Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

101:64 - Rastas Kantersieg mit Dreier-Show von Tevin Brown

Rasta Vechta hat im Abstiegskampf der 1. Basketball-Bundesliga ein Ausrufezeichen gesetzt. Rasta fegte mit einem 37-Punkte-Sieg über Jena hinweg.

Artikel teilen:
Der Mann für die Dreier: Rastas Tevin Brown feiert einen seiner Dreier gegen Jena. Foto: Becker

Der Mann für die Dreier: Rastas Tevin Brown feiert einen seiner Dreier gegen Jena. Foto: Becker

Was für ein Auftritt! Die Basketballer von Rasta Vechta haben im Abstiegskampf der 1. Bundesliga ein Ausrufezeichen gesetzt - und die Steilvorlagen der Konkurrenz in beeindruckender Art und Weise genutzt. Rasta feierte am Freitagabend im Kellerduell gegen Aufsteiger Science City Jena einen 101:64 (53:43)-Sieg und entschied damit nach der 17-Punkte-Niederlage im Hinspiel auch den direkten Vergleich für sich.

Überragender Akteur bei Rasta war Tevin Brown mit 30 Punkten und einer sagenhaften Dreier-Quote von 7/8. Der Matchwinner holte zudem sieben Rebounds. Alonzo Verge kam derweil auf 22 Punkte, fünf Rebounds, sieben Assists und drei Steals. Nach einem klassischen Fehlstart (0:13) riss sich Rasta zusammen und fegte dank einer starken Defense über die Thüringer weg - und das ohne TJ Bamba, Joschka Ferner und Booker Coplin. Malik Parsons kam derweil bei seinem Debüt im Rasta-Trikot auf zwölf Punkte, sechs Rebounds, zwei Assists und drei Steals. In der Tabelle rückte Rasta vom 16. auf den 13. Platz vor.


Die letzten Infos vor dem Spiel

Das Personal bei Rasta Vechta: Das Verletzungspech ist zurück bei Rasta. Neben Booker Coplin (Fuß) und Joschka Ferner (Finger), die bereits im letzten Spiel vor der Pokal- und Länderspielpause in Bonn gefehlt hatten, musste am Freitag auch TJ Bamba aussetzen. Der Amerikaner, zuletzt in bestechender Form, war nach einem kleinen operativen Eingriff am Auge auch nur Zuschauer. Ein längerer Ausfall von Bamba sei aber nicht zu befürchten, so Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele. Das Derby bei den EWE Baskets Oldenburg am Sonntag (18.00 Uhr) dürfte allerdings zu früh kommen. Malik Parsons, Rastas dritte Nachverpflichtung nach Coplin und Tibor Pleiß, feierte unterdessen sein Debüt für Vechta.

Das Personal bei Science City Jena: Auch die Thüringer hatten einen neuen Guard dabei. Am Donnerstag hatte Jena die Verpflichtung von Jack Pagenkopf bekanntgegeben. Der 28-Jährige ist Jenas letzte Nachverpflichtung. Der Amerikaner wechselte von Rastas Europe-Cup-Quali-Gegner Balkan Botevgrad an die Saale. In den beiden Fiba-Partien gegen Vechta hatte Pagenkopf 17 bzw. 22 Punkte für Bulgariens Spitzenreiter gemacht, er war damit jeweils Topscorer für sein Team. Nun soll er Jena nach vorne bringen. „Wir waren während der ganzen Zeit noch auf der Suche nach einem Aufbauspieler, um mehr Tiefe zu bekommen und hätten Jack schon vor einem Monat gern verpflichtet. Wir kennen ihn und seine Qualitäten aus der ProA. Er ist ein sehr guter Typ, der sehr intensiv trainiert und spielt, bissig und physisch verteidigt sowie in der Offensive eine gute Kontrolle mitbringt und den Ball gut passt. Jack bringt also genau die Eigenschaften mit, die wir für den letzten Spot benötigen“, so Jenas Coach Björn Harmsen. Als siebter Ausländer setzte am Freitag Naz Bohannon aus. Damit bot Harmsen in Robin Christen, Chris Carter und Kristofer Krause „nur“ drei Ex-Rastaner auf.

