frotzelei des Trainers des SV Thüle blieb nicht die einzige an diesem Abend. Sein Kollege beim großen Konkurrenten aus Altenoythe, Andreas Bartels, der neben Bley auf der Bühne stand, hatte ein paar Minuten zuvor das Derby gegen Hansa Friesoythe zum für ihn bedeutungsvolleren Duell innerhalb der Stadtgrenzen ernannt. Die Trainer nahmen die kleinen Spitzen mit Humor. Auch Mario Neumann, der als Coach des VfL Oythe das Bezirksliga-Spitzentrio komplettierte, lachte mit, auch wenn er sich mit Rivalitätsgelüsten zurückhielt, zum Beispiel bei jenen zum Oyther Stadtkonkurrenten SFN Vechta.
Der 4. „OM-Medien Sport-Talk“ mit den Trainern der „Glorreichen Sieben“ der Fußball-Bezirksliga hielt vieles bereit: sachliche Analysen zum aktuellen Geschehen, Prognosen zur mittelfristigen Zukunft, aber auch lockere Einlassungen, die für einige Lacher bei den 75 Gästen im OM-Medienhaus in Emstek sorgten. Und eine brandheiße Transfernachricht bekamen die Zuschauer auch serviert. Eingeladen waren neben den oben erwähnten Top-3-Coaches auch die Trainer Simon Wulf (RW Damme), Artur Zimmermann (SV Holdorf), Steffen Boning (TuS Lutten) sowie Nicolas Hofmann, der als Co-Trainer von Hansa Friesoythe seinen „Chef“ Malte Müller vertrat.
Wulf und Zimmermann standen sich Sonntag noch gegenüber
Das Verfolger-Quartett wurde von OM-Medien-Sportchef Carsten Boning, dem Moderator des Abends, auch zuerst auf die Bühne geholt. Wulf und Zimmermann standen sich erst am Sonntag als Konkurrenten gegenüber, nun lieferten sie ihre Eindrücke zum Dammer 3:1-Sieg. Der sei „Balsam für die Seele gewesen“, verriet Wulf. Die zuvor erlittenen vier Niederlagen am Stück hätten Spuren hinterlassen.
Für einen ernsthaften Titelaspiranten habe er sein Team aber nie gehalten, sagte Wulf: „Das wurde so auch nie kommuniziert.“ Es dauere auch noch ein bisschen, bis die junge Mannschaft ihr gesamtes Potenzial entfalten könne. Wenngleich er anmerkte: „Wir müssen die Lehren daraus ziehen, dass wir so abgestürzt sind.“
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Foto: Mentrup
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Artur Zimmermann, der in der Winterpause beim SV Holdorf übernahm, äußerte sich zunächst über die anhaltende Gegentorflut: „Das wollten wir verbessern, aber das haben wir noch nicht hingekriegt.“ Die mangelnde Stabilität sah er als das Detail an, das dem HSV noch zum Titelkandidaten fehlt. Zimmermanns Empfehlung: „Trainieren, trainieren, trainieren.“ Der 41-Jährige sprach auch über den gleichaltrigen Paul Kosenkow, der seinen Trainer von einem Comeback auf dem Rasen überzeugen möchte. „Das ist sein Wunsch“, sagte Zimmermann, wiegelte aber ab: „Die Zeit ist vorbei.“
Ein Engagement als Frauen-Trainer kann er sich hingegen vorstellen. „Wenn das Angebot stimmt“, schmunzelte der Steinfelder, dessen Tochter Catelyn Zimmermann bei den U-17-Juniorinnen von Werder Bremen spielt. Etwas ernsthafter schob Artur Zimmermann hinterher: „Vielleicht ergibt sich das ja mal. Ich habe auch gehört, dass Frauen-Teams manchmal noch gieriger sind als die Männer.“
Top 5 muss für Lutten keine Eintagsfliege sein
Steffen Boning, der vor seinem Einstand im Winter als Herren-Trainer beim TuS Lutten neun Jahre lang die Damen-Mannschaft coachte, versicherte: „Die Ansprache bei den Männern ist genauso wie bei den Damen. Meiner Meinung nach kommt es darauf an, wie ehrgeizig die Truppe ist.“ Anders als seine Nebenmänner auf der Bühne durfte Steffen Boning über eine Saison oberhalb der Erwartungen sprechen. In den ersten Spielen im neuen Jahr sei man aber „auf den Boden der Realität zurückgeholt worden“. Zuletzt ging es für den TuS jedoch wieder aufwärts. Und ganz ambitionslos ist man in Lutten nicht: Es sei schon drin, „jedes Jahr mit dieser Truppe 50 Punkte zu holen“, so Steffen Boning. Die Top 5 müssten also keine Eintagsfliege sein.
