Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

120:98 - Rastas Ballermänner verbuchen die nächsten Rekorde

Die Basketballer von Rasta Vechta haben mit dem neunten Sieg in den letzten zehn Spielen ihre Ambitionen auf eine Saisonverlängerung untermauert.

Artikel teilen:
Prächtige Laune im Dome: Rastas Team feiert einen erfolgreichen Dreier gegen Braunschweig. Foto: Becker

Prächtige Laune im Dome: Rastas Team feiert einen erfolgreichen Dreier gegen Braunschweig. Foto: Becker

Die Basketballer von Rasta Vechta sind weiter auf Play-Ins-Kurs: Der heimische Bundesligist feierte am Freitagabend mit dem 120:98 (75:50) gegen die Löwen Braunschweig seinen neunten Sieg in den letzten zehn Partien. Die Ballermänner der Liga stellten dabei zwei weitere Rekorde auf: 75 Punkte in einer Halbzeit sind ein neuer Klubrekord, und die 44 Punkte im zweiten Viertel sind eine neue BBL-Alltime-Bestmarke. Schlusslicht Braunschweig konnte nur im ersten Viertel halbwegs mithalten, danach rollte die orange-farbene Dampfwalze unaufhaltsam dem nächsten Heimsieg entgegen. Rastas Topscorer war Alonzo Verge mit 29 Punkten. Ebenfalls zweistellig punkteten TJ Bamba (19), Tevin Brown (16), Malik Parsons und Philipp Herkenhoff (je 15). Kurios: Rasta verlor die Viertel drei und vier, das änderte aber nichts an den klaren Verhältnissen.


Die letzten Infos vor dem Spiel

Das Personal, Teil eins: Nichts Neues bei Rasta Vechta: Tibor Pleiß (Innenbandriss im rechten Knie) und Joschka Ferner (Sprunggelenk) sind nach wie vor nicht dabei. Einen genauen Comeback-Termin gibt's noch nicht.

Das Personal, Teil zwei: Ein weiteres Center-Talent von Rasta Vechta wechselt in die US-College-Liga NCAA. Der Klub gab am Freitagnachmittag bekannt, dass Fynn Lastring in der neuen Saison für die New Mexico Lobos aus Albuquerque spielen wird. Der Youngster, der am 11. Mai 19 Jahre alt wird, ist damit nach Kilian Brockhoff (2023) und Johann Grünloh (2025) das dritte Rasta-Talent, das in Vechta den Sprung in die NCAA geschafft hat. Der 18-jährige Lastring, der im Sommer 2024 aus dem Nachwuchs des VfL Bochum nach Vechta gekommen ist, hat an der Pariser Straße eine rasante Entwicklung hingelegt. In der laufenden Saison war bzw. ist er Stammspieler bei Rastas Kooperationspartner Artland Dragons (2. Liga ProA) sowie ins Rastas Farmteam in der ProB Nord. Zudem dominierte der 2,08 m große und 110 kg schwere Center bei seinen Spielen mit der U19 in der Nachwuchs Basketball Bundesliga. Rastas NBBL-Team um Lastring fehlt nur noch ein Sieg zur erneuten Qualifikation für das „Top Four“.

Das Hinspiel: Am 27. Dezember 2025 verlor Rasta Vechta mit 77:98 in Braunschweig - es war ein Tiefpunkt in dieser Saison. Ex-Rasta-Guard Grant Sherfield war mit 30 Punkten der überragende Braunschweiger. Sherfield ist inzwischen aber nicht mehr bei den Löwen, der Vertrag wurde aufgelöst.

Der Gegner: Totgesagte leben länger - das gilt für die Löwen Braunschweig. Der Dennis-Schröder-Klub taumelte bereits dem Abstieg in die 2. Liga ProA entgegen, mit drei Siegen in den letzten vier Spielen schürte der Tabellenletzte um Ex-Rasta-Kapitän Chavares Flanigan aber die Hoffnungen auf eine späte Rettung. „Wir haben nur Endspiele und der einzige Weg, diese zu bestreiten, ist, sie zu gewinnen. Hoffentlich sind wir noch rechtzeitig, um die Chance zu haben, bis zum letzten Spieltag um den Verbleib in der BBL zu kämpfen“, sagte Braunschweigs Coach Ramon Diaz vor dem Gastspiel in Vechta


Raus mit der Freude: Rastas TJ Bamba am Freitagabend im Braunschweig-Spiel. Foto: BeckerRaus mit der Freude: Rastas TJ Bamba am Freitagabend im Braunschweig-Spiel. Foto: Becker

Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Nimmt Rasta den Tabellenletzten auf die leichte Schulter? Passt der Fokus? Nun, die ersten Minuten der Gastgeber waren sehr durchwachsen. In der Defense gab's einige Lücken, und vorne hing Rasta über weite Strecken am Tropf von Alonzo Verge, der zwölf der ersten 19 Punkte machte. Rastas Coach Christian Held machte aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl, mehrfach wurde er laut. Auffällig: Im ersten Viertel wechselte die Führung elfmal hin und her. Eine späte 7:0-Serie zum 28:22 war dann die Basis für eine 31:25-Führung für Rasta nach den ersten zehn Minuten.

Das 2. Viertel: Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnte sich Rasta erstmals etwas absetzen. Zwei Dreier von Tevin Brown sowie ein Dreier von Philipp Herkenhoff führten zu einem 40:27, kurz danach hieß es sogar 46:31 für den Tabellenneunten. Der Schlüssel: eine Steigerung in der Defense. Jetzt lief es wie geschmiert. Herkenhoff (2) und Brown (1) legten drei weitere Dreier nach. 55:37 - Rasta hatte kurz die Muskeln spielen lassen. Braunschweig zerfiel danach in seine Einzelteile. Und Rasta feuerte weiter aus allen Rohren. Ein Beispiel gefällig: Rasta verbuchte im zweiten Viertel eine Dreier-Quote von 9/10. Der absolute Wahnsinn. Der Vorsprung wurde immer größer. Und zur Pause hatte Rasta bereits 75 Punkte auf dem Konto (75:50).

Die Rasta-Rekorde zur Pause: 75 Punkte in 20 Minuten - ein neuer Klubrekord für Vechta. Damit nicht genug: Die 44 Punkte im zweiten Viertel sind ein neuer BBL-Alltime-Rekord. Noch nie hat ein Team so viele Punkte in einem Viertel gemacht. Die alte Bestmarke datierte vom 16. November 2019. Die Beteiligten: Rasta und Braunschweig, Vechta machte damals im vierten Viertel 43 Punkte.

Die Statistik zur Pause: Rastas Alonzo Verge war Topscorer mit 21 Punkten, gefolgt von Philipp Herkenhoff (13) und TJ Bamba (12). Beste Werfer der Löwen waren Ferdinand Zylka (12), Simmi Shittu (11) und David N'Guessan (10). Rastas Dreier-Quote war überragend (12/19, 63 Prozent), die Braunschweiger hatten derweil große Probleme aus der Distanz (2/15). Ebenfalls auffällig: Rastas überragende Bilanz aus der Nah- und Mitteldistanz (16/17).

Flugshow im Dome: Rastas Alonzo Verge gegen Braunschweigs Kaza Kajami-Keane. Foto: BeckerFlugshow im Dome: Rastas Alonzo Verge gegen Braunschweigs Kaza Kajami-Keane. Foto: Becker

Das 3. Viertel: Die Richtung war klar, Rasta hatte alles im Griff - aber bleibt Vechta mit dem Fuß auf dem Gas? Die Trefferquoten gingen zwar etwas runter, aber die Ballermänner der Liga hatten noch lange nicht genug. Allerdings: In der Defense ließ Rasta nach. Mit der Folge, dass die Gastgeber den dritten Viertel knapp verloren. Mit einem 99:75 für Rasta ging es in das letzte Viertel. Und die große Frage lautete: Wackelt der BBL-Saisonrekord von 123 Punkten? Diese Bestmarke hatte Rasta kürzlich gegen Trier aufgestellt.

Das 4. Viertel: Mitte des Schlussviertels nahm Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit des Abends. Der Grund: Das Spiel plätscherte nur noch vor sich hin. Und: In Rastas Auftritt hatten sich diverse Nachlässigkeiten eingeschlichen, aus einem 105:75 war ein 110:89 geworden. Die Intensität der ersten Halbzeit kam dann nicht mehr zurück, es war ein unspektakuläres Austrudeln, an dessen Ende ein 120:98-Sieg stand.


Rasta Vechta - Löwen Braunschweig 120:98

  • Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (15), TJ Bamba (19), Luc van Slooten (0), Tevin Brown (16), Alonzo Verge (29), Tommy Kuhse (9), Philipp Herkenhoff (15), Linus Trettin (0), Lars Thiemann (8), Roy Krupnikas (0), Lloyd Pandi (9).
  • Punkte Löwen Braunschweig: Adrian Worthy (ohne Einsatz), David N'Guessan (16), Benjamin Schröder (8), Josh Hawley (5), Ferdinand Zylka (22), Joshua Obiesie (0), Bryant Crawford (17), Leonhard Laar (ohne Einsatz), Kaza Kajami-Keane (11; dazu 10 Assists), Chavares Flanigan (4), Simmi Shittu (15; dazu 10 Rebounds).
  • Halbzeit: 75:50
  • Viertel: 31:25, 44:25, 24:25, 21:23
  • Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Der Ausblick: Rasta Vechta hat in der Hauptrunde 25/26 noch drei Spiele zu absolvieren. Am 3. Mai (Sonntag, 16.30 Uhr) gastiert die Held-Crew beim Spitzenreiter Bayern München. Danach folgen die Partien gegen die Rostock Seawolves (8. Mai, Freitag, 18.30 Uhr) und bei den Academics Heidelberg (10. Mai, Sonntag, 16.30 Uhr). Sollte sich Rasta für die Play-Ins qualifizieren, steht dort am 12. Mai (Dienstag) die erste Partie an.

Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

120:98 - Rastas Ballermänner verbuchen die nächsten Rekorde - OM online