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72:102 - Rasta gegen Alba chancenlos

Der Außenseiter war nur ein Spielball für den übermächtigen Pokalsieger. Vechta kann das Viertelfinale aber noch aus eigener Kraft erreichen.

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Klare Niederlage gegen Alba Berlin: Rastas Coach Pedro Calles. Foto: dpa / Wiedensohler

Klare Niederlage gegen Alba Berlin: Rastas Coach Pedro Calles. Foto: dpa / Wiedensohler

Rasta Vechta hat beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München auch sein drittes Spiel verloren. Das Team von Trainer Pedro Calles unterlag am Samstagabend dem Pokalsieger Alba Berlin mit 72:102 (31:58). Rasta, das auf seinen verletzten Kapitän Josh Young verzichten musste, hatte nicht den Hauch einer Chance. Aber: Vechta kann das Viertelfinale noch aus eigener Kraft erreichen, dafür muss am Montag ein Sieg gegen Bamberg her. Rastas Topscorer gegen Alba war erneut Trevis Simpson mit 21 Punkten, gefolgt von Jaroslaw Zyskowski (16) und Philipp Herkenhoff (14).

Das Spiel gegen Alba und seine Etappen:

Das erste Spiel des Tages: Brose Bamberg besiegte am Nachmittag die Skyliners Frankfurt mit 99:83. Mit der Folge, dass die Hessen die Vorrunde in der Gruppe B mit 2:6 Punkten abschließen. Bereits vor dem Match gegen Alba wusste Rasta: Ein Sieg mit einem Punkt Differenz am Montag gegen Bamberg reicht für die Qualifikation für das Viertelfinale - völlig egal, wie die Partie gegen Berlin ausgeht. Sollte es einen Dreiervergleich zwischen Bamberg, Vechta und Frankfurt geben (alle mit 2:6 Punkten), hätte Rasta definitiv nicht das schlechteste Korbverhältnis aus den drei Partien untereinander. Vechta hatte am Donnerstag gegen Frankfurt mit 59:63 verloren.

Die Ausgangslage für das Abendspiel: Kreisstadt gegen Hauptstadt, Außenseiter gegen Schwergewicht. Hier zwei Niederlagen, dort zwei Siege; hier ein Rumpfteam, dort volle Kapelle - die Unterschiede zwischen Rasta Vechta und Alba Berlin hätten größer nicht sein können. Und: Alba, das bereits für das Viertelfinale qualifiziert war, im Kampf um den Gruppensieg aber nicht stolpern wollte, ging nach einem spielfreien Donnerstag deutlich ausgeruhter in die Partie. Die große Frage bei Rasta: Vollgas gegen Alba oder Kräfte sparen für das "Finale" gegen Bamberg?

Die Stimmen kurz vor dem Spiel: "Wir müssen unserer Favoritenrolle gerecht werden und unsere Tiefe im Kader ausnutzen", sagte Berlins junger Guard Jonas Mattisseck im MagentaSport-Interview. Und er warnte vor Vechta: "Sie sind schwer zu spielen." Rastas Topscorer Trevis Simpson meinte: "Wir müssen unser bestes Spiel spielen." Der volle Fokus liege auf Berlin, so der Amerikaner: "Wir denken noch nicht an Bamberg."

Er hat die Qual der Wahl: Alba-Coach Aito Garcia Reneses. Foto: dpa  WiedensohlerEr hat die Qual der Wahl: Alba-Coach Aito Garcia Reneses. Foto: dpa / Wiedensohler

Das Personal: Albas Trainer-Ikone Aito Garcia Reneses (73) hatte mal wieder die Qual der Wahl - von seinen neun ausländischen Profis im 15er Kader dürfen nur sechs spielen, drei müssen zuschauen. Gegen Vechta erwischte es erneut den jungen Kroaten Kresimir Nikic, den serbischen Point Guard Stefan Peno, der gegen Bamberg sein Comeback nach 16-monatiger Verletzungspause gefeiert hatte, sowie  den Amerikaner Luke Sikma.  Dessen Landsmann Tyler Cavanaugh feierte sein Turnierdebüt. Und Rasta? Kapitän Josh Young, der vor dem Frankfurt-Spiel drei Tage nicht trainiert und sich gegen die Skyliners durch die Partie gequält hatte, schaute gegen Alba nur zu, um die lädierte Patellasehne zu schonen. Vechta war also nur zu neunt.

