79:96-Niederlage im Derby: Oldenburgs Dreier zermürben Rasta
Die Basketballer von Rasta Vechta haben das Derby in der 1. Bundesliga gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 79:96 verloren – weil die Gäste unfassbar gut aus der Distanz trafen.
Seine 32 Punkte reichten nicht zum Derbysieg: Rastas Alonzo Verge (rechts) im Spiel gegen Oldenburg. Foto: Becker
Sie hatten auf einen Sieg zum Jahresabschluss gehofft, aber es kam ganz anders: Die Basketballer von Rasta Vechta haben am Montagabend das Weser-Ems-Derby in der 1. Bundesliga gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 79:96 (43:45) verloren und damit die Revanche für das bittere Pokal-Aus im November verpasst. Oldenburg, das im dritten Spiel in Serie über 90 Punkte machte, zermürbte Rasta mit einer unglaublichen Dreier-Quote (16/26) - allein im Schlussviertel trafen die Gäste acht Dreier bei acht Versuchen (!). Überragende Oldenburger waren Chris Clemons und Brian Fobbs mit 25 bzw. 21 Punkten. Topscorer der Partie war allerdings Rastas Guard Alonzo Verge, der mit 32 Punkten zum zweiten Mal in dieser Saison die 30-Punkte-Marke knackte und zudem sieben Rebounds und sechs Assists verbuchte.
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Das Personal, Teil eins: Die Wochen des Wartens waren vorbei: Tommy Kuhse feierte am Montagabend sein Comeback nach längerer Zwangspause. Rastas Spielmacher, der letztmals am 5. November im Europe Cup gegen CS Valcea gespielt und danach neun Pflichtspiele in Folge aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte, stand allerdings noch nicht in der Starting Five der Gastgeber. Kuhse hatte noch nicht mit der Mannschaft trainiert, wie Rastas Coach Christian Held im Vorfeld der Partie verriet. Wunderdinge seien daher noch nicht zu erwarten. Kuhse kam am Ende in 11:34 Minuten Spielzeit auf fünf Punkte, einen Assists und einen Steal.
Das Personal, Teil zwei: Rasta musste im Weser-Ems-Derby erneut auf die verletzten Lloyd Pandi, Tibor Pleiß und Malcolm Dandridge verzichten. Wie schon in Braunschweig komplettierten die Youngster Linus Trettin, Dominik Dolic und Roy Krupnikas den Kader. Und Oldenburg? Kyle Lofton fehlte erneut verletzt. Und im Vergleich zum BBL-Pokal-Viertelfinale Mitte November, als die EWE Baskets mit einem dramatischen 72:69 das Ticket für das „Top Four“ gelöst hatten, feierte Nachverpflichtung Tomislav Zubcic seine Premiere im Rasta-Dome.
Das 1. Viertel: Zwei Tage nach dem schwachen Auftritt in Braunschweig wollte Rasta ein anderes Gesicht zeigen - und im ersten Viertel ging es gleich rauf und runter. Dank Tevin Brown und Alonzo Verge führte Rasta mit 10:7 und 12:10, gefolgt von zwei Dreiern von Luc van Slooten zum 15:12 und 21:19. Aber: Die Oldenburger, die zuletzt mit zwei klaren Auswärtssiegen in Braunschweig und Hamburg die ersten Krisen-Feuer gelöscht hatten, hielten mit ihrer geballten Offensive-Power dagegen. Nach dem ersten Viertel führten die Gäste mit 26:23.
Das 2. Viertel: Tommy Kuhse, kurz vor dem Ende des ersten Viertels ins Spiel gekommen, glich per Dreier zum 26:26 aus und leitete kurz danach mit zwei getroffenen Freiwürfen einen 8:0-Lauf zum 34:29 ein. Die Freude darüber hielt aber nicht lange an, beim 34:35 lag Rasta wieder zurück. Es war ein intensives, packendes Derby. Und eine Portion Gift und Galle gab's auch: Oldenburgs Tomislav Zubcic wurde nach einem unsportlichen Foul gegen Philipp Herkenhoff (Schlag ins Gesicht) und einer Geste ins Publikum (Kuss des Mittel- und Ringfingers nach einem getroffenen Dreier) bei jeder Aktion ausgepfiffen. Nach zwei technischen Fouls gegen Rastas TJ Bamba und Oldenburgs Nicholas Tischler war dann richtig Dampf auf dem Kessel. Basketball wurde auch gespielt: Rasta fiel von 41:38 auf 41:45 zurück und ging mit einem 43:45-Rückstand in die Pause.
