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Wenn aus dem Firmenwagen ein Firmenroller wird

Das Vechtaer Unternehmen "BleudQ" will die E-Mobilität in der Region vorantreiben. Im Bewusstsein der Verbraucher muss sich dafür wohl noch einiges ändern.

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Schaffen ein nachhaltiges Angebot für Elektro-Roller in Vechta: Nadine und Dieter Heidtmann. Foto: Thomes

Schaffen ein nachhaltiges Angebot für Elektro-Roller in Vechta: Nadine und Dieter Heidtmann. Foto: Thomes

Nachhaltigkeit und Elektromobilität stehen aktuell weit oben im gesellschaftlichen Diskurs. Fridays-for-Future, die anhaltende Corona-Pandemie und nun der Ukraine-Krieg haben die Klima-Debatte zunehmend befeuert. Die Spritpreise sind auf einem Höchststand und der Ruf nach Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas wird immer lauter. Günstige Alternativen zu den Verbrennerfahrzeugen werden deshalb voraussichtlich beliebter und die Elektromobilität wird durch den Staat zunehmend gefördert. In einer Zeit des Umbruchs und der Veränderung können solche Krisen auch neue Türen öffnen.

Online-Handel für E-Roller schon seit Oktober 2021

So geschehen bei Dieter und Nadine Heidtmann aus Vechta. Das Ehepaar hat trotz der risikoreichen Situation während der Pandemie den Entschluss gefasst, sich mit einem E-Roller-Handel selbstständig zu machen. Nun eröffneten die beiden ihr erstes Geschäft mit dem Namen "BleudQ", nachdem sie bereits im Oktober 2021 mit einem gleichnamigen Online-Handel gestartet waren. "Angesichts der aktuellen Krise scheinen wir den richtigen Schritt gegangen zu sein. Ökologisch wird gerade alles dramatischer, eine passende Zeit für das Thema Elektromobilität", erklärt Dieter Heidtmann.

Dabei kamen die ersten Gedanken bezüglich der Eröffnung eines E-Roller-Handels bereits vor der Pandemie. Im Jahr 2019 begannen die Heidtmanns, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen: "E-Bikes gab es ab der Zeit praktisch an jeder Ecke. Deshalb haben wir uns gefragt: Warum gibt es eigentlich kein ähnlich großes E-Roller-Angebot?", so Nadine Heidtmann. Wegen des starken Wachstums im Bereich der E-Mobilität und der Lücke auf dem Markt stelle ein Rollerangebot eine logische Schlussfolge dar.

E-Roller sind mittlerweile auch langstreckenfähig

Vielen Verbrauchern sei die Option, einen nachhaltigen E-Roller oder E-Scooter als Alternative zum Auto zu fahren, nicht bewusst. "In Südeuropa sind Roller viel mehr etabliert als bei uns. Das wollen wir versuchen zu ändern", führt Nadine Heidtmann fort. Ähnlich sei es mit der unterschiedlichen Verteilung von Rollern in städtischen und ländlichen Gebieten. Dass die elektronisch betriebenen Zweiräder mittlerweile nicht ausschließlich für Kurzstrecken ausgelegt sind, sei eine Tatsache, die erst einmal in den Köpfen der Menschen ankommen müsse. "Auch in ländlichen Regionen bieten Elektro-Roller eine solide Alternative. Ein Zweitwagen kann beispielsweise problemlos ersetzt werden", fügt Dieter Heidtmann hinzu.

Weitere Vorteile ergäben sich durch komfortable Parkmöglichkeiten, Handlichkeit und einer leisen Geräuschkulisse beim Fahren. Das Laden der Akkus funktioniere über eine herkömmliche Steckdose. Auch privat sind die beiden deshalb sehr überzeugt von den Zweirädern. "Vor allem spielt aber die Nachhaltigkeit für uns eine große Rolle. Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, und deshalb begrüßen wir auch jede gute Alternative zu Verbrennern auf dem Markt", betont Dieter Heidtmann. Bei der Auswahl des Angebots in ihrem Handel werde deshalb auch genau auf diesen Aspekt geachtet, ebenso wie auf Qualität und Verfügbarkeit.

"Jobroller" als einmaliges Angebot in Deutschland

Ein Highlight des neuen Unternehmens sei jedoch die Idee des sogenannten "Jobrollers". Das Modell verbinde demnach die E-Mobilität von Rollern mit der Entlohnung von Arbeitnehmern. Der Firmenwagen werde ersetzt durch einen Firmenroller. Durch staatliche Förderungen und Leasingverträge könnten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern so eine Gehaltsumwandlung anbieten, bei der alle Beteiligten profitieren würden. Dies sei ein einmaliges Angebot in Deutschland und deshalb auch vielversprechend für den Standort Vechta.

Das neue Geschäft befindet sich an der Straße "Beim Alten Flugplatz 12". Für die Zukunft ist geplant, das Angebot im Handel auszuweiten und im Falle des Erfolgs in andere norddeutsche Regionen zu übertragen. Der E-Roller-Markt werde in Zukunft immer bessere Alternativen bieten. Im Fokus stehe dabei immer wieder, den Planeten überlebensfähig zu halten, betonen die Heidtmanns.

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