80:78 – Rasta jubelt nach Kraftakt gegen Chemnitz
Der heimische Basketball-Bundesligist hat seinen vierten Sieg in Folge gefeiert. Und daran hatten die Fans einen riesigen Anteil.
Carsten Boning | 21.03.2026
Der heimische Basketball-Bundesligist hat seinen vierten Sieg in Folge gefeiert. Und daran hatten die Fans einen riesigen Anteil.
Carsten Boning | 21.03.2026

Dribbling unter Druck: Rastas Malik Parsons (links) gegen Eric Washington von den Niners Chemnitz. Foto: Becker
Rasta Vechta wankte, Rasta Vechta wackelte - aber die „Alarmstufe Orange“ half dem Basketball-Bundesligisten über die Ziellinie. Angetrieben von einer fantastischen Stimmung im Rasta-Dome, hat die Mannschaft von Trainer Christian Held den vierten Sieg in Folge geholt und damit den Vorsprung auf die Abstiegszone der BBL weiter ausgebaut. Rasta Vechta setzte sich am Samstagabend gegen den EuroCup-Achtelfinalisten Niners Chemnitz mit 80:78 (45:42) durch. Und: Rasta rückte noch näher an die Play-Ins-Plätze heran. Eine Woche nach dem 121:102-Feuerwerk gegen die Riesen Ludwigsburg gab's deutlich weniger Spielfluss, es war eine harte, hektische, intensive Partie - aber die Gastgeber fanden irgendwie einen Weg, das Spiel zu gewinnen. Topscorer bei Rasta war Tommy Kuhse mit 17 Punkten, gefolgt von Malik Parsons (16), Tevin Brown (15) und Philipp Herkenhoff (10). Das Personal bei Rasta Vechta: Der Kapitän war wieder an Bord, aber der Center fehlte. Rasta Vechta freute sich über das Comeback von Joschka Ferner, der sich Mitte Februar beim Heimsieg gegen Ulm eine Fingerverletzung zugezogen und seither ausgesetzt hatte. Aber: Tibor Pleiß war nicht dabei. Der Center hat sich gegen Ludwigsburg einen Innenbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt sechs Wochen aus. Das Personal bei den Niners Chemnitz: Die Sachsen, die vor anderthalb Wochen aus dem EuroCup ausgeschieden sind, kamen erstmals in dieser Saison (und nach 19 Partien auf internationaler Ebene) nicht aus einer „englischen Woche“ und hatten nach dem Sieg in Rostock sechs Tage Zeit, um einige Verletzungen und Wehwehchen auszukurieren. Das Ergebnis: Kostja Mushidi und Yordan Minchev konnten in Vechta nicht mitwirken, während die zuletzt fehlenden bzw. angeschlagenen Aher Uguak, Julian Steinfeld, Kevin Yebo, John Newman und Corey Davis spielen konnten. Das 1. Viertel: Rasta Vechta hatte zunächst große Probleme in der Offense, es klappte wenig - und das hatte einen frühen 3:12-Rückstand zur Folge. Zwei Dreier von Lloyd Pandi zum 8:14 und Philipp Herkenhoff zum 11:16 waren dann Hoffnungsschimmer. Aber: Kurz danach musste Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit nehmen, sein Team lag mit 11:20 zurück und hatte große Schwierigkeiten mit der enormen Physis und Athletik der Niners. In der Timeout fand Held offenbar die richtigen Worte. Rasta verbuchte einen 10:0-Lauf mit Punkten von Tommy Kuhse (6) und Malik Parsons (4). 