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Sie leiden unter einer Lebensmittelallergie? Sarah Raker aus Garrel kennt das und will anderen helfen

Lebensmittelunverträglichkeiten sind für Betroffene oft unangenehm. Wir haben uns mit der Garrelerin Sarah Raker unterhalten. Sie ist Expertin auf diesem Gebiet und verrät im Interview ein Rezept.

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Richtige Ansprechpartnerin: Die Garrelerin Sarah Raker hilft Betroffenen bei Allergien und Unverträglichkeiten. Foto: Raker

Richtige Ansprechpartnerin: Die Garrelerin Sarah Raker hilft Betroffenen bei Allergien und Unverträglichkeiten. Foto: Raker

Sie unterstützen mit ihrem Unternehmen „AllergieSicher“ rund um Allergien, Unverträglichkeiten und Zusatzstoffen Privatpersonen und beraten Gastronomen sowie Lebensmittel verarbeitende Unternehmen. Wie ist es dazu gekommen?
Ich habe mein Leiden zum Beruf gemacht. Mit 15 Jahren bekam ich meine erste Allergie. Ich habe von heute auf morgen auf Lebensmittel reagiert, die für mich sonst kein Problem waren. Damals gab es für meine Familie und mich keine Anlaufstelle. Aus diesem Grund habe ich mich dem Thema verschrieben. Als heutige Ingenieurin, Pharmaberaterin, Beraterin für Lebensmittelkunde und -management sowie Autorin war es mir seit dem Jugendalter wichtig, Allergiker und Menschen mit Unverträglichkeiten auf Augenhöhe zu unterstützen, das Allergen- und Zusatzstoffmanagement von Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen zu übernehmen, die Gastronomie zu schulen und die Kampagne „Allergiefreiheit“ an Schulen und Kitas durchzuführen.

Wodurch werden Allergien und Unverträglichkeiten eigentlich ausgelöst?
Zunächst sollte man Unverträglichkeiten von Allergien unterscheiden. Allergien sind Reaktionen des Immunsystems. Der Auslöser dafür ist immer eine Eiweißkomponente, nicht das ganze Lebensmittel an sich. Typische Symptome sind: Rötungen, Quaddeln, Nesselfieber, Schwellungen, Juckreiz, Niesattacken, Fließschnupfen, juckende Augen, Husten, Atemnot, Bewusstlosigkeit, Blutdruckabfall usw. Der anaphylaktische Schock zählt zudem als gefürchtete Reaktion. Er tritt sehr plötzlich auf und kann durch das gleichzeitige Zusammenbrechen mehrerer Organsysteme Lebensgefahr bedeuten. Unverträglichkeiten hingegen sind nicht lebensbedrohlich. Sie sind eher lästig und mit Schmerzen im Magen-Darm-Trakt verbunden. Man spricht hier von einer gestörten Verdauung bestimmter Lebensmittelbestandteile, wie zum Beispiel Laktose. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl und Bauchkrämpfe. Außerdem sind die auslösenden Mengen des unverträglichen Lebensmittelbestandteils (bis auf Zöliakie) meist höher, d.h. oft bereiten kleine Mengen des unverträglichen Lebensmittels keine Probleme.

Warum treten Allergien und Unverträglichkeiten so verstärkt in unserer Gesellschaft auf?
Es gibt viele Anhaltspunkte, durch die Allergien entstehen können. Das können zunehmende Umweltverschmutzung und Feinstaubbelastung, Schadstoffe in den eigenen vier Wänden, aber auch Hygienemaßnahmen oder Impfungen sein. Darüber hinaus tragen veränderte Essgewohnheiten wie beispielsweise internationale Gerichte, Fertigprodukte und der übermäßige Einsatz von Zusatzstoffen dazu bei. In den letzten Jahren hat aber auch die Zahl der Pollen zugenommen, die sich dem Klimawandel angepasst haben. Eine Unverträglichkeit hat meistens einen Auslöser und ist eher selten ein angeborenes Problem. Mögliche Ursachen für eine Intoleranz können Vergiftungen durch ein Lebensmittel, der Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln oder unnatürlicher Inhaltsstoffe, künstlicher Zusatzstoffe sowie Schadstoffe sein.

