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96:93 - Tommy Kuhse führt Rasta zum Sieg gegen Bamberg

Der Spielmacher drehte im Schlussviertel richtig auf. 16 seiner 19 Punkte machte der Point Guard in der entscheidenden Phase und hatte damit großen Anteil am Coup gegen den Pokalsieger.

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Der überragende Mann im Schlussviertel: Rastas Tommy Kuhse führte sein Team zum Sieg gegen Bamberg. Foto: Becker

Der überragende Mann im Schlussviertel: Rastas Tommy Kuhse führte sein Team zum Sieg gegen Bamberg. Foto: Becker

Die Basketballer von Rasta Vechta haben den Höhenflug von Pokalsieger Bamberg Baskets beendet. Der heimische Bundesligist setzte sich am Donnerstagabend gegen den Tabellendritten aus Oberfranken mit 96:93 (50:38) durch. Für die Bamberger war's die erste Niederlage nach zuvor acht Pflichtspielsiegen in Serie. Rasta schlug mit dem Sieg gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Man vergrößerte den Vorsprung auf die Gefahrenzone und wahrte zugleich seine Chancen auf die Play-Ins. Überragender Akteur bei Rasta war Tommy Kuhse, der 16 seiner 19 Punkte im Schlussviertel machte. Kurzum: Als Vechta strauchelte, war der Point Guard zur Stelle. Topscorer beim Sieger war Tevin Brown mit 22 Punkten.


Ein Ausfall, eine Beförderung, ein Rekord

Das Personal bei Rasta: Vor dem Spiel gegen den Pokalsieger gab Rasta die nächste Hiobsbotschaft bekannt: Nach Tibor Pleiß fällt auch Kapitän Joschka Ferner länger aus. Der 30-Jährige hat sich eine Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk zugezogen und steht rund sechs Wochen nicht zur Verfügung. Für ihn rückt Center-Talent Fynn Lastring (18 Jahre, in dieser Saison 24 Spiele in der ProA für die Artland Dragons sowie 13 Partien in der ProB für Rasta II) in Vechtas BBL-Kader hoch. Mehr zum Thema gibt's hier.

Das Personal bei Bamberg: Nichts Neues bei den Franken: Alle Mann an Bord. Und der Tabellendritte stellte in Vechta einen neuen BBL-Rekord auf. Die beiden Guards Cobe Williams und Richard Balint, Flügelspieler Ibi Watson, Power Forward Demarcus Demonia und Center Ejiofor Onu bildeten auch im 27. Liga-Spiel die Starting Five der Bamberger. Mit diesem Konstanz-Kunststück ist „Freak City“ nun alleiniger BBL-Rekordhalter seit Erfassung der Startformationen ab der Saison 2004/05. Bislang teilte sich Bamberg diesen Rekord mit Oldenburg: In der Saison 2011/12 starteten Bobby Brown, Kenny Hasbrouck, Rickey Paulding, Ronald Burrell und Adam Chubb für die EWE Baskets in 26 Liga-Spielen in Serie.

Die Spiele vom Mittwoch: Am Mittwochabend fanden fünf Partien des 27. Spieltages statt. Die Gladiators Trier besiegten Würzburg mit 102:90, auch die Rostock Seawolves untermauerten ihre Playoff-Ambitionen mit einem 98:78-Sieg gegen Schlusslicht Braunschweig. Für die EWE Baskets Oldenburg gab's unterdessen mit der 77:96-Niederlage gegen die Towers Hamburg den nächsten Dämpfer. Neben Trier und Rostock feierten auch Ludwigsburg (87:79 gegen Chemnitz) und Ulm (104:81 gegen den Mitteldeutschen BC) wichtige Heimsiege im Kampf um die besten Post-Season-Plätze.


Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Rasta Vechta legte los wie die Feuerwehr. Bereits nach 3:43 Minuten nahm Bambergs Coach Anton Gavel seine erste Auszeit des Abends. Denn: Rasta führte schnell mit 17:2. Bissig in der Defense, flüssig in der Offense - es war ein fulminanter Start der Gastgeber, der beste Auftakt seit Wochen. Und es ging gut weiter. 23:4 und 29:6 - Rasta dominierte mit Spielfreude, starker Abwehr und sehr gutem Rebounding. Allerdings: Das furiose erste Viertel endete mit einer 0:8-Serie, Rasta ging also mit einer 29:14-Führung in die erste Viertelpause. Zehn der 29 Punkte gingen auf das Konto von Tevin Brown (u.a. 3/4 Dreier) - und Alonzo Verge hatte bereits fünf Assists und zwei Steals.

Das 2. Viertel: Auf Rastas Hochgefühl folgte die schnelle Ernüchterung, denn Bamberg antwortete im Stile einer Spitzenmannschaft. Nach nur 2:15 Minuten im zweiten Viertel nahm Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit. Denn: Aus dem 29:14 war ein 31:24 geworden. Die Ansprache von Held zeigte Wirkung: Mit einer 7:0-Serie und Punkten von Verge (5) und Brown (2) zog Rasta wieder auf 38:24 weg. Ein kleiner Lauf, den Gavel mit seiner zweiten Auszeit zu stoppen versuchte. Das Ergebnis: Rastas Führung blieb zweistellig (42:26, 47:32), weiter absetzen konnte sich Vechta aber nicht. Zur Pause führte Rasta dann mit 50:38.

