Naturmensch möchte niemals Königin sein
Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Karin Geyer. Die Leiterin des Umweltbildungszentrums (UBZ) hat keinen Fernseher und liebt schwäbische Hausmannskost.
Georg Meyer | 22.09.2024
Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Karin Geyer. Die Leiterin des Umweltbildungszentrums (UBZ) hat keinen Fernseher und liebt schwäbische Hausmannskost.
Georg Meyer | 22.09.2024

Naturverbunden: Karin Geyer leitet das Umweltbildungszentrum in Vrees. Foto: G. Meyer
Und? Wie ging es in letzter Zeit? Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt? Wenn Sie Königin von Deutschland wären, was gehört als Erstes abgeschafft? Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)? Was tun Sie am liebsten? Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht? Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten? Was würden Sie gerne einmal wieder essen? Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal treffen? Welches Thema in den lokalen Medien hat Sie zuletzt am meisten beschäftigt?
Ich bin positiv gestresst. In den vergangenen Wochen hat die Nachfrage nach Terminen immer mehr zugenommen. Mit den Schulklassen, die uns besuchen, arbeiten wir jetzt vor allem an den Themen gesunde Ernährung sowie die Ernte und Verwertung von Lebensmitteln. Bis zu den Herbstferien sind wir damit ausgebucht. Es ist sehr fordernd, macht aber zugleich viel Spaß.
Seit 2,5 Jahren nehme ich mir immer wieder Zeit für meinen Enkel. So alt ist er nämlich inzwischen. Das ist eine unwiederbringliche Phase, die ich keinesfalls verpassen möchte. Ich hoffe, ich kann mir künftig öfter eine solche Auszeit gönnen. Mit dem Kleinen gehe ich dann meistens raus. Ich bin ja ein Naturmensch und fühle mich draußen am wohlsten.
Zum Glück haben wir ja keine Monarchie mehr, die würde ich wahrscheinlich sofort wieder abschaffen. Aber dass Parteien inzwischen für viele Menschen wieder wählbar sind, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, macht mir große Sorgen. Ich finde, wir müssen da als Gesellschaft genauer hinsehen. Dass die ganze Macht irgendwann in der Hand eines Einzelnen liegen könnte, darf uns nie wieder passieren.
In 2 Jahren werde ich in den Ruhestand gehen und dann hoffentlich mehr Zeit für mein Enkelkind haben. Außerdem würde ich gern mehr reisen, zum Beispiel meine Tochter besuchen, die in den USA lebt.
Ich lese sehr gern, vor allem historische Literatur und Biografien sowie Garten-Ratgeber und andere Sachbücher. Zum Entspannen tut es aber auch ein Krimi. Außerdem bin ich eine begeisterte Köchin. Ich stamme ja aus Baden-Württemberg. Daher liebe ich natürlich süddeutsche Gerichte. Eine bodenständige Küche mit saisonalen, nachhaltig erzeugten Produkten ist für mich das Beste. Vieles von dem, was heute wieder in Mode kommt, hat es ja vor 40 Jahren auch schon so ähnlich gegeben.
Das ist keine einfache Frage. Meine Tochter sagt immer, ich sei der ungeduldigste Mensch der Welt. Aber Ungeduld treibt ja auch voran. Das liegt wohl auch daran, dass ich die Dinge, die ich anfange, möglichst gut machen möchte. Ich bin da wirklich eine kleine Perfektionistin. Aber ich finde, dass ich mich mit über 60 auch noch verändern und weiterentwickeln kann.
Die Frage kann ich nicht beantworten, weil ich gar keinen Fernseher besitze. Ich vermisse auch keinen, denn die wichtigsten Informationen bekomme ich über die Nachrichtenseiten im Internet. Auf mein Smartphone möchte ich dagegen nicht mehr verzichten. Es hilft mir bei der Tagesplanung. Aus den sozialen Medien halte ich mich aber weitgehend raus, sondern nehme nur die nützlichen Dinge der Digitalisierung in Anspruch.
Ich mag die chinesische Küche. Knusprige Ente etwa liebe ich, würde sie selbst aber nie so hinbekommen wie im Restaurant. Etwas richtig Feines ist auch echter Flammkuchen aus dem Holzofen, klassisch mit Zwiebeln und Schinkenwürfeln.
Da fällt mir der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter ein. Er wird ja in Kürze 100 Jahre alt und ist schwer krank. Carter ist ein Friedensvermittler, der schon zu seiner Zeit den Nahost-Konflikt beenden wollte. Er war seiner Zeit weit voraus, hatte in seiner Präsidentschaft aber leider viel Pech. Und um gleich im Weißen Haus zu bleiben, würde ich auch gern Michelle Obama kennenlernen. Sie ist eine faszinierende Persönlichkeit.
Das war und ist der Wahlkampf in den USA. Meine Tochter lebt in Minnesota und der Riss zwischen Demokraten und Trump-Anhängern geht direkt durch die Familie ihres Mannes. Sollte Trump wirklich noch einmal gewinnen, dann hätte das schlimme globale Folgen. Ehrlich gesagt, kann ich die Leute nicht verstehen, die ihn wählen. Amerika ist ein so vielfältiges Land. Ich habe dort immer nur freundliche Menschen kennengelernt und hoffe wirklich, dass die Gesellschaft wieder zueinander findet.Zur Person:
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