Wie versuchen Sie, den Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten zu helfen?
Wir unterstützen betroffene Menschen, indem wir sie individuell beraten. Wir versorgen sie mit allen Infos, die sie benötigen, um ihr eigener Experte zu werden. Allergikern wird gezeigt, wie sie das Allergen meiden und welche Lebensmittel für sie erlaubt sind. Menschen mit Unverträglichkeiten hingegen kann man mithilfe von Lebensmitteln und Disziplin die Unverträglichkeiten „wegtrainieren“. Aber nicht nur die theoretische Beratung steht im Vordergrund. Gerne besuchen wir mit den Patienten einen Supermarkt ihrer Wahl. Dort erklären wir ihnen, wie man Lebensmittelkennzeichnungen und Spurenkennzeichnung richtig liest. Außerdem erhalten meine Patienten ausreichende, für sie zugeschnittene, leckere Rezepte.

"Gerade frisch gekochte Speisen enthalten keine beziehungsweise nur wenige Zusatzstoffe."Sarah Raker

Sie haben ein Buch veröffentlicht, in dem es um Allergene und Unverträglichkeiten geht. Was erwartet den Leser dort?
Ich habe meine Erfahrungen und mein Wissen in dem Buch „Lebenslust und Kochfreude mit Allergien“ zusammengefasst. Darin gehe ich auf die deklarationspflichten 14 Hauptallergene sowie zwei Unverträglichkeiten (Laktose und Gluten) ein. Dabei werden all diese Stoffe mit einem Steckbrief erläutert. Kreuzallergien, Zusatzstoffe, sichere Alltagstipps, detaillierte Produktkennzeichnungen, das Verhalten mit einem allergischen Kind, ein Supermarkt-Check und auswärtiges Essen spielen in dem Buch zudem eine große Rolle. In Bezug darauf folgen über 140 köstliche, alltagstaugliche Rezepte für jeden Anlass.

Im Winter bringen Sie ein neues Buch heraus. Worum geht es darin?
Das Buch, das vor Weihnachten auf den Markt kommt, handelt diesmal nicht von Allergien und Unverträglichkeiten. Hierbei geht es um Zusatzstoffe. Ich komme aus der Gemeinde Garrel, die in diesem Jahr ihr 150. Jubiläum feiert. Aus diesem Grund habe ich alle Garreler Bürger aufgerufen, mir ihre Traditions- und Lieblingsrezepte zu schicken. Gerade frisch gekochte Speisen enthalten keine bzw. nur wenige Zusatzstoffe. Mit dem Buch möchte ich Menschen dazu animieren, selber zu kochen. Und wie geht das besser, als mit Rezepten aus dem eigenen Ort? Das Buch wird mit mehr als 220 verschiedensten Rezepten viele Leckereien zum Nachkochen enthalten. Und da ist alles dabei, vom Frühstück und Fingerfood über Suppen, Salate, Hauptspeisen bis hin zu Dessert, Brot, Kuchen, Getränken und vielem mehr.


Ein leckeres Rezept aus dem neuen Buch: Panzanella

Lecker und gesund: Panzanella ist nur eines von vielen schmackhaften Rezepten, die im neuen Buch von Sarah Raker Lust auf Kochen machen. Foto: RakerLecker und gesund: Panzanella ist nur eines von vielen schmackhaften Rezepten, die im neuen Buch von Sarah Raker Lust auf Kochen machen. Foto: Raker

Zutaten für 3-4 Personen: 1 Ciabatta (alternativ: glutenfrei), 3 EL Olivenöl, 250g Cocktailtomaten, 1 Gurke, 1 Knoblauchzehe, 1 kleine Handvoll Basilikum, 3 TL italienische Kräuter, 2 Pck. Mozzarella (alternativ: laktosefrei, veganer Mozzarella,) Salz & Pfeffer

Zubereitung: Ciabatta würfeln, EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Ciabattawürfel darin bei mittlerer Hitze rösten, bis sie schön kross sind. Immer mal wieder wenden. Tomaten und Gurke waschen, die Tomaten halbieren sowie die Gurkenkerne mit einem kleinen Löffel entfernen und die Gurke würfeln. Die Knoblauchzehe fein hacken, mit dem restlichen Olivenöl, Kräutern, Salz und Pfeffer vermischen. Anschließend die Tomaten- und Gurkenwürfel in die Soße geben und gut vermischen. Den Mozzarella abgießen, in Stücke zupfen und zum Salat geben. Abwechselnd Ciabattawürfel und Salat auf eine große Platte schichten und alles mit Basilikumblättern bestreuen.

Guten Appetit!

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