Die Basketballer von Rasta Vechta haben ihr Heimspiel gegen die Academics Heidelberg mit 109:87 (51:50) gewonnen. Angeführt von einem überragenden Kapitän Chavares Flanigan, der 30 Punkte machte, und dank eines starken Schlussviertels (33:15) feierte der BBL-Aufsteiger seinen 13. Saisonsieg. Ebenfalls zweistellig punkteten Joschka Ferner (22), Joel Aminu (18), Tommy Kuhse und Ryan Schwieger (je 11). Hier gibt's den Live-Ticker zum Nachlesen. Und einen ausführlichen Nachbericht gibt's hier.
Das 1. Viertel: Den ersten zehn Minuten der Partie drückte Chavares Flanigan seinen Stempel auf. Rastas Kapitän kam auf 14 Punkte, vier Rebounds und zwei Assists. Rasta dominierte den ersten Abschnitt. 8:0, 20:10, 34:15, 36:22 - Etappen der Überlegenheit der Gastgeber, die hochprozentig trafen (u.a. 5/9 Dreier).
Das 2. Viertel: Nach den Punkten 15 bis 17 von Chavares Flanigan (Dreier zum 39:22) erlaubte sich Rasta den ersten Hänger des Tages. Offensiv gab's einige Fahrkarten und Ballverluste, und nach einem 1:12-Lauf zum 40:34 nahm Coach Ty Harrelson seine erste Auszeit - es gab einiges zu besprechen. Nach einer leichten Besserung und Punkten von Tommy Kuhse zum 42:34 und Ryan Schwieger zum 45:37 folgte der nächste kleine Negativlauf (0:6 zum 47:45). Auszeit Nummer zwei von Harrelson. Irgendwie war der Wurm drin. Die Folge: Heidelberg glich zum 47:47 aus und führte plötzlich mit 50:47 - in Summe ein 11:0-Lauf des Tabellenletzten. Immerhin: Nach Flanigans Punkten 18 und 19 sowie einem starken Mitteldistanzwurf von Joel Aminu ging Rasta mit einer 51:50-Führung in die Pause.
Die Statistik zur Pause: Chavares Flanigan war mit 19 Punkten (u.a. 7/9 aus dem Feld) der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt Teamkollege Ryan Schwieger (11) sowie den Heidelbergern Elijah Childs (12) und Elias Lasisi (10). Heidelberg, eigentlich das schlechteste Dreier-Team der Liga, glänzte mit einer starken Quote von jenseits der 6,75-m-Linie (7/16). Rasta konnte das hohe Niveau vom ersten Viertel (5/9) nicht halten (7/19 zur Pause). Bei den Rebounds lag Rasta vorne (20:14), bei den Assists auch (12:10). Die wichtigste Erkenntnis: Vechta hatte eine 19-Punkte-Führung (34:15) verspielt.
Das 3. Viertel: In den ersten vier Minuten der zweiten Halbzeit gab es sechs Führungswechsel - und es blieb eine enge Kiste. Nicht schön, aber spannend. Kurz vor dem Viertelende konnte sich Rasta erstmals wieder etwas absetzen (76:69), ehe Heidelbergs Guard Bennet Hundt aus gut zehn Metern mit der Sirene zum 76:72 traf. Das Flanigan-Update: Der Rasta-Kapitän hatte inzwischen 24 Punkte gesammelt. Überragend bei den Gästen: Neuzugang Elijah Childs mit 21 Punkten und acht Rebounds.
Das 4. Viertel: Zu Beginn des Schlussviertels gab's eine wilde Phase, in der Heidelberg etwas die Kontrolle verlor. Rasta nutzte das gnadenlos aus und setzte sich auf 90:78 ab. Knapp sechseinhalb Minuten vor dem Ende nahm Heidelbergs Coach Ingo Freyer seine letzte Auszeit. Was dann folgte, riss die Rasta-Fans von den Sitzen. Die Harrelson-Crew drehte für ein paar Minuten richtig auf und führte plötzlich mit 107:83. Sehr stark in dieser Phase: Joschka Ferner und Joel Aminu.
Rasta Vechta - Academics Heidelberg
- Punkte Rasta Vechta: Luc van Slooten (4), Nat-Sidi Diallo (0), Joschka Ferner (22), Tommy Kuhse (11), Ryan Schwieger (11), Johann Grünloh (4), Joel Aminu (18), Wesley Iwundu (0), Chavares Flanigan (30), Spencer Reaves (2), Richmond Aririguzoh (7).
- Punkte Academics Heidelberg: Isaiah Whaley (8), Niklas Würzner (2), Josh Gray (0), Elijah Childs (23), Elias Lasisi (12), Akeem Vargas (3), Abu Kigab (12), Marcel Keßen (6), Jeffrey Carroll (5), Bennet Hundt (16).
- Zuschauer: 3140 (ausverkauft).
- Halbzeit: 51:50.
- Viertel: 36:22, 15:28, 25:22, 33:15.
