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123:97 – Rasta feuert aus allen Rohren und zermürbt die Gladiators Trier

Neuer Klubrekord beim Rekordspiel von Philipp Herkenhoff: Rasta Vechta machte am Samstagabend so viele Punkte wie noch nie in der 1. Bundesliga.

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Rein ins Getümmel: Rastas Tevin Brown am Samstag im Spiel gegen Trier. Foto: Becker

Rein ins Getümmel: Rastas Tevin Brown am Samstag im Spiel gegen Trier. Foto: Becker

Der Höhenflug geht weiter: Die Basketballer von Rasta Vechta haben auch den starken Aufsteiger Gladiators Trier ausgebremst und einen weiteren Schritt in Richtung Play-Ins gemacht. Der heimische Bundesligist feierte am Samstagabend einen 123:97 (55:57)-Sieg und stellte im Rekordspiel von Philipp Herkenhoff (182. Spiel für Rasta) einen neuen Klubrekord auf. 123 Punkte in der BBL – das gab's noch nie. Und die alte Bestmarke (121 Punkte gegen Ludwigsburg) war noch gar nicht so alt. Gleich sechs Spieler punkteten zweistellig: Tevin Brown (21), Tommy Kuhse (20), TJ Bamba, Alonzo Verge (je 17), Malik Parsons (16) und Lars Thiemann (14). Für Rasta war's der siebte Sieg in den letzten acht Spielen – und vor allem das Schlussviertel (35:16) war berauschend. Im drittletzten Heimspiel der Hauptrunde gewann Rasta auch den direkten Vergleich – das könnte noch mal wichtig werden.


Infos rund um das Spiel

Das Personal: Nichts Neues bei Rasta: Tibor Pleiß (Innenbandriss im rechten Knie) und Joschka Ferner (Bänderverletzung im Sprunggelenk) waren erneut nur Zuschauer, alle anderen Spieler waren einsatzfähig. Booker Coplin setzte abermals als 7. Ausländer aus. Komplettiert wurde der Spieltagskader durch Linus Trettin und Roy Krupnikas. Center-Talent Fynn Lastring, der zuletzt dem BBL-Kader angehörte, spielte derweil parallel mit den Artland Dragons in der 2. Liga ProA gegen Tübingen.

Das Duell der Top-Guards: Rastas Alonzo Verge und Triers Jordan Roland stehen quasi seit Saisonbeginn im Rampenlicht – weil sie das Spiel ihrer Teams prägen. Vechtas Guard liegt mit 18,3 Punkten pro Partie auf Platz drei im BBL-Scorer-Ranking (zudem Dritter bei den Assists - 6,4 pro Spiel). Roland liegt knapp vor ihm auf Rang zwei (18,4 Punkte im Schnitt). Im Hinspiel, das Trier mit 96:87 gewann, kamen beide Amerikaner auf 26 Punkte.

Der Rekordspieler: Mit seinem 182. Pflichtspieleinsatz für Rasta Vechta stieg Philipp Herkenhoff am Samstagabend zum alleinigen Rekordspieler des Klubs auf. Hier geht's zum Interview mit dem 26 Jahre alten Power Forward und Center, der im vergangenen Sommer nach vier Jahren in Ulm an die Pariser Straße zurückgekehrt ist.


Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Wie schon im Heimspiel gegen Bamberg, als es ruck, zuck 19:2 stand, erwischte Rasta Vechta einen super Start. Gute Defense, gute Ballbewegung, energischer Zug zum Korb - das waren die Bausteine auf dem Weg zu einer 17:6-Führung. Kurz danach hieß es sogar 22:9, und Triers Trainer Jacques Schneider, der zweitjüngste Coach der BBL, nahm seine erste Auszeit. Es wurde zunächst nicht besser aus Sicht des forschen Aufsteigers, beim 30:12 verbuchte Rasta seine größte Führung. Dann aber fand Trier einen Zugang zur Partie, angeführt von Steven Ashworth. Nach dem ersten Viertel hieß es dann 36:24 für Rasta.