Das Hinspiel: Am 25. Januar verlor Rasta in Jena mit 78:95 und zeigte dabei eine sehr schwache Leistung. Keith Braxton (22 Punkte) und Joe Wieskamp (18 Punkte, 14 Rebounds) waren die überragenden Akteure beim siegreichen Aufsteiger. Topsorer bei Rasta war Alonzo Verge mit 22 Punkten. 78:95 - Rasta nahm also ein „minus 17“ als Hypothek mit in den direkten Vergleich.

Die Ergebnisse der Kellerrivalen: Im frühen 18.30-Uhr-Block am Freitagabend waren mit den Academics Heidelberg, den Löwen Braunschweig und dem Mitteldeutschen BC drei Kellerrivalen von Rasta und Jena im Einsatz. Und die Ergebnisse der Konkurrenz waren ganz im Sinne von Rasta. Braunschweig verlor mit 81:88 bei Pokalsieger Bamberg, Heidelberg bekam eine Lehrstunde von Alba Berlin (54:87), und der MBC kassierte mit dem 83:96 gegen Frankfurt die 13. Niederlage in Folge.

Wiedersehen im Dome: Rastas Chef Stefan Niemeyer mit den Ex-Rasta-Spielern Chris Carter (rechts) und Kristofer Krause (links). Foto: BeckerWiedersehen im Dome: Rastas Chef Stefan Niemeyer mit den Ex-Rasta-Spielern Chris Carter (rechts) und Kristofer Krause (links). Foto: Becker

Der Spielverlauf

Das 1. Viertel: Rastas Starting Five mit Tommy Kuhse, Lloyd Pandi, Tevin Brown, Philipp Herkenhoff und Tibor Pleiß erwischte einen fürchterlichen Auftakt in die wichtige Partie. Nach nur 2:40 Minuten nahm Rastas Coach Christian Held seine erste Auszeit. Vechta lag mit 0:11 (!) zurück - und die ersten fünf Angriffe waren allesamt erfolglos. Die Durststrecke hielt noch drei weitere Angriffe an (0:13), ehe Tevin Brown mit acht Punkten in Serie für bessere Stimmung sorgte. Rasta war endlich drin im Spiel - und nach weiteren Punkten von Alonzo Verge, Tibor Pleiß und Malik Parsons führte Rasta mit 17:15. Die Gastgeber setzten sich danach auf 23:17 und 27:19 ab, nach dem ersten Viertel hieß es dann 28:22 für Rasta.

Das 2. Viertel: Bis zum 35:29 behielt Rasta seine Sechs-Punkte-Führung, danach setzte Jena die Akzente. Beim 35:35 gab's den ersten Ausgleich seit dem 17:17, und kurze Zeit später lag Rasta mit 37:39 zurück. Auszeit von Christian Held. Die Antwort der Gastgeber: Dreier von Herkenhoff zum 40:39, Dreier von Kuhse zum 43:39, Auszeit Jena. Rasta blieb danach mit dem Fuß auf dem Gas und setzte sich mit einem starken Finish auf 53:43 ab.