Die letzten Infos vor dem Spiel
Die beiden Starting-Five-Formationen: Noch zehn Minuten bis zum Sprungball. Die beiden Trainer haben sich festgelegt: Für Rasta starten der von den BBL-Managern zum Hinrunden-MVP gekürte Tommy Kuhse, Kapitän Chavares Flanigan, Wesley Iwundu, Joschka Ferner und Johann Grünloh - eine bewährte Formation. Heidelberg beginnt derweil mit Isaiah Whaley, Neuzugang Elijah Childs, Elias Lasisi, Bennet Hundt und Jeffrey Carroll, der nach seiner Aussortierung aus dem Kader im Dezember nun wieder dabei ist.
Die Gäste aus der NBA: Rasta Vechta hatte mal wieder Scouts aus der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA zu Gast. Diesmal waren es Can Pelister von der Los Angeles Lakers und Albert Robledillo von den Golden State Warriors, die sich ein Live-Bild von Rastas Center-Talent Johann Grünloh machen wollten.
Das Hinspiel: Beim 113:76-Erfolg in Heidelberg stellte Rasta gleich sechs BBL-Klubrekorde auf: der höchste Auswärtssieg in der 1. Liga, die meisten Punkte in 40 Minuten (113) und in einer Halbzeit (70), die meisten Assists (31) und die meisten Dreier (20). Zudem verbuchte Joschka Ferner mit "+43" den höchsten Plus/Minus-Wert eines Rasta-Spielers in der BBL. Die Pleite kostete dem damaligen Academics-Coach Jonas Iisalo den Job. Ingo Freyer übernahm - für den erfahrenen Trainer ist es die nächste Rettungsmission.
Der Gegner: Heidelberg, ein Standort mit großer Basketball-Tradition und Erstliga-Vergangenheit, spielt seit 2021 wieder im Oberhaus. In der Debütsaison gab's Platz 15, gefolgt vom 12. Rang in der Spielzeit 22/23. In der laufenden Saison haben die Heidelberger vor allem zu Hause große Probleme, alle zehn Heimspiele gingen verloren. Die drei Saisonsiege gab's allesamt auswärts - in Tübingen, in Crailsheim und beim Freyer-Debüt in Braunschweig.
Das Personal bei Rasta: Vechtas Coach Ty Harrelson kann aus dem Vollen schöpfen, alle elf Mann sind an Bord. Die Suche nach einem Ersatz für Xeyrius Williams, den es nach dem Hinspiel in Heidelberg nach Polen zog, läuft noch.
Das Personal in Heidelberg: Für Vincent Kesteloot und Tim Coleman ist die Saison aufgrund von schweren Verletzungen bereits beendet. Rückkehrer Paul Zipser, einst Chicago Bulls und Bayern München, hat derweil große Knieprobleme. Er verpasste auch das Hinspiel. Neu in Heidelberg ist der aus Ludwigsburg gekommene Elijah Childs, der in Vechta seine Premiere im Academics-Trikot feiert.
Die Topscorer in Heidelberg: Abu Kigab (12,8 Punkte pro Spiel), Josh Gray (12,7) und Isaiah Whaley (12,2 Punkte pro Spiel) führen die Freyer-Crew an. Center Marcel Keßen ist guter Dinge für das Spiel in Vechta: "Wenn wir alles raushauen, ist sicherlich ein kleiner Überraschungssieg für uns drin."
Das sind die Rasta-Stimmen vor dem Spiel: "Heidelberg ist jetzt ein ganz anderer Gegner als vor vier Wochen. Wir können also nicht all zu viele Erkenntnisse aus dem Hinrundenspiel mitnehmen. Ingo Freyer hat viel Erfahrung und weiß sehr gut, was er tut. Wir müssen uns also sehr gut vorbereiten und dürfen nicht annehmen, dass wir irgendwas geschenkt bekommen", sagt Rastas Coach Ty Harrelson. Guard Ryan Schwieger ergänzt: "Ob wir das erste Aufeinandertreffen gewonnen oder verloren haben, spielt keine Rolle. Wir können ja nicht auf das Ergebnis in Heidelberg schauen und deshalb denken, dass wir es jetzt leicht haben werden."
Die Rasta-Bilanz gegen Heidelberg: Das Hinspiel war das erste Duell auf BBL-Niveau. In der 2. Bundesliga ProA gab's acht Duelle (7:1 für Rasta).
Die BBL-Spiele vom Freitag und Samstag: Am Freitagabend feierten die Crailsheim Merlins einen 96:85-Sieg im Kellerduell in Tübingen und beförderten damit Heidelberg auf den letzten Platz. Spitzenreiter Niners Chemnitz setzte sich am Samstag bei den Rostock Seawolves mit 94:90 durch, für Rostock war's die sechste Niederlage in Serie. Die Telekom Baskets Bonn behielten derweil mit 87:80 in Hamburg die Oberhand. Heimsiege gab's unterdessen für die Riesen Ludwigsburg (97:72 gegen Göttingen) und die Bamberg Baskets (108:78 gegen den Mitteldeutschen BC). Die EWE Baskets Oldenburg sind erst am Montagabend bei Bayern München gefordert.