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91:70 – Rasta feiert überragenden Derbysieg in Oldenburg

Die Basketballer von Rasta Vechta haben mit dem 21-Punkte-Sieg in der EWE Arena für eine große Überraschung gesorgt – und sogar den direkten Vergleich gewonnen.

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In der gelben Falle: Rastas Tommy Kuhse (Mitte) am Sonntagabend im Derby in Oldenburg. Foto: Becker

In der gelben Falle: Rastas Tommy Kuhse (Mitte) am Sonntagabend im Derby in Oldenburg. Foto: Becker

Was für eine Demonstration der Stärke! Die Basketballer von Rasta Vechta haben am Sonntagabend das Derby bei den EWE Baskets Oldenburg mit 91:70 (46:33) gewonnen und damit einen weiteren Schritt aus dem Tabellenkeller der 1. Bundesliga gemacht. Zwei Tage nach dem 101:64-Sieg gegen Aufsteiger Science City Jena, bei dem Tevin Brown mit einer Dreier-Gala (7/8) geglänzt und Neuzugang Malik Parsons eine perfekte Premiere im Rasta-Trikot gefeiert hatte, überzeugten die Gäste mit einer famosen Teamleistung und haben als Tabellen-13. nun 18:28 Punkte auf dem Konto.

Rasta gewann alle vier Viertel (20:15, 26:18, 20:16, 25:21), knackte die Oldenburger mit einer starken Defense über 40 Minuten und glänzte mit einer fantastischen Freiwurf-Bilanz (22/23). Überragende Akteure beim Sieger waren Guard Alonzo Verge und Center Tibor Pleiß. Verge kam auf 23 Punkte, fünf Rebounds, sechs Assists und drei Steals. Pleiß verbuchte unterdessen 17 Punkte, zehn Rebounds und vier Blocks. Ebenfalls zweistellig punkteten Tevin Brown (14), Tommy Kuhse (12) und Malik Parsons (11). Topscorer bei Oldenburg war Brian Fobbs mit 28 Punkten.


Infos rund um das Spiel

Das Personal: Bei Rasta Vechta gab's im Vergleich zum Freitag keine Veränderungen. Erneut galt: Rasta ohne drei. Die verletzten Joschka Ferner (Finger), TJ Bamba (Auge) und Booker Coplin (Fuß) waren abermals nicht dabei. Roy Krupnikas, der am Freitag den Kader aufgefüllt hatte, gehörte diesmal nicht dem Spieltagskader von Rasta I an, da Rasta II parallel in der 2. Bundesliga ProB Nord gegen Schwelm spielte. Bei den EWE Baskets Oldenburg fehlten Center Filip Stanic (verletzt) und Guard James Woodard. Letzterer setzte wie schon am Freitagabend beim 98:94-Sieg gegen Bonn als siebter Ausländer aus.

Die ersten zwei Derbys in dieser Saison: Die EWE Baskets Oldenburg waren in der Hinserie zweimal in Vechta zu Gast. Im BBL-Pokal-Viertelfinale siegte Oldenburg durch einen Last-Second-Dreier von Chris Clemons mit 72:69 und löste so das Ticket für das „Top Four“. In der Liga kassierte Rasta dann eine deutliche 78:96-Niederlage, Rasta gab dabei das letzte Viertel mit 16:34 ab.

Trainer-Talk vor dem Weser-Ems-Derby: Oldenburgs Lazar Spasic (links) und Vechtas Christian Held. Foto: BeckerTrainer-Talk vor dem Weser-Ems-Derby: Oldenburgs Lazar Spasic (links) und Vechtas Christian Held. Foto: Becker

Die Ergebnisse der Konkurrenz: Im Nachmittagsblock des 23. Spieltags war nur ein Kellerrivale von Rasta Vechta im Einsatz. Der Mitteldeutsche BC kassierte mit dem 72:88 bei den Telekom Baskets Bonn seine 13. Niederlage in Folge und steht als Drittletzter der BBL-Tabelle nun bei 14:32 Punkten. Die Towers Hamburg, die im Vergleich zu einigen Konkurrenten mit vier Partien im Rückstand sind, spielten parallel zum Weser-Ems-Derby in Ludwigsburg, sie verloren mit 67:75 und haben nun 14:24 Punkte auf dem Konto. Die Academics Heidelberg und die Löwen Braunschweig (beide 10:34 Punkte), die aktuell die beiden Abstiegsplätze inne haben, waren am Sonntag nicht im Einsatz. Heidelberg spielt am Montag in Trier, Braunschweig am Dienstag bei Spitzenreiter Bayern München. Ebenfalls am Dienstag steigt noch das Kellerduell zwischen Hamburg und Jena (14:26).


Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Die ersten Minuten des Weser-Ems-Derbys waren geprägt von Fehlwürfen auf beiden Seiten. Oldenburg und Vechta hatten Schwierigkeiten, in einen offensiven Rhythmus zu kommen. Das machte sich vor allem in den Dreier-Quoten bemerkbar, Oldenburg blieb ohne Treffer (0/4), Vechta lange Zeit auch (0/5), ehe Malik Parsons und Tommy Kuhse von jenseits der 6,75-m-Linie erfolgreich waren. Nach dem ersten Viertel führte Rasta mit 20:15 - und 15 der 20 Rasta-Punkte gingen auf das Konto von Kuhse (9) und Alonzo Verge (6).