21:20 für Vechta, Auszeit Chemnitz. Danach passierte nichts mehr - mit dem 21:20 ging es in die erste Viertelpause. Und noch ein Blick in die Abstiegszone der BBL: Der Tabellenvorletzte Heidelberg verlor gegen Bamberg mit 85:99 - eine gute Nachricht für Rasta. Das 2. Viertel: Tommy Kuhse eröffnete den zweiten Abschnitt mit einem Vier-Punkt-Spiel (Dreier mit Foul/Freiwurf) zum 25:20. Aber die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Die Niners erhöhten den Druck in der Defense und lagen beim 30:29 wieder vorne. Rastas Konter: drei Dreier in Folge von Pandi, Tevin Brown und Herkenhoff, danach führte Rasta wieder mit 38:30. Aber: Wie gewonnen, so zerronnen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit harter Defense, einigen Nickeligkeiten, Trash-Talk-Momenten und strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Die Etappen aus Rasta-Sicht: 38:36, 43:38, 43:42, 45:42. Der letzte Angriff gehörte Chemnitz - und der wurde von Luc van Slooten und Tevin Brown gut verteidigt, es blieb beim 45:42 für Rasta. Die Statistik zur Pause: Rastas Führung nach der ersten Halbzeit hatten ihren Ursprung in einer starken Dreier-Quote (8/14), sie war sogar einen Tick besser als die Treffer-Quote im Zweier-Bereich (7/14). Bei den Niners Chemnitz lief derweil noch nicht viel von jenseits der 6,75-m-Linie (4/14). Topscorer der ersten Halbzeit war Rastas Malik Parsons mit elf Punkten, gefolgt von seinem Teamkollegen Tommy Kuhse (10) und dem Chemnitzer Amadou Sow (9). Das 3. Viertel: Rasta erwischte einen schlechten Start in die zweite Halbzeit, es gab diverse Unkonzentriertheiten in der Defense und im Angriff. Vechtas Glück: Chemnitz nutzte das zunächst nicht wirklich aus. Es war kein schönes Spiel, viel Hektik, viele Fehlwürfe - kein Vergleich zum famosen Spielfluss in der Vorwoche gegen Ludwigsburg. Und: Chemnitz bekam zunehmend Oberwasser, nach dem dritten Viertel lag Rasta mit 61:64 zurück. Das 4. Viertel: Nach gerade einmal 1:14 Minuten im letzten Viertel nahm Rastas Coach Christian Held eine Auszeit - aus dem 61:64 war ein 61:70 geworden, inklusive Turnover Nummer 14. Ein Dunking von Herkenhoff zum 63:71 sowie ein schwerer Korbleger von TJ Bamba zum 65:71 waren dann ganz wichtig, um im Spiel zu bleiben. Nach zwei technischen Fouls gegen Alonzo Verge (sein fünftes Foul) und Held war dann richtig Druck auf dem Kessel - und die „Alarmstufe Orange“ gab Gas. Beflügelt von der Kulisse, machte Rasta aus einem 61:71 ein 73:71. Was für eine Stimmung im Dome! Und nach einem Dunking von Herkenhoff zum 79:74 tobte die Masse. Noch 30,8 Sekunden, Auszeit Chemnitz. Der Lärm war ohrenbetäubend. Aber es wurde noch mal eng - weil Bamba und Herkenhoff vier Freiwürfe in Folge vergaben und Chemnitz verkürzte. Nur noch 79:78 für Rasta, noch 8,1 Sekunden, Auszeit Rasta. Verspielt Vechta den Sieg noch? Kriegen die Gastgeber das finale Zittern in den Griff? 6,6 Sekunden vor dem Ende stand dann Tevin Brown an der Freiwurflinie. Er vergab den ersten, er traf den zweiten zum 80:78. Der letzte Dreier-Versuch von Eric Washington ging daneben - der Sieg für Rasta! Was für ein Fight! Der Ausblick: Für Rasta Vechta geht's am kommenden Samstag (28. März, 18.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim Mitteldeutschen BC weiter. Der Pokalsieger von 2025 aus Weißenfels hat seine XXL-Krise (13 Niederlagen in Folge) überwunden und zwei Siege in Serie gefeiert. Auf die 99:68-Gala gegen Alba Berlin folgte am Samstag ein 108:84-Erfolg im Ost-Derby bei Science City Jena. Das nächste Heimspiel im Rasta-Dome folgt am Gründonnerstag (2. April, 18.30 Uhr) gegen den amtierenden Pokalsieger Bamberg Baskets.Die letzten Infos vor dem Spiel
Der Spielverlauf

Rasta Vechta - Niners Chemnitz 80:78
Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.