Die Negativserie des heimischen Basketball-Bundesligisten geht weiter. Gegen die Skyliners Frankfurt gab's die fünfte Niederlage in Folge – und das ohne Liga-Topscorer Alonzo Verge.
Rasta in der Defense: Lloyd Pandi (rechts) gegen Frankfurts Nahiem Alleyne. Foto: Becker
Die Krise bei Rasta Vechta spitzt sich zu: Der heimische Basketball-Bundesligist verlor am Samstagabend auch das Heimspiel gegen die Skyliners Frankfurt mit 95:98 (36:58). 35 Minuten lang lief Rasta nur der Musik hinterher, Frankfurt traf beim Rückrundenstart einen Dreier nach dem anderen (insgesamt 17) und führte Rasta phasenweise vor. Rastas Aufholjagd im letzten Viertel (von 72:91 zum 93:94) kam viel zu spät und wurde nicht gekrönt. Für Vechta war's die fünfte Niederlage in Folge – und die siebte in den letzten acht Spielen. Kein Zweifel: Die Abstiegsgefahr wird immer größer. Topscorer bei Rasta war Philipp Herkenhoff mit 21 Punkten (6/8 Dreier), gefolgt von Tibor Pleiß (16) und Tommy Kuhse (13). Beste Werfer der Frankfurter waren Till Pape (23) und Ryan Hawkins (20).
Diesmal nur Zuschauer: Rastas Guard Alonzo Verge stand nicht im Spieltagskader. Foto: Becker
Überraschung: Liga-Topscorer Verge nicht im Kader
Große Überraschung vor dem Sprungball: Alonzo Verge, Topscorer der Liga, die Nummer drei bei den Assists und Zweiter beim Effektivitätswert, stand am Samstagabend nicht im Spieltagskader von Rasta Vechta. Verletzt? Nein, der Guard wurde aufgrund seiner letzten Trainings- und Spielleistungen nicht ins Aufgebot für das Frankfurt-Spiel berufen. Ein echter Paukenschlag, der auch noch mal belegte, dass richtig Druck auf dem Kessel war. Für Verge, der zuletzt in Bamberg mit sechs Punkten seine schwächste Ausbeute in dieser Saison verbucht und nicht zum ersten Mal diverse Nachlässigkeiten in der Defense offenbart hatte, stand Booker Coplin im Kader. Coplin, von August 2023 bis März 2025 in Frankfurt und mit den Skyliners in die BBL aufgestiegen (mit 10,9 Punkten pro Partie teaminterner Topscorer in der ProA), hatte zuletzt dreimal in Folge (gegen Alba, in Jena, in Bamberg) als siebter Ausländer ausgesetzt.
Das sagte Gerrit Kersten-Thiele zur Personalie Verge: „Wir haben jetzt die Situation, dass alle gesund und spielfähig sind. Das ist erst mal positiv. Aufgrund der Eindrücke vom letzten Spiel und der letzten Trainings haben wir uns heute für diesen Weg entschieden“, erklärte Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele im OM-Medien-Gespräch vor dem Spiel. Verge ist mit 4,9 Ballverlusten pro Partie der „Spitzenreiter“ im Turnover-Ranking der BBL.
Der Spielverlauf
Das 1. Viertel: Frankfurt, das drei der letzten vier Spiele verloren hatte, erwischte den besseren Start in die Partie. Die Gäste trafen hochprozentig (u.a. vier frühe Dreier). Nach sechseinhalb Minuten nahm Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit, Rasta lag zu diesem Zeitpunkt mit 10:20 zurück. Und es wurde nicht besser. Ganz im Gegenteil. Frankfurt legte zwei weitere Dreier nach. Nach einer 0:12-Serie lag Rasta mit 10:26 zurück, ehe TJ Bamba den ersten Rasta-Dreier traf. Frankfurts Antwort? Natürlich Dreier Nummer sieben. Nach dem ersten Viertel lag Rasta mit 15:31 zurück – was für ein kapitaler Fehlstart in diese wichtige Partie.
Das 2. Viertel: Einfach unglaublich: Zu Beginn des zweiten Abschnitts legte Frankfurt die Dreier acht und neun nach (bei nur zehn Versuchen) – Rasta lag mit 18:37 zurück. Beim Stand von 24:44 nahm Held die nächste Auszeit, Frankfurt hatte gerade seinen zehnten Dreier getroffen. Und die Hessen trafen weiter wie im Rausch. Rasta kassierte zwei weitere Dreier zum 26:47 und 28:50. Kurzum: Es brannte lichterloh im Dome. Zur Pause lag Vechta dann mit 36:58. Was für eine desaströse erste Halbzeit!
