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Warum Pferde die Leidenschaft von Nadja Yasmin Ernsting sind

„Mensch der Woche“: Die 38-Jährige ist 1. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Vörden. Schon als kleines Kind kam sie erstmals mit den Tieren in Berührung.

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Regelmäßig im Reitstall anzutreffen: Nadja Yasmin Ernsting hat viel Spaß am Umgang mit Pferden. Hier versorgt sie Leopold, das „Poldi“ genannte Pferd ihrer Freundin und Vorstandskollegin Nadine Selke. Auch Streicheleinheiten gehören dazu. Foto: Klöker

Regelmäßig im Reitstall anzutreffen: Nadja Yasmin Ernsting hat viel Spaß am Umgang mit Pferden. Hier versorgt sie Leopold, das „Poldi“ genannte Pferd ihrer Freundin und Vorstandskollegin Nadine Selke. Auch Streicheleinheiten gehören dazu. Foto: Klöker

„Pferde sind sanfte Riesen mit großem Herz und der Umgang mit ihnen ist besser für das eigene Wohlbefinden als jede Meditation.“ Pferde sind die große Leidenschaft von Nadja Yasmin Ernsting, die seit 2024 die 1. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Vörden ist und große Freude an dem Amt hat.
Schon als kleines Kind kam Nadja Yasmin Ernsting mit Pferden in Berührung, „Als Zweijährige saß ich erstmals auf einem Pferd. Ich habe als Kind und Jugendliche viel geritten, dann in den vergangenen 10 Jahren immer mal wieder und fange nun langsam wieder an.“

Erst 2. Hallenwartin, dann 1. Vorsitzende

Durch ihre Tochter kam Nadja Yasmin Ernsting 2016 zum Reit- und Fahrverein Vörden. 2023 wurde sie als 2. Hallenwartin in den Vorstand gewählt und 2024 als Nachfolgerin von Hans-Heimbert Gutzmann zur 1. Vorsitzenden. Ihre Aufgaben in diesem Amt sind vielfältig. Dazu zählen unter anderem die Organisation von Turnieren, das Verhandeln über die Preise von Stroh und Heu, Hof fegen, Hallenboden schleppen, Schulpferde versorgen sowie Bürotätigkeiten. 148 Mitglieder gehören dem Verein an, davon sind 111 aktiv. Rund drei Viertel der Mitglieder sind Kinder. Der Verein bietet wöchentlich Voltigieren mit 3 Gruppen – „ideal als Einstieg in die Pferdeliebe“. Hinzu kommen aktuell 5 Longenstunden und 7 Gruppenstunden, von denen 2 schon gezielt auf die Dressurarbeit ausgerichtet sind und 2 Springstunden.
„Die Nachwuchsarbeit steht bei uns ganz oben, weshalb wir auch das Voltigieren bereits für die ganz Kleinen anbieten. In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass sich das sehr positiv auf den späteren Einstieg ins Reiten (ab 6 Jahren) auswirkt“, sagt die 1. Vorsitzende. Hinzu kommen gesellige Events wie Karnevalsfrühschoppen, Osterfeuer, Maitour, Grillabende, Zeltlager, Planwagenfahrt und die Weihnachtsfeier.

Infrastruktur kann sich sehen lassen

Die Infrastruktur des Vereins kann sich sehen lassen. „Wir haben unsere schöne Reithalle mit 20 mal 40 Metern mit der Reiterklause, in der man sich gerne mittwochabends während des Springunterrichts trifft, unsere Außenplätze von 20 mal 40 Meter für Dressur sowie 30 mal 75 Meter für das Springen. Hinzu kommen unser Stalltrakt mit 14 Boxen für Einstaller sowie der Schulpferde-Stall und umliegende Weiden von 5,2 Hektar.“ Zeltlager, Ausritte und Co: Nadja Yasmin Ernsting, die 2 Falabella-Ponys und ein Endmaßpony hält, erinnert sich an viele Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Verein gerne. Im Vorjahr wurde mit großem Erfolg das Vereinsturnier wieder ins Leben gerufen. Eine Wiederholung in 2025 ist geplant – ebenso wie die Erneuerung der Weiden und die vollständige Inbetriebnahme der Zisterne für die Regenwassernutzung. Darüber hinaus sollen die Schulpferde verjüngt werden.

„Wir sind ein Verein, in dem jeder einen Platz findet.“

Nadja Yasmin Ernsting

„Es macht einfach viel Spaß mit so vielen verschiedenen Menschen aller Altersklassen zusammen zu arbeiten. Man sieht auch tatsächlich, dass man etwas bewirkt. Wir sind ein Verein, in dem jeder einen Platz findet“, beschreibt Nadja Yasmin Ernsting und ergänzt: „Wer kann schon von sich sagen, dass er seine Freizeit mit Freunden verbringt, die 10 Jahre alt sind und gleichzeitig mit welchen, die schon 60 sind? Im Reitverein hilft einfach jeder jedem und alle sind füreinander da, denn wir wollen alle das gleiche, dass es unseren Pferden gut geht.“

Beim Reiten schaltet sie komplett ab

Etwa alle 14 Tage reitet die 1. Vorsitzende, die im Verein von allen „Nya“ gerufen wird, selber: „Das Schöne am Reiten ist, dass man komplett abschalten muss, um sich auf sein Pferd konzentrieren zu können. Pferde sind enorm empathisch und zeigen sofort, wenn man in Gedanken noch auf der Arbeit ist oder man sich über etwas anderes ärgert. Da hilft dann nur durchatmen und den Kopf frei machen und sich auf eine Auszeit einlassen.“

Hundeausbildung macht sie zum Beruf

In beruflicher Hinsicht absolvierte die Vördenerin eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie, nach mehreren Jahren im Beruf folgte das Abitur auf dem 2. Bildungsweg beim Comenius-Kolleg in Mettingen. Seit 2011 ist sie in der Hundeschule ihres im vergangenen Jahr plötzlich verstorbenen Stiefvaters tätig. Derzeit absolviert sie eine private Ausbildung zum anerkannten Hundetrainer mit dem Ziel, die Hundeschule mit neuen Schwerpunkten wieder zu eröffnen.

Sie möchte lernen Kutsche zu fahren

Die Hundeausbildung, die sie nun zum Beruf macht, Lesen, Musik hören und Konzerte besuchen sind weitere Hobbys von Nadja Yasmin Ernsting. „Vörden ist schön klein, man kennt sich und es gibt noch den Austausch untereinander sowie das Miteiander der Generationen“, sagt die 38-Jährige über ihre Heimat.
Strukturiertes Chaos, Empathie und Hilfsbereitschaft sind kennzeichnend für die dreifache Mutter. Ein großes Ziel ist für sie die Wiedereröffnung der Hundeschule. „Auf die Pferde bezogen möchte ich gerne mein kleines Pony für die Kutsche ausbilden und selber lernen, Kutsche zu fahren, sowie vom Festland mit dem Pferd durch das Watt nach Neuwerk reiten“, sagt Nadja Yasmin Ernsting, die sich weiterhin mit viel Passion für den Reit- und Fahrverein Vörden einsetzen wird: „Es ist dankbare Arbeit, die mir viel Spaß macht.“

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