Gesprächsbedarf: Rastas Coach Christian Held mit Schiedsrichter Martin Matip. Foto: Becker
Die Statistik zur Pause: Rastas Alonzo Verge war mit 14 Punkten der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt von Oldenburgs Antreiber Chris Clemons (13). Die Gäste verbuchten eine überragende Dreier-Quote (7/11), Rastas Bilanz von jenseits der 6,75-m-Linie war nicht so gut (5/19). Bei den Rebounds lag Rasta mit 18:22 zurück, bei den Assists gab's eine knappe Führung (8:7). Und: In der ersten Halbzeit gab's zwölf Führungswechsel und acht ausgeglichene Spielstände. Kurzum: Es war ein heißes Derby auf Augenhöhe.
Rasta Vechta - EWE Baskets Oldenburg 79:96
Punkte Rasta Vechta: TJ Bamba (2), Luc van Slooten (9), Dominik Dolic (0), Joschka Ferner (3), Tevin Brown (11), Alonzo Verge (32), Tommy Kuhse (5), Philipp Herkenhoff (9), Linus Trettin (0), Lars Thiemann (2), Roy Krupnikas (kein Einsatz), Booker Coplin (6).
Punkte EWE Baskets Oldenburg: Chris Clemons (25), Brian Fobbs (21), Ralph Hounnou (0), Dakarai Tucker (6), James Woodard (6), Nicholas Tischler (17), Michale Kyser (0), Seth Hinrichs (7), Colin Schröder (0), Tomislav Zubcic (7), Filip Stanic (7).
Halbzeit: 43:45
Viertel: 23:26, 20:19, 20:17, 16:34
Zuschauer: 3140 (ausverkauft)
Das 3. Viertel: Rasta erwischte einen Vollgas-Start in die zweite Halbzeit. Nach einem 10:0-Lauf zum 53:45 mit Punkten von Verge (5), Bamba (2) und Brown (3) nahm Oldenburgs Coach Lazar Spasic eine schnelle Auszeit. Der junge Serbe schien die richtigen Worte gefunden zu haben, dann Oldenburg meldete sich zurück. Beim 56:54 betrug Rastas Vorsprung nur noch zwei Punkte. Auszeit Rasta. Ein Dreier von Luc van Slooten zum 59:56 beendete dann einen 0:9-Lauf. Vechta fiel danach noch mal auf 59:62 zurück, ehe Verge mit seinen Punkten 23 bis 26 für eine 63:62-Führung nach dem dritten Viertel sorgte.
Rastas Topscorer in der Defense: Alonzo Verge (links) gegen Oldenburgs James Woodard. Foto: Becker
Das 4. Viertel: Der Start in den Schlussabschnitt war unglaublich, beide Teams lieferten sich ein Dreier-Schützenfest. Rasta traf vier Dreier in Folge (zweimal Booker Coplin, einmal Joschka Ferner, einmal Alonzo Verge), Oldenburg sogar fünf. In Summe also neun Dreier in Serie - was für ein Spiel! Vier Minuten vor dem Ende lag Rasta mit 76:81 zurück. Auszeit Christian Held. Rasta fiel danach auf 76:86 zurück - auch weil Oldenburgs Chris Clemons einen Wahnsinnsdreier aus neun Metern traf. Damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Brian Fobbs legte den 15. Dreier der Oldenburger (bei nur 25 Versuchen) nach. 76:89, nur noch zwei Minuten - für Rasta war der Derbysieg plötzlich meilenweit weg. Und Oldenburg hatte noch nicht genug. Am Ende hieß es 79:96 aus Rasta-Sicht.
Der Ausblick: Zum Start ins neue Jahr geht Rasta auf Reisen. Die Held-Crew gastiert am Sonntag (4. Januar) um 15.00 Uhr bei den Niners Chemnitz. Es ist der Auftakt in einen intensiven Januar, denn danach geht's gegen die Spitzenteams Würzburg (11. Januar) und Alba Berlin (17. Januar), gefolgt von den Auswärtsspielen in Jena (25. Januar) und Bamberg (28. Januar) sowie der ersten Rückrundenpartie gegen die Skyliners Frankfurt (31. Januar).
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