Das 1. Viertel: Rasta hatte in den ersten zehn Minuten nicht den Hauch einer Chance. Vor allem die Unterlegenheit bei den Rebounds war deutlich (7:15). Vechta suchte sein Heil von jenseits der 6,75-m-Linie, traf aber nur drei Dreier bei elf Versuchen. Und in der Defense hatte der Außenseiter einige Lücken. 3:16, 9:23, 11:26 - Rastas Unheil nahm früh seinen Lauf. Immerhin gab es zwei Highlights: einen Block von Trevis Simpson und einen tollen Hinter-dem-Rücken-Pass von Matic Rebec auf Ishmail Wainright zum 13:26. 

Kein Durchkommen: Rastas Matic Rebec (vorne) gegen Albas Martin Hermannsson. Im Hintergrund Berlins Kapitän Niels Giffey. Foto: dpa  WidensohlerKein Durchkommen: Rastas Matic Rebec (vorne) gegen Albas Martin Hermannsson. Im Hintergrund Berlins Kapitän Niels Giffey. Foto: dpa / Widensohler

Das 2. Viertel: Sechs Minuten lang machte Rasta keinen Korb aus dem Spiel heraus, es gab lediglich drei Freiwurf-Punkte. Eine 0:12-Serie zum 16:46 bescherte Rasta erstmals einen 30-Punkte-Rückstand - und das noch vor der Pause. Danach kam Vechta offensiv etwas besser in die Gänge, aber die Defense war nicht in der Lage, Alba zu stoppen. 21:51, 24:54, 29:58 - der Rückstand blieb riesig.

Die Reaktionen in der Halbzeitpause: "Wir spielen nicht so, wie wir das wollten", haderte Rastas Philipp Herkenhoff mit den ersten 20 Minuten. Und er ergänzte: "Wir spielen nicht hart genug, wir lassen zu viel zu." Albas Kapitän Niels Giffey war derweil rundum zufrieden: "Bisher läuft's sehr gut."

Das 3. Viertel: Rasta startete deutlich besser in die zweite Halbzeit (6:0-Lauf zum 37:58). Die Defense war aufmerksamer, und daraus resultierten auch einfachere Punkte im Angriff. Für neue Spannung sorgte Vechta natürlich nicht, dafür war der Rückstand zu groß, dafür war Alba einfach zu gut besetzt. Aber: Vechta hielt jetzt besser mit. Und Herkenhoff sammelte mit acht Punkten in Serie Selbstvertrauen für kommende Aufgaben. Nach drei Vierteln lag Rasta mit 50:79 zurück.

Das 4. Viertel: Rasta versuchte weiter, ein gutes Gefühl für das Bamberg-Spiel zu bekommen. Offensiv ging einiges leichter von der Hand, weil Alba nicht mehr so stark verteidigte. Es war ein lockeres Spielchen ohne große Fouls oder Auszeiten. Immerhin: Rasta konnte die zweite Halbzeit halbwegs ausgeglichen gestalten (41:44). 

Die Trainer-Stimme nach dem Spiel: Rastas Coach Pedro Calles sagte über die Steigerung nach dem Seitenwechsel: "Die zweiten 20 Minuten konnten ja auch nicht schlechter sein als die ersten 20 Minuten." Mit Blick auf das Bamberg-Spiel meinte er: "Wir müssen mit mehr Energie spielen als heute in der ersten Halbzeit."

Der Ausblick: Die Gruppe B absolviert ihren letzten Vorrundenspieltag am Montag. Im Duell zwischen Bamberg und Rasta Vechta (16.30 Uhr) geht es um die letzten beiden Tickets für das Viertelfinale (ab Mittwoch) - und Frankfurt drückt dabei Bamberg die Daumen. Ab 20.30 Uhr kämpfen Alba Berlin und die Riesen Ludwigsburg um den Gruppensieg. In der Gruppe A stehen alle vier Viertelfinal-Teilnehmer bereits fest. Offen ist nur noch, wer Zweiter und Dritter wird. Bayern München und die EWE Baskets Oldenburg spielen diese beiden Plätze am Sonntag (19.00 Uhr) im direkten Duell aus. Ulm steht als Gruppensieger fest, die BG Göttingen ist Vierter.


Rasta Vechta - Alba Berlin 72:102 (31:58)

  • Viertel: 13:26, 18:32, 19:21, 22:23
  • Punkte Rasta Vechta: Trevis Simpson (21), Jaroslaw Zyskowski (16), Philipp Herkenhof (14), Ishmail Wainright (10), Matic Rebec (6), Luc van Slooten (3), Jarelle Reischel (2).
  • Punkte Alba Berlin: Peyton Siva (16), Rokas Giedraitis (15), Landry Nnoko (14), Niels Giffey, Jonas Mattisseck (je 11), Tyler Cavanaugh (8), Markus Eriksson (7), Martin Hermannsson, Keneth Ogbe (je 6), Johannes Thiemann, Lorenz Brenneke (je 4).

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