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Als Steffen Bury zum „Bayern-Schreck“ wurde

In der Serie „Mein schönster Sportmoment“ erinnert sich der Ex-Fußballer (u. a. BV Cloppenburg und SV Altenoythe) an ein Spiel gegen die FCB-Reserve. Im Trikot von Darmstadt 98 traf er einst dreifach.

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Erfolgreiche Jahre: Von 2010 bis 2015 war Steffen Bury (links) beim Bezirksligisten SV Altenoythe. Zunächst als Spielertrainer und später nur noch als Coach an der Seitenlinie. Foto: Archiv

Erfolgreiche Jahre: Von 2010 bis 2015 war Steffen Bury (links) beim Bezirksligisten SV Altenoythe. Zunächst als Spielertrainer und später nur noch als Coach an der Seitenlinie. Foto: Archiv

Während seiner langen Fußballkarriere hat Steffen Bury jede Menge erlebt. Er schoss etliche Tore, feierte viele Siege und durfte gleich fünfmal am Ende einer Saison über einen Aufstieg jubeln: Mit Darmstadt 98, dem SV Wilhelmshaven und BV Cloppenburg schaffte er jeweils den Sprung in die Regionalliga, mit dem Bahlinger SC in die Oberliga und mit Austria Lustenau stieg Bury Mitte der 90er Jahre sogar in die 1. Liga Österreichs auf. Doch als der 44-Jährige nach seinen „schönsten Sportmoment“ gefragt wird, erinnert er sich spontan an eine „normale“ Partie im August 1999. In der Regionalliga Süd hatten die Darmstädter im altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor am ersten Spieltag die Zweitvertretung des glorreichen FC Bayern München zu Gast. Die „Roten“ gingen vor 4000 Fans durch Patrick Würll in Führung (33.), ehe vier Minuten später die Bury-Show begann: Der wieselflinke Stürmer glich aus, drehte die Begegnung noch vor der Pause mit Treffer Nummer zwei (41.) und krönte seine überragende Vorstellung kurz vor Schluss mit dem Tor zum 3:1-Endstand (83.). „Damals hat einfach alles gepasst. Das war sicher eines der besten Spiele meiner Laufbahn.“

Zwar war Steffen Bury als kleiner Junge zu einem Anhänger des Hamburger SV geworden, im Laufe der Jahre wuchs seine Sympathie für den FCB aber stetig. Insofern war das Duell definitiv etwas besonders. Natürlich auch, weil beim Gegner mit 
Owen Hargreaves, David Jarolim oder Daniel Bierofka junge Fußballer spielten, die gerade ihrer bemerkenswerten Profikarrieren starteten.

Doch auch dieses Trio konnte Steffen Bury, der damals 22 Jahre alt war, nicht stoppen. Nachdem er die Bayern quasi im Alleingang erledigt hatte, durfte er sich drei Minuten vor Schluss seinen verdienten Sonderapplaus abholen. Die Lilien-Fans feierten Bury bei seiner Auswechslung frenetisch.

Knapp zwei Jahre BVC: Steffen Bury (rechts) trainierte die Mannschaft in der Regionalliga und in der Oberliga. Foto: ArchivKnapp zwei Jahre BVC: Steffen Bury (rechts) trainierte die Mannschaft in der Regionalliga und in der Oberliga. Foto: Archiv

Dass ihm die Reserve des deutschen Rekordmeisters ganz offensichtlich lag, hatte sich bereits zwei Spielzeiten zuvor angedeutet, als er noch in Diensten des KSV Hessen Kassel stand. Mit seinem Doppelpack sorgte Steffen Bury im September 1997 dafür, dass die Nordhessen am 10. Spieltag den ersten Auswärtssieg feierten. „Damals haben wir ihnen das Oktoberfest vermiest“, sagt er.

Jene Partie ist jedoch nicht das letzte Kapitel der Beziehung Bayern München/Steffen Bury. Denn nur knapp drei Monate nach seiner Gala mit Darmstadt 98 traf Bury erneut gegen den FC Bayern – diesmal im Trikot des FSV Frankfurt, zu dem er früh in der Saison 1999/2000 gewechselt war. Diesmal musste er sich mit seinem Team in München zwar mit 2:5 geschlagen geben aber einer der beiden FSV-Torschützen war: natürlich Steffen Bury. „Gegen Bayern in drei Spielen sechs Tore zu erzielen, ist nicht die schlechteste Bilanz“, sagt Bury mit einem Augenzwinkern.

Kein Wunder, dass eine Zeitung bereits vor seinem Wechsel nach Frankfurt getitelt hatte: „Alles klar! FSV hat den Bayern-Schreck“.


Fakten: 

  • Steffen Bury wurde am 
2. Juni 1976 in Freiburg (Breisgau) geboren.
  • Beim SC Freiburg begann er als Junge seine Fußballkarriere. In der Folge trug der Offensivspieler das Trikot des Bahlinger SC, von Austria Lustenau (Österreich), Hessen Kassel, Borussia Fulda, Darmstadt 98, 
FSV Frankfurt, First Vienna FC (Österreich), Preußen Münster und SV Wilhelmshaven, bevor er 2008 zum BV Cloppenburg kam. Beim BVC wurde er ein Jahr später Spielertrainer der Landesliga-Reserve.
  • 2010 wechselte er zum Bezirksligisten SV Altenoythe. Im November 2015 löste Bury seinen Vertrag beim SVA auf und wurde Coach des BV Cloppenburg in der Regionalliga und später in der Oberliga. Danach war der heute 
44-Jährige noch für die Landesliga-Männer des TV Dinklage und die A-Junioren des JFV Cloppenburg verantwortlich. Zur neuen Saison übernimmt er den Fußball-Landesligisten Sparta Werlte.
  • Steffen Bury lebt mit seiner Frau Melanie und seinen beiden Kindern Rocco und Mia in Varrelbusch.

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