Für einige Lacher bei den Zuschauern und seinen Trainerkollegen sorgte Friesoythes „Co“ Nicolas Hofmann. Auf Carsten Bonings Frage, ob es aus Altenoythe eigentlich eine Reaktion auf Hansas 4:3-Sieg beim SVA-Titelkonkurrenten VfL Oythe gegeben habe, antwortete er: „Bedankt hat sich heute Abend noch keiner.“ Um ernst zu ergänzen: „Das muss aber auch niemand. Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Man darf gespannt sein, wie sich Friesoythe in den beiden noch ausstehenden Duellen gegen den SV Altenoythe schlagen wird.
Hofmann räumte ein, dass es alles andere als schön sei, „dass wir in der Tabelle zurzeit hinter Altenoythe und Thüle stehen“, es seien aber ja noch einige Partien zu spielen. Perspektivisch strebe Hansa die Rückkehr in die Landesliga an. Ob 2027, wenn der CLP-Klub sein 100-jähriges Bestehen feiert, nicht ein guter Zeitpunkt für den Aufstieg sei, warf Boning in den Raum. „Ich hätte nichts dagegen“, meinte Hofmann. Danach gaben alle vier Coaches ihren Meister-Tipp ab: Zimmermann und Hofmann setzten auf Oythe, Wulf und Steffen Boning tippten auf Altenoythe. Nach einer Pause gehörte den Coaches des Bezirksliga-Top-Trios die Bühne.
Dort standen mit Dennis Bley und Andreas Bartels zwei Trainer nebeneinander, die sich mit ihren Teams kürzlich ein packendes CLP-Duell geliefert hatten. „Es war ein geiles Derby, das sich durch unseren späten 2:2-Ausgleich wie ein Sieg angefühlt hat“, so SVA-Coach Bartels. Angesprochen auf die boomenden Zuschauerzahlen im Kreis Cloppenburg – das Spiel Altenoythe gegen Thüle sahen 1000 Fans –, freute er sich über die „super coole Werbung für die Region und für die Liga“. Angst vor dem dritten zweiten Platz in Folge hat Bartels übrigens nicht, er gab aber zu: „Ewiger Vize klingt scheiße.“
In Thüle hängen die Trauben derweil nicht so hoch wie in Altenoythe und Oythe.„Wir stehen zwar zu Recht auf Platz drei, was den Aufstieg angeht, haben wir aber null Druck“, sagte Dennis Bley. Nach dem bitteren Remis gegen Altenoythe und der 1:2-Niederlage in Osterfeine sei der Meisterschaftszug nun ohnehin so gut wie abgefahren. „Ich glaube, in Thüle fordert niemand den Aufstieg.“ Um Topspiele wie gegen Oythe (0:2, 1:2) und Altenoythe (1:2, 2:2) zu gewinnen, würden nur ein paar Prozente fehlen. Bley sagte im OM-Medien-Haus, dass sein Team gut aufgestellt sei für die Zukunft. „Aus dem aktuellen Kader wird uns nur Jannik Dellwisch (zum TV Dinklage) verlassen.“
Zweimal steht Visbek im Fokus
Überraschenderweise hatte RW Visbek einen mehrfachen Cameo-Auftritt. Oythes Coach Mario Neumann wurde gefragt, ob seinem Team das gleiche Schicksal drohe wie Altenoythe und Thüle, und zwar auf dem Visbeker Nebenplatz spielen zu müssen. „Wenn sie uns dorthin schicken, dann ist das halt so“, sagte Neumann trocken. Um Tipps einzuholen, würde er sich eventuell bei Bartels und Bley melden. „Ob sie mir auch die Infos geben, ist die andere Frage“, scherzte Neumann.
Und dann stand Visbek noch einmal im Blickpunkt. Carsten Boning entlockte Neumann einen Neuzugang: Keeper Finn Feldhaus wechselt von RWV zum VfL. „Finn wird zu uns stoßen“, bestätigte der Trainer. Den Titeldruck wollte sich Neumann allerdings nicht aufbürden lassen, auch wenn er festhielt: „Wir würden uns nicht dagegen wehren.“ Nach dem tiefen Fall in den letzten Jahren sei erst mal eine gewisse Demut angesagt, und das trotz der schmucken neuen Anlage auf dem Oyther Berg.