Wie ein DeLorean in den Löninger Kinosaal kam
Am Vordereingang gibt es Stufen, und der Seiteneingang des „LiLo“ war zu schmal – doch ein Handwerker hatte eine Idee.
Bernd Götting | 23.01.2026
Am Vordereingang gibt es Stufen, und der Seiteneingang des „LiLo“ war zu schmal – doch ein Handwerker hatte eine Idee.
Bernd Götting | 23.01.2026

Vorn im Kinosaal: die nachgebaute Zeitmaschine DeLorean DMC-12 mit Daniela Willen. Foto: Götting
Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum des Kinofilms „Zurück in die Zukunft“ im vergangenen November hatte sie es geschafft: Unter der 40 Quadratmeter großen Leinwand des Löninger „LiLo“ stand ein ziemlich authentischer Nachbau der DeLorean-DMC-12-Zeitmaschine. Dafür hat Daniela Willen, Betreiberin der Lichtspiele Löningen, weder Kosten noch Mühen gescheut – auch wenn sie dabei die Muskelkraft einiger Männer in Anspruch nehmen musste. Dort, wo jahrelang ein alter Projektor ausgestellt war, hat der DeLorean seinen Platz gefunden. Und so mancher Kinobesucher wundert sich mit Blick auf die Seitentür des Kinos, wie das wohl gelungen ist. Ein befreundeter Handwerker hatte die Idee, den rund 1300 Kilogramm schweren Wagen seitlich auf eine Matratze zu kippen und ihn dann mithilfe von acht kräftigen Männern durch die Tür ins Kino zu schieben. Dort steht er nun, mit üppiger LED-Beleuchtung, angelehntem Hoverboard und nachgebautem Fluxkompensator. Zur Erinnerung: Der Fluxkompensator ist das fiktive Herzstück der Zeitmaschine aus der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“, erfunden von Dr. Emmett „Doc“ Brown. Zeitreisen werden möglich, indem der Fluxkompensator Energie (1,21 Gigawatt) verarbeitet, wenn das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 88 Meilen pro Stunde (ca. 140 km/h) erreicht, erkennbar an drei blinkenden Röhren in einem Kasten. Wird die Geschwindigkeit erreicht, löst das den Zeitsprung aus. Gefüttert wurde das Aggregat zunächst mit Plutonium, später reichte auch schon mal ein Blitzschlag als Energiequelle aus. Später wurde dann der „Mr. Fusion Home Energy Reactor“ erfunden. Dieser wandelte ganz normalen Hausmüll in die benötigte Energie um. Weil Daniela Willen ein echter Fan dieses außergewöhnlichen Autos ist, hat sie sich in ganz Europa vernetzt und das begehrte Fahrzeug mit den markanten Flügeltüren schließlich in Tirol gefunden. „Ich liebe dieses Auto“, gesteht sie freimütig. Inzwischen ist sie auf verschiedenen Internetportalen sogar einem zweiten DeLorean auf der Spur. Von den einst 9000 in Nordirland gebauten Fahrzeugen sollen weltweit noch rund 6500 existieren. Der Bestand des aus Edelstahl und Kunststoff bestehenden Autos wird für Deutschland auf ca. 200 Stück geschätzt. Weitere Fans der Filme, in denen Michael J. Fox und Christopher Lloyd die Hauptrollen spielten, können gerne die Leidenschaft von Daniela Willen für den DeLorean teilen. Sie hat eine digitale Version von „Zurück in die Zukunft“ in ihrem Kino gespeichert. Wenn sich 20 bis 30 Leute finden, arrangiert sie gerne eine Extra-Vorführung mit der Möglichkeit, den DeLorean zu besichtigen. Außerdem möchte sie ihr Ausstellungsstück wieder flottmachen, um damit an „Driving4Help“ in Meppen teilzunehmen. Hier können Gäste gegen eine Gebühr in prominenten Sportwagen mitfahren. Das Geld wird dann für einen guten Zweck gespendet. Derzeit beschäftigt sich Daniela Willen mit einer kleinen technischen Störung. Nachdem kürzlich ein Kinobesucher einen Schalter betätigte, setzte die dekorative Beleuchtung des DeLorean aus. „Wir sind gerade dabei, den Fehler zu finden und anschließend zu reparieren“, sagt die Chefin des „LiLo“. Denn eigentlich sind die Deko-Leuchten am Auto mit der Kinobeleuchtung gekoppelt und sorgen so für tolle Effekte. Aber auch ohne Lichtshow darf der Wagen vor oder nach jeder Vorstellung angesehen und ausprobiert werden. Doch zunächst geht es um den Preis für das Jahresfilmprogramm 2025 von Nordmedia. Die zentrale Medien-Fördereinrichtung für Niedersachsen und Bremen hat den Preis wieder ausgelobt, und Daniela Willen möchte ihn gewinnen – wie schon in den 20 Jahren zuvor.Auf der Suche wurde Daniela Willen in Tirol fündig
9000 Stück wurden in Nordirland gebaut
Für Fangruppen gibt es eine Extra-Vorstellung
Bewerbung um den nächsten Kinopreis
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