Die Statistik zur Pause: Frankfurts Ryan Hawkins war mit 17 Punkten (u.a. 5/6 Dreier) der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt von seinem Teamkollegen Till Pape (13; 5/5 aus dem Feld). Frankfurts Dreier-Quote nach 20 Minuten lag bei 12/17 (zwischenzeitlich sogar 12/14). Die Gäste hatten zur Pause auch bereits 16 Assists. Und Rasta? Neun Offensivrebounds waren gut, daraus resultierten aber nur zwei „Second Chance Points“. Die Dreier-Quote war schwach (4/14), die Defense noch schwächer. Rastas bester Scorer war TJ Bamba mit sieben Punkten.
Rasta in der Offense: Booker Coplin (rechts) gegen Frankfurts Logan Johnson. Foto: Becker
Das 3. Viertel: Wer auf eine Wende, auf ein Wunder gehofft hatte, wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit bitter enttäuscht. Frankfurts Till Pape legte zwei Dreier nach, der Kapitän der Gäste hatte damit schon 19 Punkte auf seinem Konto, und Rastas Rückstand betrug bereits 25 Punkte (46:71). Ein anschließender 9:0-Lauf vom 49:76 zum 58:76 war dann noch mal ein Lichtblick, nach drei Vierteln lag Rasta dann mit 61:81 zurück. Übrigens: Den meisten Applaus des Abends erhielten die „Marleys“, die Rasta-Cheerleader.
Das 4. Viertel: „Wir woll'n euch kämpfen sehen“, skandierte der Rasta-Fanclub „Klettverschluss“ zu Beginn des letzten Viertels. Beim 72:87 gab's sogar ein kleines Strohfeuer – und dann fing der Dome so richtig Feuer. Mit einer 14:0-Serie verkürzte Rasta tatsächlich auf 86:91, kurz danach hieß es sogar 90:94, noch 52 Sekunden. Damit nicht genug: Philipp Herkenhoff traf einen Dreier zum 93:94, noch 41 Sekunden, Auszeit Frankfurt. Nach 35 Minuten voller Murks hielt es keinen Rasta-Fan mehr auf den Sitzen. Was für eine Aufholjagd! Ein spektakulärer Dunking von William Christmas (zum 93:96) und zwei Freiwürfe des Ex-Artland-Dragons-Akteurs (zum 93:98) beendeten dann allerdings alle Hoffnungen auf ein Ende von Rastas Negativserie. Herkenhoff verkürzte zwar noch mal auf 95:98, doch der letzte Dreier-Versuch von Lloyd Pandi aus der Ecke (mit der Schlusssirene und nach einem Steal) rollte wieder aus dem Korb. Was für ein Drama!
Rasta Vechta - Skyliners Frankfurt 95:98
Punkte Rasta Vechta: TJ Bamba (16), Luc van Slooten (0), Joschka Ferner (0), Tevin Brown (4), Tommy Kuhse (13), Philipp Herkenhoff (21), Linus Trettin (ohne Einsatz), Lars Thiemann (6), Tibor Pleiß (16), Malcolm Dandridge (ohne Einsatz), Booker Coplin (7), Lloyd Pandi (12).
Punkte Skyliners Frankfurt: Logan Johnson (2), Isaiah Swope (12), Garai Zeeb (3), Nahiem Alleyne (14), Williams Christmas (7), Jaedon LeDee (11), Radii Caisin (6), Till Pape (23), Jacob Knauf (0), Ryan Hawkins (20).
Halbzeit: 36:58
Viertel: 15:31, 21:27, 25:23, 34:17
Zuschauer: 3140 (ausverkauft)
Der Ausblick: Für Rasta Vechta geht's am kommenden Sonntag (8. Februar, 15.00 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei Alba Berlin weiter. Das nächste Heimspiel folgt am 14. Februar (Samstag, 18.30 Uhr) gegen Ratiopharm Ulm.
Unser neuer Podcast: "OM-Kompakt. Der Tag." Der tägliche Nachrichtenüberblick aus dem Oldenburger Münsterland. Klar, verständlich und auf den Punkt beleuchten wir, was unsere Region heute bewegt hat. Jetzt hier anhören!
Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen