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109:95 - Rasta Vechta feiert Sieg in Bremerhaven

Der Basketball-Zweitligist vergrößert den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz - angeführt von Joel Aminu, Josh Young und Tajuan Agee. Hier der Nachbericht mit einigen Reaktionen.

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Freie Bahn zum Korb: Rastas Josh Young. Foto: Bente

Freie Bahn zum Korb: Rastas Josh Young. Foto: Bente

Mit der Schlusssirene in der Stadthalle Bremerhaven fand auch der zuvor hadernde Taktgeber seinen Frieden mit diesem Abend. James Washington, bis dato eher glücklos und klar im Schatten diverser Teamkollegen, traf nach vier Fahrkarten seinen ersten Dreier. Die Punkte 107, 108 und 109 für Rasta Vechta – und das i-Tüpfelchen auf einen famosen Auftritt. Vergessen war der Frust der letzten Wochen, als es vier Niederlagen in Serie gab. Vergessen waren die Zweifel, die Sorgen um den Klassenerhalt. Für einen kurzen Moment herrschte eitel Sonnenschein.

Denn: Rasta hat am Mittwochabend mit dem 109:95 (54:54)-Sieg bei den Eisbären Bremerhaven ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf der 2. Basketball-Bundesliga ProA gesetzt. Der Ex-Erstligist hängt zwar weiter auf Platz 14 fest, eine der besten Vorstellungen in dieser Saison schürte aber die Hoffnungen auf einen versöhnlichen Endspurt. Und: Rasta vergrößerte das Polster auf den ersten Abstiegsplatz, auf die Artland Dragons, auf sechs Punkte.

„Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns“, sagte Rastas Trainer Vladimir Lucic. Er war „sehr stolz“ auf das Team, das rund um die Reise an die Nordsee allen Widrigkeiten getrotzt hatte. Rasta spielte ohne Robin Lodders (angebrochene Nase), Preston Purifoy (Knie), Devin Searcy (nicht mehr im Kader) sowie Sa'eed Nelson (Oberschenkel) – und behielt trotzdem die Oberhand.

109 Punkte auswärts: Neuer ProA-Rekord für Rasta

„Wir haben clever gespielt und das Spiel kontrolliert“, sagte Lucic. Zwar war der Serbe „nicht zufrieden mit der Defense“, das Feuerwerk in der Offense ließ ihn aber strahlen. 109 Punkte in fremder Halle – ein neuer ProA-Rekord für Rasta, die alte Auswärtsbestmarke datierte aus der Saison 2012/13 (zweimal 106 in Kirchheim und Gotha).

„Wir hatten Spaß“, frohlockte Kristofer Krause, der mit zwölf Punkten einen großen Anteil am achten Saisonsieg hatte. Und er ergänzte: „Wir haben immer an uns geglaubt. Irgendwann musste der Knoten ja mal platzen.“ Nach der jüngsten Durststrecke habe man diesen Sieg bei den offensivstarken Eisbären, die im Januar Vizemeister Leverkusen sowie die beiden Platz-1-Anwärter Jena und Rostock überrollt hatten, „dringend gebraucht“, so Krause: „Gerade ist uns ein großer Stein vom Herzen gefallen.“

Überragender Akteur bei Rasta war Joel Aminu mit 29 Punkten, vier Steals und drei Rebounds. „So ein Spiel wie heute hatte ich sicherlich noch nicht – das fühlt sich richtig gut an“, sagte Aminu, der seine alte ProA-Bestmarke aus Hagener Zeiten (23 Punkte im März 2018 gegen Trier) deutlich überbot. Er lobte danach aber das Kollektiv: „Alle haben ein super Spiel gemacht, fünf von uns haben zweistellig gepunktet. Jeder hat seinen Teil dazu beitragen.“ Durch das zuletzt spielfreie Wochenende habe man „etwas mehr Zeit gehabt, als Team zusammenzufinden“, sagte Aminu. Das Team habe diesmal gut funktioniert, „und dann fällt es einem auch leichter, so zu scoren.“

Neben Aminu und Krause punkteten auch Kapitän Josh Young (24), Tajuan Agee (18) und Tyrone Nash (13) zweistellig. Agee holte zudem zwölf Rebounds und verbuchte damit sein erstes Double-Double in der ProA – es war sein bislang bestes Saisonspiel, die vier Ballverluste trübten den positiven Gesamteindruck nur kurz.

Starker Auftritt in Bremerhaven: Tyrone Nash (rechts). Foto: ScheerStarker Auftritt in Bremerhaven: Tyrone Nash (rechts). Foto: Scheer

Rasta schüttelte den 2:9-Fehlstart zügig ab und verbuchte zu Beginn des zweiten Viertels zwei Elf-Punkte-Führungen (32:21, 34:23). Dieses Niveau konnte Rasta nicht halten, kassierte eine 3:15-Serie zum 37:38, um danach aber den Eisbären einen offenen Schlagabtausch mit wechselnden Führungen zu liefern. Offensiv war's top, defensiv hatte Rasta dagegen Probleme, Kevin Yebo und Co. zu stoppen.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich Rasta wieder auf 73:58 ab, ließ dann aber einen 0:11-Lauf zu – neun der elf Punkte kassierte Rasta binnen 16 Sekunden. Der Gast blieb cool und zog wieder weg (88:75, 97:82).

„Heute hat vieles von dem geklappt, wie ich mir unser Spiel vorstelle“, so Lucic nach der ersten Partie vor Zuschauern seit dem 20. November (in Tübingen). Apropos Zuschauer, mit Blick auf das Heimspiel am Samstag gegen Bochum meinte Aminu: „Meine Vorfreude auf unsere Fans am Samstag ist unglaublich groß.“

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