Das 2. Viertel: Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts ruckelte es noch im Offensivspiel beider Teams, irgendwie wollte das Derby noch nicht so richtig an Fahrt aufnehmen. Rasta konnte sich aber auf eine aufmerksame Defense verlassen und behielt seine Führung (22:17, 24:19, 28:22). Beim 32:22 - nach einem Dreier von Philipp Herkenhoff - lag Rasta sogar erstmals mit zehn Punkten vorne. Und die Gäste ließen nicht locker, beim 38:24 waren es sogar 14 Punkte Vorsprung für den Außenseiter. Zur Pause führte Rasta dann mit 46:33.

Euphorie auf der Gäste-Bank: Rastas Crew feiert einen erfolgreichen Dreier. Foto: BeckerEuphorie auf der Gäste-Bank: Rastas Crew feiert einen erfolgreichen Dreier. Foto: Becker

Die Statistik zur Pause: Rastas Guard Alonzo Verge war mit 13 Punkten der Topscorer der ersten Halbzeit. Ebenfalls stark bei den Gästen: Center Tibor Pleiß mit neun Punkten, sechs Rebounds und drei Blocks. Bester Oldenburger Scorer in der ersten Halbzeit war Brian Fobbs mit neun Punkten. Bei den Dreier-Quoten hatten beide Teams noch Luft nach oben (Oldenburg 2/9, Vechta 3/15). Dass Rasta zur Pause mit 13 Punkten führte, lag auch an einer überragenden Freiwurf-Quote (11/11) und an einer guten Ballkontrolle (nur drei Turnover).

Das 3. Viertel: Rasta erwischte einen guten Start in die zweite Halbzeit. Nach einem Dreier von Alonzo Verge führten die Gäste mit 51:34. Ein Vorsprung von 17 Punkten - die über 200 Rasta-Fans in der abermals ausverkauften EWE Arena (6335 Zuschauer) rieben sich verwundert die Augen. Allerdings: Oldenburg antwortete mit zwei Dreiern in Serie (nur noch 51:40 für Rasta), die Kulisse wachte auf, so langsam entwickelte sich eine heiße Derby-Atmosphäre. Oldenburg verteidigte nun deutlich härter und verkürzte auf 44:53. Rasta wackelte kurz, fing sich aber schnell wieder - weil Routinier Pleiß per Dunking zum 55:44 traf und danach per Korbleger auf 58:44 erhöhte. Und: Der Dunking von Pleiß war der Start einer starken 11:0-Serie zum 64:44. Nach dem dritten Viertel führte Rasta dann mit 66:49. Keine Frage: Die große Überraschung lag im Bereich des Möglichen.

Das 4. Viertel: Kann Rasta die Führung ins Ziel bringen? Wann holt Oldenburg zum Gegenschlag aus? Zwei Fragen für das letzte Viertel. Und es wurde noch mal eng. Nach einem Dreier von Oldenburgs Seth Hinrichs und einem Korbleger des Ex-Rasta-Forwards führte Rasta nur noch mit 70:61. Auszeit von Christian Held, noch 5:10 Minuten zu spielen. Oldenburg hatte es geschafft, Rasta mit einer Zonen-Verteidigung aus dem Rhythmus zu bringen. Und beim 70:63 waren es nur noch sieben Punkte Differenz. Vechta wackelte, Oldenburg hatte plötzlich Oberwasser - und die Kulisse machte richtig Druck. Alonzo Verge war es dann, der per Dreier aus der Ecke zum 75:65 für etwas Beruhigung der Rasta-Nerven sorgte. Und kurz danach ballte Rastas Coach Christian Held beide Fäuste und schrie seine Freude raus: Tevin Brown hatte per Dreier zum 82:68 für Vechta getroffen - nur noch 1:29 Minuten auf der Uhr, der Derbysieg war greifbar nahe. Und auf einmal war sogar der direkte Vergleich ein Thema. Brown erhöhte danach per Dreier auf 85:68, Parsons ließ vier weitere Punkte zum 89:68 folgen. 9,9 Sekunden vor dem Ende - Rasta führte mit 89:70 - nahm Held noch eine Auszeit. Klarer Fall: Nach dem „minus 18“ im Hinspiel sollte nichts mehr anbrennen. Und es klappte: Brown machte mit zwei Freiwürfen zum 91:70 alles klar.

Rasta in der Defense: Philipp Herkenhoff (links) und Lloyd Pandi (rechts) gegen Oldenburgs Brian Fobbs. Foto: BeckerRasta in der Defense: Philipp Herkenhoff (links) und Lloyd Pandi (rechts) gegen Oldenburgs Brian Fobbs. Foto: Becker

EWE Baskets Oldenburg - Rasta Vechta 70:91

  • Punkte EWE Baskets Oldenburg: Kyle Lofton (7), Christopher Clemons (10), Brian Fobbs (28), Ralph Hounnou (0), Dakarai Tucker (4), Nicholas Tischler (4), Michale Kyser (6), Seth Hinrichs (7), Colin Schroeder (0), Tomislav Zubcic (4).
  • Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (11), Luc van Slooten (2), Tevin Brown (14), Alonzo Verge (23), Tommy Kuhse (12), Philipp Herkenhoff (5), Linus Trettin (ohne Einsatz), Lars Thiemann (2), Tibor Pleiß (17), Lloyd Pandi (5).
  • Halbzeit: 33:46
  • Viertel: 15:20, 18:26, 16:20, 21:25
  • Zuschauer: 6335 (ausverkauft)

Der Ausblick: Für Rasta Vechta geht's mit zwei Heimspielen in Folge weiter. Am kommenden Samstag (14. März, 20.00 Uhr) gastieren die Riesen Ludwigsburg im Rasta-Dome, eine Woche später (Samstag, 21. März, 20.00 Uhr) trifft Rasta dann daheim auf die Niners Chemnitz.

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