Das 2. Viertel: 41:27 und 43:32 – zu Beginn des zweiten Abschnitts konnte Rasta seine zweistellige Führung zunächst verteidigen. Aber dann schaltete Triers Jordan Roland einen Gang höher. Der Guard war kaum zu verteidigen und sorgte dafür, dass Rasta nur noch mit 45:42 führte - zu diesem Zeitpunkt hatte Roland bereits 16 Punkte auf seinem Konto. Trier blieb am Drücker, glich zum 51:51 aus und ging danach selbst erstmals in Führung (55:53). Stark in dieser Phase: Center-Routinier Maik Zirbes, der mit seiner Masse und Klasse, mit seiner Erfahrung und Übersicht, nicht stoppen war (zwölf Punkte, drei Rebounds, drei Assists). Zur Pause lag Rasta dann mit 55:57 zurück. 112 Punkte nach 20 Minuten - ein echtes Highscoring-Spiel.

Zu zweit in der Defense: Lars Thiemann (links) und TJ Bamba (rechts) gegen Triers Marten Linßen. Foto: BeckerZu zweit in der Defense: Lars Thiemann (links) und TJ Bamba (rechts) gegen Triers Marten Linßen. Foto: Becker

Die Statistik zur Pause: Topscorer der ersten Halbzeit war Triers Jordan Roland mit 16 Punkten, gefolgt von Rastas Alonzo Verge (15). Ebenfalls zweistellig hatten die Trierer Maik Zirbes (12) und Steven Ashworth (11) sowie die beiden Rasta-Spieler Lars Thiemann und Tevin Brown (je 10) gepunktet. Trier dominierte bei den Rebounds (22:16) und lag auch bei den Assists (13:11) vorne. Triers Dreier-Quote war stark (8/19), bei Rasta gab's hier noch Luft nach oben (4/12). Stark bei Rasta: Bislang gab's nur zwei Ballverluste. Die große Frage zur Pause lautete: Wer bringt seine Defense zuerst auf ein besseres Niveau?

Das 3. Viertel: Nach dem Seitenwechsel schaffte es Trier, seine kleine Führung zu halten. Die Gäste zeigten eindrucksvoll, warum sie die beste Offense der Liga haben. Ein hohes Tempo mit und ohne Ball stellte Rasta vor Probleme. Ein paar Etappen aus Rasta-Sicht: 60:64, 66:66, 67:73, 70:78. Vechta lief Gefahr, die Kontrolle zu verlieren. Aber dann passierte das, was schon so oft im Dome passierte: Eine Wende aus dem Nichts. Mit einer 13:0-Serie machte Rasta aus einem 70:78 ein 83:78, Auszeit Trier, und die Arena bebte. Und die Stimmung explodierte, als Tommy Kuhse mit der Schlusssirene per Dreier aus acht Metern zum 88:81 traf.

Das 4. Viertel: Rasta erwischte einen super Start in die entscheidende Phase. Eine 8:0-Serie bescherte Rasta eine 96:81-Führung, Trier blieb fast drei Minuten ohne Punkt. Und Rasta blieb mit dem Fuß auf dem Gaspedal - angeführt von Kuhse, der ein sehr kontrollierter Taktgeber war und auch wichtige Würfe traf (schwerer Mitteldistanzwurf zum 105:90, Dreier zum 108:92). Rasta hatte es tatsächlich geschafft, den Gladiators den Zahn zu ziehen. Und jetzt ging es nur noch um den direkten Vergleich nach dem „minus neun“ im Hinspiel. Auch das klappte - es war ein berauschendes Finish.


Rasta Vechta - Gladiators Trier 123:97

  • Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (16), TJ Bamba (17), Luc van Slooten (0), Tevin Brown (21), Alonzo Verge (17), Tommy Kuhse (20), Philipp Herkenhoff (7), Linus Trettin (2), Lars Thiemann (14), Roy Krupnikas (ohne Einsatz), Lloyd Pandi (9).
  • Punkte Gladiators Trier: Steven Ashworth (14), Clay Guillozet (4), Behnam Yakhchali (5), Marco Hollersbacher (11), Marten Linßen (3), Jordan Roland (28), Urald King (2), Evans Rapieque (0), Nolan Adekunle (0), JJ Mann (3), Maik Zirbes (14), George King (13)
  • Halbzeit: 55:57
  • Viertel: 36:24, 19:33, 33:24, 35:16
  • Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Der Ausblick: Für Rasta Vechta geht's am nächsten Sonntag (19. April, 18.00 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Towers Hamburg weiter. Die Towers, die lange tief im Tabellenkeller waren, machen sich auch noch Hoffnungen auf einen Play-Ins-Platz. Am Freitag kassierten sie aber einen 94:99-Dämpfer beim Mitteldeutschen BC.

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