Die Statistik zur Pause: Tevin Brown und Alonzo Verge waren Rastas Topscorer in der ersten Halbzeit, Brown machte 16 Punkte, Verge 14. Beste Werfer bei Jena waren Center William McNair und Robin Christen mit jeweils zehn Punkten. Stark bei Rasta: In der ersten Halbzeit gab's nur drei Ballverluste und fünf Blocks. Rastas Dreier-Quote war okay (5/14, 36 Prozent), das galt auch für die Freiwurf-Bilanz (10/13). Jena war allerdings in beiden Bereichen besser (3er: 4/9 - Freiwürfe: 9/11)

Duell der Guards: Rastas Tommy Kuhse gegen Kristofer Krause. Foto: BeckerDuell der Guards: Rastas Tommy Kuhse gegen Kristofer Krause. Foto: Becker

Rasta Vechta - Science City Jena 101:64

  • Punkte Rasta Vechta: Malik Parsons (12), Luc van Slooten (0), Tevin Brown (30), Alonzo Verge (22), Tommy Kuhse (9), Philipp Herkenhoff (4), Linus Trettin (2), Lars Thiemann (2), Tibor Pleiß (7), Roy Krupnikas (ohne Einsatz), Lloyd Pandi (13).
  • Punkte Science City Jena: Uchenna Iroegbu (9), William McNair (14), Chris Carter (0), Robin Christen (10), Joe Wieskamp (10), Jack Pagenkopf (4), Keith Braxton (4), Javon Franklin (4), Lorenz Bank (2), Kristoffer Krause (5), Alex Herrera (2).
  • Halbzeit: 53:43
  • Viertel: 28:22, 25:21, 29:12, 19:9
  • Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Zug zum Korb: Rastas Alonzo Verge im Spiel gegen Jena. Foto: BeckerZug zum Korb: Rastas Alonzo Verge im Spiel gegen Jena. Foto: Becker

Das 3. Viertel: Rastas Center Tibor Pleiß eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Dreier zum 56:43. Kurz danach machte Rasta aus einem 60:52 ein 71:55 - zwei Dreier von Tevin Brown rissen dabei die Fans von den Sitzen. Auszeit Jena. Und nach der kurzen Unterbrechung legte Brown zwei weitere Dreier zum 74:55 und 77:55 nach. Danach gab's eine Verschnaufpause für Brown, der unter Standing Ovations der Fans das Feld verließ - mit 30 Punkten auf dem Konto und einer Dreier-Bilanz von 7/7. Nach weiteren Punkten von Verge, Kuhse und Parsons ging Rasta mit einer 82:55-Führung in das Schlussviertel - in Summe war's ein 17:0-Lauf der Gastgeber.

Die Showeinlage vor dem Schlussviertel: Die „Harlem Globetrotters“ gastieren mit ihrer „The 100 Years Tour“ am 28. April (Dienstag, 19.00 Uhr) im Rasta-Dome in Vechta. Zwei Vertreter des Basketball-Show-Teams gaben am Freitagabend eine Kostprobe ihres Könnens.

Das 4. Viertel: Nach Punkten von Linus Trettin (Dunking zum 84:55) und Lloyd Pandi (zum 87:55) führte Rasta erstmals mit über 30 Punkten. Der Sieg war längst in trockenen Tüchern, nun ging es nur noch um den direkten Vergleich. Und auch dieses i-Tüpfelchen brachte Rasta souverän ins Ziel. Die 100 Punkte machte schließlich Pandi per Dreier voll.

Der Ausblick: Am Sonntag (8. März, 18.00 Uhr) tritt Rasta Vechta zum Weser-Ems-Derby bei den EWE Baskets Oldenburg an. Vom offiziellen Gäste-Kontingent (300 Karten) rief Rasta nur 130 Tickets ab, hinzu kommen noch einige Privatfahrer, in Summe werden rund 200 Rasta-Fans in Oldenburg erwartet. Die Oldenburger waren am Freitagabend auch im Einsatz - im Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn gab's einen 98:94-Sieg.

Unser neuer Podcast: "OM-Kompakt. Der Tag." Der tägliche Nachrichtenüberblick aus dem Oldenburger Münsterland. Klar, verständlich und auf den Punkt beleuchten wir, was unsere Region heute bewegt hat. Jetzt hier anhören!

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

101:64 - Rastas Kantersieg mit Dreier-Show von Tevin Brown - OM online