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Jan Hoyer ist gern unter Menschen

"Mensch der Woche": Der 33-Jährige aus Bakum bringt sich im kirchlichen und politischen Bereich vielfältig ein. Zudem setzt er auf den Dialog und hat ein Faible für Rentenpolitik.

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Der Glaube gibt ihm Halt: Jan Hoyer mit der Kirche St. Vitus Vestrup im Hintergrund. Dort engagiert er sich als Lektor, Küster und Kommunionhelfer. Foto: Klöker

Der Glaube gibt ihm Halt: Jan Hoyer mit der Kirche St. Vitus Vestrup im Hintergrund. Dort engagiert er sich als Lektor, Küster und Kommunionhelfer. Foto: Klöker

Als Kind besuchte Jan Hoyer, den wir heute in der Serie "Mensch der Woche" porträtieren, immer mit seiner Großmutter den Gottesdienst in St. Vitus Vestrup und fand schnell den Weg zum Glauben. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich in der Kirche und sagt: "Der Glaube gibt mir Halt, eine klare Richtung und Nähe. Er hilft mir und fängt mich in schwierigen Situationen auf."

Klare Strukturen und Ordnung liegen ihm

Jan Hoyer ist 33 Jahre alt, in Vestrup auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und lebt nun in Bakum. Der ausgebildete Sparkassenbetriebswirt bildete sich unter anderem zum Kreditanalysten fort. Derzeit arbeitet er als Prüfungsassistent beim Genossenschaftsverband Weser-Ems und absolviert eine Ausbildung zum Verbandsprüfer. "Ich mag klare Strukturen und Ordnung. Die Arbeit mit Zahlen gefällt mir sehr gut. Zudem kommuniziere ich viel mit anderen Menschen."

"Ich kann mich fallenlassen und Gemeinschaft erleben."Jan Hoyer über den Gottesdienst

Zunächst als Messdiener und mittlerweile seit vielen Jahren als Lektor, Küster und Kommunionhelfer, bringt Jan Hoyer sich in St. Vitus ein und leistet an jedem Sonn- und Feiertag Dienst in der Kirche. Oft übernimmt er mehrere Funktionen parallel. "Der Gottesdienst ist sehr strukturiert. Ich kann mich fallenlassen und Gemeinschaft erleben. Das ist etwas Besonderes."

Vorsitz im Pfarrgemeinderat

Seit 2005 wirkt Jan Hoyer in verschiedenen kirchlichen Gremien mit, seit 2017 ist er Vorsitzender des Pfarreirates der Pfarrgemeinde Bakum. "Wir sind im weitesten Sinne für die Seelsorge zuständig", erklärt er. Das Gremium hat sich einen Pastoralplan gegeben, so dass verschiedene Themen in Gruppen bearbeitet werden. "Wir hatten eine großartige Pfarrversammlung, sind mit viel Leidenschaft losgefegt und wurden dann von Corona ausgebremst."

"Ich wünsche mir Veränderungen – auch hier in Bakum."Jan Hoyer in Bezug auf die Kirche

Jan Hoyer, der die Kirche als großen Anker im Gemeindeleben sieht, wünscht sich, dass der Klerus Macht abgibt. "Viele Kleriker wollen aber bewahren, nicht verändern. Ich wünsche mir Veränderungen – auch hier in Bakum." Ebenfalls der Umgang der Kirche mit der sexuellen Übergriffigkeit von Priestern und mit der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren stört den gebürtigen Vestruper sehr und lässt ihn nachdenklich zurück.

Die Arbeit in der JU macht viel Spaß

Politisch war Jan Hoyer schon immer interessiert. So trat er 2011 der CDU bei und 2013 der JU. Das Aufkommen der AfD 2015 war für ihn der Auslöser, sich auch in diesem Bereich verstärkt einzubringen. Seit 2016 ist Jan Hoyer Ortsvorsitzender der JU Bakum. In dieser Funktion organisiert er unter anderem Veranstaltungen und kümmert sich um die Akquise von neuen Mitgliedern. "Wir sind ein starker Ortsverband mit vielen Mitgliedern sowie einer gut durchmischten, sehr bodenständigen Struktur. Die Arbeit macht riesig Spaß – auch wenn aktuell leider vieles auf Eis liegt."

Blick auf 4 Kirchspiele und 14 Bauerschaften

Seit 2016 sitzt Jan Hoyer zudem für die CDU im Rat der Gemeinde Bakum. "Es ist reizvoll, die Entwicklung vor Ort mitgestalten zu können." Besonders die Entwicklung der Infrastruktur und der sozialen Einrichtungen liegt ihm am Herzen. Die Gemeinde Bakum besteht aus vier Kirchspielen und 14 Bauerschaften. Jan Hoyer ist wichtig, dass alle Gehör finden. "Wir wollen stabil in die Zukunft schreiten, uns gemeinsam auf den Weg machen und individuell das Beste herausholen." Der Bakumer tritt an, um auch dem neuen Gemeinderat anzugehören. "Es macht total viel Freude. Und ich habe noch viele Ideen."

Rentenpolitik als Steckenpferd

Des Weiteren fungiert Jan Hoyer auch als Rechnungsführer des Realverbandes Wegegenossenschaft Vestrup.
Ferner ist er seit 2014 Mitglied der CDA, der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, den Sozialausschüssen der CDU, die sich insbesondere für Arbeitnehmerrechte einsetzen. Ein aktuelles Thema ist die Reform der Erzieherausbildung. Jan Hoyers Steckenpferd ist die Rentenpolitik. "Ich bin ein Fan der gesetzlichen Rentenkassen." Jan Hoyer mag es, zu diskutieren und sich andere Meinungen anzuhören, "Diese 'verbalen Duelle' machen mir Spaß und bereichern mich."
Die Gemeinde Bakum findet Jan Hoyer "einfach großartig. Die Menschen sind herzlich und zuvorkommend. Die Achtsamkeit wird großgeschrieben und es gibt jetzt in Corona-Zeiten viele Hilfsinitiativen."

Golf und die raue Nordsee

Der 33-Jährige ist ein kommunikativer, zielstrebiger und ehrgeiziger Mensch, der gerne Golf spielt und an die Küste reist. „Ich mag die raue Nordsee.“ Jan Hoyer mag es sehr, unter Menschen zu sein, weswegen ihm aktuell die persönlichen Kontakte stark fehlen.
Er wünscht sich, möglichst bald wieder nach Texas in die USA zu reisen, um dort Freunde zu besuchen, die schon fast zu seiner Familie geworden sind.

"Ich bin ein Schwarzer mit rotem Kern."Jan Hoyer über sich selbst

"Ich bin ein Schwarzer mit rotem Kern", sagt Jan Hoyer angesichts seiner politischen Ausrichtung mit einem Augenzwinkern. Sein Wunsch für die Zukunft: „dass die Menschen verstärkt zum Dialog zurückkehren. Nicht draufhauen, sondern aufeinander zugehen, Rücksicht nehmen und Kompromisse finden.“

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