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Wandervogel möchte Deutschland von Süd nach Nord durchqueren

Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Angela Brundiers. Sie würde den gesunden Menschenverstand regieren lassen.

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Schnürt gern die Wanderschuhe: Angela Brundiers aus Benstrup. Foto: G. Meyer

Schnürt gern die Wanderschuhe: Angela Brundiers aus Benstrup. Foto: G. Meyer

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Bestens. Ich habe gerade meinen 55. und einen halben Geburtstag gefeiert. Weil ich im November geboren worden bin, wollte ich auch einmal im Sommer feiern. Ansonsten bin ich neben der Arbeit gut mit der Planung meiner Wanderungen durch Löningen beschäftigt. Im September ist es wieder soweit. Die Nachfrage ist hoch, im Schnitt wandern immer rund 40 Menschen mit mir mit. Kommende Woche erhält unsere Dorfgemeinschaft außerdem Besuch von der Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Auch der muss vorbereitet werden.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Das war vor 3,5 Jahren der Kauf eines Speed Pedelec. Eigentlich hasse ich Radfahren, ich gehe lieber zu Fuß, aber der Weg zur Arbeit war dann doch ein wenig zu weit. Das Pedelec fährt bis zu 45 Stundenkilometer schnell. Ich nutze es fast jeden Tag.

Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was gehörte als Erstes abgeschafft?
Es wäre schon schön, wenn statt überflüssiger Vorschriften der gesunde Menschenverstand regieren würde. Also einen Bürokratieabbau würde ich mir sehr wünschen.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?
Wann es klappt, weiß ich noch nicht, aber ich würde gern einmal Deutschland vom äußersten Süden bis in den hohen Norden durchwandern. Geht ja praktisch immer nur bergab. Und danach dann von Ost nach West. Mein Mann, der nicht gern wandert, würde mit dem Wohnmobil vorwegfahren. Sobald ich in Rente bin, mache ich das, vielleicht auch schon früher.

Was tun Sie am liebsten?
Das Wandern ist meine große Leidenschaft. Ich habe es eher durch Zufall für mich entdeckt, als ich eine Niederländerin kennenlernte, die mir von den Wanderrouten in ihrer Heimat erzählte. Als mir Elisabeth Grave vom Heimatverein vorschlug, geführte Touren anzubieten, habe ich zunächst gezögert, es aber dann doch probiert. Über 10 Teilnehmer wäre ich bereits froh gewesen. Tatsächlich kamen gleich beim ersten Mal rund 30 Leute. Außerdem tanze ich gern. Einfach nur rumsitzen ist nicht meine Sache.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst, welche nicht?
Meine Kollegen sagen immer, ich rede viel. Eigentlich finde ich das gar nicht schlecht. Außerdem gelte ich als Erbsenzählerin, was ich mal gut und mal weniger gut finde. In meinem Job entwerfe ich größere Anlagen. Da muss man schon sehr genau arbeiten. Im Privaten sollte ich es aber nicht übertreiben. Grundsätzlich bin ich ein geduldiger Mensch. Über Dinge, die ich nicht ändern kann, rege ich mich auch nicht auf.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Wenn überhaupt sind das Sendungen mit Wissenschaftsthemen. Ansonsten schau ich mir an, was mein Mann gerade guckt. Ab und zu werfe ich einen Blick in die ZDF-Heute-Show.

Mit wem würden Sie sich gern einmal treffen?
Das ist eine schwierige Frage. Natürlich finde ich einige bekannte Persönlichkeiten interessant, aber was habe ich von einem kurzen Treffen mit denen? Man lernt sich ja doch nicht kennen und außerdem leisten auch unbekannte Leute Außergewöhnliches, etwa als Ehrenämtler. Am liebsten komme ich mit netten Menschen zusammen, die mir guttun.

Was würden Sie gern einmal wieder essen?
Ich liebe Schokolade und Schokoladeneis. Meine Lieblingsschokolade besteht zu 99 Prozent aus Kakao. Davon muss man nicht viel essen, um den Hunger danach zu stillen und ich mag es auch nicht so süß.

Welches Thema in den lokalen Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Ich finde es gut, dass die MT lokale Themen bevorzugt. Inzwischen kenne ich als Zugezogene auch die meisten Orte und finde, dass man sich dort engagieren sollte, wo man etwas bewegen kann. Die Rentendiskussion verfolge ich etwas genauer. Ich glaube, dass ich lieber 3 Jahre länger arbeiten möchte, um danach eine gute Rente zu bekommen, als bei einem früheren Ausstieg mit ein paar Euro fuffzig abgespeist zu werden. Auch wenn ich selbst ein bisschen „öko“ bin, finde ich es schwierig für Otto Normalverbraucher, immer alles richtig zu machen. Die Politik ist da gefordert. Ich bin überzeugt, sollte die Wirtschaft wissen, dass in 5 Jahren ein europaweites Verbot für Plastikverpackungen kommt, wird sie bis dahin die technischen Lösungen finden.


Zur Person:

  • Angela Brundiers (55) ist gelernte Maschinenbautechnikerin mit Ausbilderzulassung.
  • Die gebürtige Hannoveranerin stammt aus einem Pfarrerhaushalt.
  • Mit ihrer Familie lebt sie in Benstrup und engagiert sich unter anderem im Löninger Heimatverein.
  • Seit mehr als 2 Jahren bietet sie viermal im Jahr geführte Wanderungen durch die Stadtgemeinde an. Zudem half sie bei der Entwicklung der neuen Löninger Wanderrundwege. Brundiers ist 1. Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Benstrup-Steinrieden-Madlage.

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