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"Ich bin froh, arbeiten zu dürfen"

Kindertagespflege unter Pandemiebedingungen: Kim Rottinghaus aus Holdorf ist Tagesmutter, das Corona-Virus hat auch ihren Arbeitsalltag durcheinander gewirbelt.

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Engagierte Tagesmutter: Kim Rottinghaus ist Mitglied der Holdorfer SPD und interessiert sich darüber hinaus auch für andere lokale Themen. Foto: Wehring

Engagierte Tagesmutter: Kim Rottinghaus ist Mitglied der Holdorfer SPD und interessiert sich darüber hinaus auch für andere lokale Themen. Foto: Wehring

„Ich wollte schon immer von vielen Kindern umgeben sein“, sagt Kim Rottinghaus schmunzelnd und blickt zufrieden auf ihre fünf Tageskinder, die vergnügt spielen. Die 46-Jährige betreibt seit mehr als zehn Jahren in Holdorf die Kindertagespflege „Mühlenbach-Piraten“ und ist unser „Mensch der Woche“.

Die gebürtige Lohnerin hat 3 eigene Kinder, von denen die beiden älteren schon erwachsen sind und im Berufsleben stehen. „Nesthäkchen“ Swea ist 12 Jahre alt – „Homeschooling mit all seinen Begleiterscheinungen ist aktuell auch bei uns ein ganz großes Thema“, sagt Kim Rottinghaus.

Insgesamt betreut sie 10 Tageskinder, von denen das jüngste gerade mal ein Jahr alt ist. Sie freut sich über die konstante Nachfrage, die garantiert, dass sie immer ausreichend Betreuungsaufträge hat. Wickeln, füttern, trösten, spielen, vorlesen - der Tag mit den Kleinen vergeht wie im Fluge. „Flexibilität ist meine große Stärke, das wissen die Eltern auch zu schätzen“, sagt sie. Entsprechend passt sie ihre Arbeitszeiten den Betreuungszeiten der Kinder an. Das erste Kind kommt schon morgens um 5.30 Uhr, entsprechend früh fängt der Tag an. Dennoch ist sie nach eigenem Bekunden mit ihrer Arbeit zufrieden. „Ich habe es gerne wuselig und kann mit Stress gut umgehen.“

An das Hygienekonzept müssen sich Eltern und Kinder strikt halten

Zeitgleich befinden sich jeweils 5 Kleinkinder in ihrer Betreuung. Die Corona-Pandemie hat auch Kim Rottinghaus vor Herausforderungen gestellt. „Im ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres mussten wir zunächst schließen“, erzählt sie. Nur Kinder „systemrelevanter“ Eltern durften zu ihr kommen. In der Phase habe sie dann an einem eigenen Hygienekonzept gearbeitet, um für die Zeit danach gut vorbereitet zu sein. „Teppiche raus, alles, was nicht 60 Grad waschbar war, kam außer Reichweite, regelmäßiges Desinfizieren - daran habe ich mich strikt gehalten.“

Das Bringen und Holen der Kinder spielt sich seitdem draußen mit Maske ab. Es gibt getrennte Zeiten, damit die Eltern Abstände einhalten können. An die Zeiten und Vorgaben müssen sich alle halten. „Das klappt vorbildlich“, sagt Kim Rottinghaus. Auch das spielerische Händewaschen, auf das sie penibel achtet, sei ein eingefleischtes Ritual für die Kleinen.

Tagesmütter können sich zeitnah impfen lassen


Entschärfungen bringen auch die neuesten Beschlüsse des Landes Niedersachsen: Tagesmütter können sich – indem sie in Vorleistung gehen - einmal wöchentlich in ihrer Hausarztpraxis auf das Corona-Virus testen lassen, zudem werden sie zeitnah geimpft - zwei gute Nachrichten, die ihr Sicherheit geben, bekennt Kim Rottinghaus.

"Ich gebe mit meiner Arbeit den kleinen Kindern das Stück Normalität, das sie alle so sehr brauchen."Kim Rottinghaus, Tagesmutter aus Holdorf


Seit dem zweiten Lockdown kann die Tagesmutter ohne Einschränkungen arbeiten. Darüber freut sie sich sehr. Sie weiß um ihre Aufgabe: „Ich kümmere mich verlässlich um die Kinder, während die Eltern den Laden am Laufen halten. Einige sind in medizinischen Berufen tätig, sind systemrelevant. Außerdem gebe ich den kleinen Kindern das Stück Normalität, das alle gerade so sehr brauchen.“
Bei Fragen rund um die Betreuung können sich Tagesmütter an das Büro für Kindertagespflege im Südkreis richten. Dort werden auch die regelmäßigen Weiterbildungen, die absolviert werden müssen, organisiert. Für die Holdorferin kamen dabei in den letzten beiden Jahren immerhin 400 Stunden berufsbegleitende Aufbauqualifizierung zusammen.

Kim Rottinghaus kandidiert für den Holdorfer Gemeinderat


Neben den Belangen rund um die Arbeit ist Kim Rottinghaus auch kommunalpolitisch engagiert, ist beratendes Mitglied der SPD-Ortsgruppe Holdorf und in dieser Funktion vor allem im Bereich Wirtschaft und Sicherheit engagiert. Sich im Gemeindeleben einzubringen, sieht sie als eine spannende und interessante Aufgabe, die ihr Spaß macht: „Ich möchte mitsprechen und mitwirken.“ Bei den Kommunalwahlen im September möchte die dreifache Mutter daher auch wieder für den Gemeinderat kandidieren.

Zusammen mit Tochter Swea hat Kim Rottinghaus ein weiteres Hobby: die Vogelzucht. Im heimischen Keller haben die beiden einige Paare afrikanische Silberschnäbelchen und Kanarienvögel untergebracht. Sie tauschen sich gerne einmal mit anderen Züchtern aus. Um stets auf dem Laufenden zu bleiben, gehören (in normalen Zeiten) auch Besuche von Ausstellungen und Vogel-Börsen zu ihrem Wochenendprogramm. Dafür sind sie dann in ganz Norddeutschland unterwegs.

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