Wie Christian Schraad immer im Takt bleibt
„Mensch der Woche“: Der 37-Jährige aus der Steinfelder Bauerschaft Harpendorf engagiert sich als Dirigent von gleich zwei Männergesangvereinen im Südkreis Vechta.
Jan Röttgers | 20.01.2025
„Mensch der Woche“: Der 37-Jährige aus der Steinfelder Bauerschaft Harpendorf engagiert sich als Dirigent von gleich zwei Männergesangvereinen im Südkreis Vechta.
Jan Röttgers | 20.01.2025

Taktsicher: Christian Schraad dirigiert mit Freude zwei Gesangvereine im Südkreis. Foto: Röttgers
Musik ist einfach sein Metier. Christian Schraad hat eine musikalische Gabe und bleibt immer im Takt, schließlich dirigiert er gleich zwei Männergesangvereine im Süden des Landkreises Vechta: Er ist Dirigent sowohl beim Männergesangverein „Concordia Frohsinn“ Steinfeld als auch beim Männergesangverein Vörden von 1873 gibt er den Takt und die Tonlage vor. Zwischenzeitlich dirigierte der Steinfelder mit St. Maria Goretti zu Brockdorf sogar drei Chöre auf einmal. „Das wurde mir dann aber doch zeitlich ein bisschen zu viel des Guten“, blickt Schraad zurück, der in Brockdorf im Alter von gerade einmal 21 Jahren schon seinen ersten Chor leitete. „Ich kann mir das ja mal anschauen“, erklärte der heute 37 Jahre junge Vater zweier Töchter im Alter von einem und 5 Jahren damals. Aus einem anfänglichen Probenbesuch werden dann 14 gemeinsame Jahre voller Sangesfreude. Seit 6 Jahren führt Schraad die musikalischen Geschicke beim Männergesangverein „Concordia Frohsinn“ in Steinfeld und seit 3 Jahren auch als Dirigent des Männergesangvereins Vörden von 1873. Schraad wohnt mit seiner Lebensgefährtin und seiner eineinhalb Jahre jungen Tochter in Harpendorf bei Steinfeld. Seine musikalische Karriere startet Schraad selber bereits im Alter von 6 Jahren. „Auf dem Keyboard meines Vaters habe ich plötzlich nach Gehör einfach Stücke nachgespielt“, erklärt Schraad seine musikalischen Wurzeln. Seine Eltern erkennen früh sein musikalisches Talent, fördern und unterstützen sein musikalisches Interesse. Gleichzeitig legten sie seinerzeit auch großen Wert auf den regelmäßigen sonntäglichen Kirchgang. „Die Messe habe ich mir dann immer von oben auf dem Orgelboden angeschaut“, so Schraad, der schon damals vom Spiel mit den weißen und schwarzen Tasten des damaligen Organisten Norbert Hüntemann „fasziniert“ gewesen sei. In der Folge erhält Schraad klassischen Klavierunterricht bei Ludger Hartz. Im Alter von 14 Jahren darf der jugendliche Schraad dann in der St.-Johannes-Baptist-Kirche zu Steinfeld seine erste eigene Messe spielen. „Danach hatte ich das Glück, dass der damalige Pfarrer Norbert Bleker auf mich aufmerksam wurde, sodass ich jeden Samstag in der Herz-Jesu-Kirche in Kroge-Ehrendorf die Orgel spielen durfte“, so Schraad, der damals noch mit dem Moped in die Gemeinde fuhr. Später greift er als Organist in der St.-Johannes-Baptist-Kirche in Steinfeld in die weißen und schwarzen Tasten und trägt so insgesamt 10 Jahre lang zum musikalischen Gelingen sämtlicher Gottesdienste bei. „Schön finde ich auch, dass meine Männer immer wieder bereit sind, auch noch neue Lieder zu lernen.“ „Die Musik ist für mich einfach eine tolle Abwechslung zum Alltag“, so der Dirigent der beiden Männergesangvereine Steinfeld und Vörden. Bei beiden Chören muss der musikalische Leiter natürlich seine Termine genau koordinieren – aber es harmoniert: Jeden Dienstag ab 19.30 Uhr finden im „Hotel zur Post“ von Heinrich Müller in Vörden die Gesangsproben statt. Die Steinfelder Stimmen erklingen jeweils donnerstags ab 19.30 Uhr im Landgasthaus Stärk-Berding. „Beide Chöre haben eine beachtliche Stimmqualität“, weiß der Doppel-Dirigent die Sangeskunst seiner singenden Männer in beiden Gemeinden allesamt zu schätzen. „Schön finde ich auch, dass meine Männer immer wieder bereit sind, auch noch neue Lieder zu lernen“, freut sich der Musikprofi über den Zuspruch des einstudierten Gesangs. Insbesondere sei es ihm gelungen, „An Tagen wie diesen“ von den „Toten Hosen“ in den Männergesangsvereinen erfolgreich einzuüben. „Insbesondere in Steinfeld singen wir seit vergangenem Jahr regelmäßig in den Seniorenheimen und bereiten so auch älteren Menschen eine Freude mit unserem Gesang“, sagt Schraad. Sein eigenes Orgelspiel, das er auch jahrelang auf Beerdigungen und Hochzeiten betrieb, sei übrigens noch „auf Anfrage“ zu hören. Ansonsten lässt der Familienvater daheim sein Klavier und Keyboard erklingen, was auch mittlerweile seine beiden Töchter erfreue. Privat liebt Schraad Tanzmusik, Schlager und alle Oldies, zu denen man „Disco Fox“ tanzen kann. Auch die Stilrichtungen House und Electro begeisterten ihn. Der gelernte Informatiker ist hauptberuflich bei der privaten Krankenkasse „Alte Oldenburger“ mit Sitz in Vechta als Softwareentwickler tätig.Zeitweise drei Chöre auf einmal
Musikalische Karriere startet mit sechs Jahren
Klavierunterricht bei Ludger Hartz
Organist in Steinfelder Kirche
Denn neben seinem Abitur absolvierte Schraad beim damaligen Regionalkantor im Bischöflich Münsterschen Offizialat Stefan Decker an der Universität Vechta zeitgleich seine C-Prüfung für Kirchenmusik, die neben dem Orgelspiel auch die Chorleitung beinhaltete. „Das hatte unser damaliger Pfarrer Franz Ortmann für mich in die Wege geleitet“, erinnert er sich. „Musik mache ich aber mein Leben lang schon immer nur nebenbei“, betont der Vollblutmusiker, denn nur dann mache es so richtig Spaß.Klavier und Keyboard erklingen
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