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Ihre Devise: Optimistisch bleiben!

Mensch der Woche: Ann-Christin Bert aus Vechta ist selbstständige Hochzeits- und Paarfotografin und von den Folgen der Corona-Pandemie beruflich stark betroffen. Dennoch behält sie ihren Optimismus.

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Stets optimistisch: Die Fotografin Ann-Christin Bert aus Vechta freut sich auf die Zeit nach Corona. Foto: Bert

Stets optimistisch: Die Fotografin Ann-Christin Bert aus Vechta freut sich auf die Zeit nach Corona. Foto: Bert

Stets offen für alles und immer optimistisch – diese zwei positiven Eigenschaften treffen auf Ann-Christin Bert ganz besonders zu. Die selbstständige Hochzeits- und Paarfotografin aus Vechta ist heute unser „Mensch der Woche“.  „Es ist sicher eine schwere und unsichere Zeit“, sagt die 34-Jährige, „nicht nur für mich.“ Wären es normale Zeiten, hätte sie längst schon wieder ihren Arbeitskalender voll mit Terminen gehabt. Fotosessions, Hochzeiten, Jahrestage – alles Anlässe, an denen Ann-Christin Bert normalerweise gebucht wird. Aber es sind eben keine normalen Zeiten, es gibt keine großen Veranstaltungen und Feiern.

Auch die Branche der Event-Fotografie ist von den Auswirkungen der Pandemie schwer getroffen – und ein Ende ist irgendwie noch nicht in Sicht. Dennoch wolle sie den Kopf nicht in den Sand stecken und zuversichtlich in die Zukunft schauen, sagt die sympathische Vechtaerin. Gründe für diesen Optimismus gibt es durchaus, denn die Kunden halten ihr die Treue. Das wird ihr auf diversen Wegen immer wieder bestätigt. Ein möglicher Grund: „Ich habe einen besonderen Anspruch, ich bringe viel Persönlichkeit in meine Arbeit mit ein. An jeden einzelnen Auftrag gehe ich mit Herz und Leidenschaft. Das wissen meine Kunden und sie können sich darauf verlassen“, sagt die gebürtige Visbekerin.

Stets mit der Kamera unterwegs: Ann-Christin Bert ist Fotografin mit Leib und Seele.Foto: BertStets mit der Kamera unterwegs: Ann-Christin Bert ist Fotografin mit Leib und Seele.Foto: Bert

Trotz der aktuell schwierigen Bedingungen ist das Thema Heiraten ein ganz wichtiges, weiß die Fotografin. Das ganze Drumherum müsse für die Paare perfekt sein. „Große Feiern sind zurzeit jedoch nicht möglich, dann warten sie lieber“, sagt Ann-Christin. „Viele sind vorsichtig geworden und wollen ihr großes Fest erst dann feiern, wenn Corona vorbei ist.“ Zurzeit herrsche noch Zurückhaltung, aber für 2022 habe sie schon zahlreiche Aufträge. Auch kleinere Hochzeitsfeiern können ihren ganz besonderen Charme haben. Mit der richtigen Planung und Persönlichkeit wird jede Hochzeit zu einem unvergesslichen Tag. Auf ihrem Instagram-Kanal macht Ann-Christin den Paaren Mut und gibt interessante Tipps für die Planung.

Vechtaerin hat eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten absolviert

Mit der Fotografie hat die 34-Jährige nach eigenen Worten ihren Traumberuf gefunden. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun und helfe ihnen, ihre glücklichsten Momente festzuhalten.“ Vom ersten Fotoshooting als frisch verliebtes Paar, über die Verlobung bis zur Hochzeit - und eventuell beim Babybauchshooting.

Dabei deutete es lange Zeit nicht darauf hin, dass Ann-Christin Bert mal in so einem kreativen Job landen sollte. Nach dem Realschulabschluss stand zunächst eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten auf dem Programm. Nach dem erfolgreichen Abschluss war der jungen und lebenslustigen Frau schnell klar, dass sie zunächst etwas mehr von der Welt erfahren  wollte. „Mich zog es raus“, erinnert sie sich. Als Au Pair in den USA zu arbeiten, erschien ihr damals eine gute Möglichkeit, ohne große finanzielle Reserven ein anderes Land und andere Menschen kennenzulernen.

Spontan sei sie immer schon gewesen, begeisterungsfähig sowieso. Sechs Wochen später saß die damals 19-Jährige im Flieger Richtung New York. „Ich habe sehr viel von ‚Big Apple‘ gesehen, es war eine unvergessliche Zeit, die mich sehr geprägt hat“, sagt sie heute. Auch beruflich: Fließendes Englisch führte dazu, dass sie im Anschluss sofort in einer erfolgreichen, international tätigen Wirtschaftskanzlei in Frankfurt in ihrem erlernten Beruf unterkam.

"Ich wusste, dass ich einen Cut machen musste. Meinen Beruf wollte ich nicht ewig weitermachen, er passte einfach nicht so richtig zu mir."Ann-Christin Bert

Von dort zog es sie nach ein paar Jahren an die Elbe: Hamburg gefiel der jungen Frau, sie konnte eine höhere Position mit einem anderen Aufgabenfeld ergattern. Sie hatte sich etabliert, die nach Jahren folgende Routine behagte ihr jedoch gar nicht. „Ich wusste, dass ich einen Cut machen musste. Meinen Beruf wollte ich nicht ewig weitermachen, er passte einfach nicht so richtig zu mir“, blickt sie heute zurück.

Eine längere Reise im Jahr 2015 sollte Klarheit bringen. In dieser Zeit fotografierte sie viel, es folgte die Erkenntnis, dieses kreative Hobby zu ihrem Beruf machen zu wollen. Wieder zu Hause wurden sofort die nötigen Schritte eingeleitet. An der Fachoberschule für Gestaltung in Cloppenburg machte sie zunächst ihr Abitur nach, alles andere erledigte Ann-Christin Bert mit großer Begeisterung und Leidenschaft autodidaktisch. Und hat den Entschluss des Wechsels und den Weg in die Selbstständigkeit bis heute nicht bereut. Trotz der schwierigen Zeit und der wirtschaftlichen Unsicherheit. „Die Arbeit mit Menschen, die ihre Liebe feiern, ist mir sehr wichtig. Das drücken meine natürlichen Fotos auch aus – emotionale, positive Erinnerungen, die bleiben.“

In der Region ist die Fotografin fest verwurzelt, macht zusammen mit Freunden und Bekannten auch bei außerberuflichen Aktionen mit. Sie unterstützt kreative Projekte. Zusammen mit ihrer Freundin, der Food-Bloggerin Anne Hartmann, arbeitet sie an einem Projekt, in dem es um kulinarische Highlights und das Heimatgefühl im Oldenburger Münsterland und umzu gehen soll. Trotz der schwierigen Zeit hat Ann-Christin Bert vor der Zukunft keine Angst, „das passt auch gar nicht zu meinem Naturell“, sagt sie lachend. Mit ihrer Art, Arbeit und Geschichte möchte sie Menschen motivieren, positiv auf das Leben zu schauen, schöne Erinnerungen zu schaffen und eigene Wege zu gehen – auch wenn sie noch so steinig sind.

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