Guard in Schräglage: Bambergs Cobe Williams (vorne) gegen Rastas Lloyd Pandi. Foto: BeckerGuard in Schräglage: Bambergs Cobe Williams (vorne) gegen Rastas Lloyd Pandi. Foto: Becker

Die Statistik zur Pause: Rastas Tevin Brown war mit 19 Punkten (u.a. 4/7 Dreier) der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt von seinem Teamkollegen Lloyd Pandi und Bambergs Moritz Krimmer (je 10 Punkte). Rastas Dreier-Quote war richtig gut (41 Prozent, 7/17), die Freiwurf-Bilanz ließ dagegen erneut zu wünschen übrig (5/10). Stark: Rastas Spielmacher Alonzo Verge hatte zur Pause bereits neun Assists auf dem Konto. Und: Die Gastgeber hatten sich nur drei Turnover geleistet.

Das 3. Viertel: Die zweite Halbzeit begann denkbar schlecht für Rasta. Vorne klappte nicht viel, und hinten ließ man leichte Punkte der Bamberger zu. Die Folge: Beim 52:49 betrug der Vorsprung nur noch drei Punkte. Grund genug für Coach Held, eine Auszeit zu nehmen. Es galt, die Sinne wieder zu schärfen, denn es hatte einige Nachlässigkeiten und falsche Entscheidungen gegeben. Allerdings: Das Unheil nahm seinen Lauf. Beim Stand von 52:53 - nach einem 0:12-Lauf - lag Rasta erstmals an diesem Abend zurück. Und mit diesem Führungswechsel entwickelte sich ein spannendes Auf und Ab. Weitere achtmal wechselte die Führung. Bitter für Rasta: Der letzte Wurf von Tommy Kuhse, das vermeintliche 68:68, zählte nicht mehr, er kam minimal zu spät. Also: Rasta ging mit einem 66:68-Rückstand ins letzte Viertel. Ärgerlich: Rasta hatte im dritten Viertel 30 Punkte kassiert.

Das 4. Viertel: Angestachelt vom ärgerlichen „Punkte-Klau“ per Videobeweis, drehte Kuhse zu Beginn des Schlussviertels auf. Zwei Dreier, ein Mitteldistanzwurf - der Guard machte quasi im Alleingang aus einem 66:71 ein 74:73. Die Fans tobten, und die großartige Stimmung wurde durch drei weitere Dreier von Philipp Herkenhoff (zum 79:75 und 82:75) und Kuhse (zum 85:77) befeuert. Kurz danach führte Rasta sogar mit 90:77. Standing Ovations im Hexenkessel. Aber: Wie gewonnen, so zerronnen. Rasta kassierte einen 0:8-Lauf zum 90:85, noch 1:15 Minuten, Auszeit Rasta. Es folgten Dreier von Rastas Tevin Brown zum 93:85 und Bambergs Cobe Williams zum 93:88 (für beide Shooter die Punkte 20 bis 22). Noch 33,2 Sekunden. Was für eine Spannung! Nach einem Dunking von Bambergs Center Ejiofor Onu führte Rasta dann nur noch mit 93:90. Und das Drama ging weiter. 94:90 nach einem Pandi-Freiwurf, 94:93 nach einem Zach-Ensminger-Dreier. Noch 9,1 Sekunden. Tommy Kuhse musste als nächster Rasta-Spieler an die Freiwurflinie. Er traf beide zum 96:93 (seine Punkte 18 und 19), Auszeit Bamberg. Die letzten zwei Dreier-Versuche von Bamberg verfehlten das Ziel. Der Sieg für Rasta!


Rasta Vechta - Bamberg Baskets 96:93

  • Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (7), TJ Bamba (5), Luc van Slooten (0), Tevin Brown (22), Alonzo Verge (13, dazu neun Assists), Tommy Kuhse (19), Philipp Herkenhoff (15), Linus Trettin (0), Fynn Lastring (ohne Einsatz), Lars Thiemann (2, dazu sieben Rebounds), Lloyd Pandi (13, dazu vier Steals).
  • Punkte Bamberg Baskets: Zach Ensminger (12), Ibi Watson (8), Finn Döntgens (ohne Einsatz), Demarcus Demonia (7), Richard Balint (0), Adrian Petkovic (5), Cobe Williams (22), Moritz Krimmer (10), Daniel Keppeler (2), Ejiofor Onu (12), Nico Höllerl (ohne Einsatz), Austin Crowley (15).
  • Halbzeit: 50:38
  • Viertel: 29:14, 21:24, 16:30, 30:25
  • Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Der Ausblick: Für Rasta Vechta geht's am Karsamstag (20.00 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Würzburg Baskets weiter. Das nächste Heimspiel steigt dann am 11. April (Samstag, 20.00 Uhr) gegen den forschen Aufsteiger Gladiators Trier.

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